„Ambulante Kinderchirurgie“ Beitrag Ambulante Kinderchirurgie Länge 04 min 25 Datum 01.10.2010 Anmoderation Wer wird schon gerne operiert und geht dafür gerne für mehrere Tage ins Krankenhaus? Man ist tagelang nicht zu Hause. Hinzu kommen die Sorgen um den Eingriff: wird alles gutgehen? Verläuft die Narkose reibungslos? Für die meisten kein gutes Gefühl. Noch viel schlimmer ist das für Kinder! Sie haben noch viel größere Ängste: Vor der Operation an sich und auch vor dem Rausgerissen-Werden aus dem Elternhaus. Zum Glück können immer mehr kinderchirurgische Eingriffe ambulant und außerhalb der Krankenhäuser durchgeführt werden. Für die Kinder heißt das: morgens hin und abends wieder zuhause. Beitrag Lioba ist heute 7 Jahre alt. Das blonde Mädchen aus Thüringen musste im vergangenen Jahr wegen eines Leistenbruchs operiert werden. Klar, dass sie große Angst vor der Operation im Krankenhaus hatte. Doch die OP fand in einer ambulanten Kinderchirurgie statt. Lioba erinnert sich daran, was sie nach dem Aufwachen als Erstes gesehen hat: Zuerst habe ich das Zimmer gesehen und dann Mama und Papa. Morgens um 8:00 Uhr waren die Eltern mit Lioba in der Praxis und um halb zwei schon wieder zuhause. Im Krankenhaus hätte das ganz anders ausgesehen. Liobas Mutter Monika erzählt: Wenn wir ins Krankenhaus gegangen wären, dann wäre mindestens eine Übernachtung fällig geworden. Doch nicht nur der kurze Aufenthalt spielt eine Rolle. Auch die Betreuung durch das Personal und die ständige Nähe zum Kind haben die Familie überzeugt: Wir haben uns wohl gefühlt. Die Atmosphäre ist viel kinderfreundlicher. Wir hätten in einem normalen Krankenhaus nicht in den Aufwachraum gedurft. Dieser Stressfaktor für das Kind fällt ganz weg, wenn die Mutter direkt da ist. Das Kind wacht auf, es sieht die Mutter, es hat das Gefühl, ich bin gut aufgehoben, ich bin nicht allein. Und wenn es weiß, jetzt kann es nach Hause gehen, dann kommt es zurück in die vertraute Umgebung. Das hat nichts von einem Krankenhausaufenthalt. Es ist wie ein verlängerter Arzttermin. Immer mehr Eltern nutzen mit ihren Kindern die Möglichkeit einer ambulanten Kinderchirurgie. Und immer mehr Operationen sind ambulant durchführbar. Dr. Ralf Tanz ist Kinderchirurg und Geschäftsführer des Ärztenetzwerkes Nordpark in Erfurt. Er betont, ... Dass heute 80 % der Operationen, die im Kindesalter durchgeführt werden, ambulant durchführbar sind. Ohne, dass das Kind Schaden nimmt und ohne, dass die Eltern Sorge haben müssen, dass die Qualität und die Sicherheit geringer sind. Die Sicherheit ist nicht geringer als bei einer Operation an einer Klinik für Kinderchirurgie. Dazu gehören zum Beispiel Operationen wegen Leistenbrüchen, Vorhautverengungen, abstehender Ohren oder auch Hodenhochständen. Insgesamt ein großes Repertoire. Und nicht nur die Kinder und die Eltern profitieren davon. Das gesamte Gesundheitssystem wird finanziell entlastet: Es ist in der Tat so, dass bestimmte Operationen 2,000,- Euro kosten und in unserem Bereich 30 bis 40% darunter abzurechnen sind. Das ist doch bei der Vielzahl von Operationen – immerhin sind es 45 Operationen im Operationskatalog, die überhaupt gemacht werden im niedergelassenen Bereich – eine sehr große Summe Geld, die eingespart werden kann. Die Vorteile sind also offensichtlich. Die BIG unterstützt ihre Versicherten bei ambulanten Kinderoperationen mit einem speziellen Angebot. Dazu hat sie mit der Nordpark Ärztenetz einen besonderen Vertrag geschlossen. Zu diesem Netzwerk gehören bundesweit 384 Ärzte aus verschiedenen Bereichen wie Kinderchirurgen, HNO-Ärzte und Anästhesisten sowie Medizinische Versorgungszentren. An einem wird im ambulanten Bereich garantiert nicht gespart: an der Sicherheit der kleinen Patienten. Noch einmal Dr. Tanz: Es muss ein Notfall-Management garantiert sein. Es muss garantiert sein, dass die Ärzte Tag und Nacht erreichbar sind. Es muss garantiert sein, dass bei Übernachtungen ein Arzt die Patienten vor Ort betreuen kann. Es muss organisiert sein, dass Fachschwestern die Betreuung übernehmen und nicht ungeschulte Kräfte. Es muss auch organisiert sein, dass kurze Wege zu Krankenhäusern bestehen, dass man hier konsularisch jemanden herbeirufen kann, bzw. auch eine Verlegung im Notfall möglich ist. Und alle beteiligten Ärzte und Anästhesisten haben sich zu regelmäßigen Fortbildungen verpflichtet. Die ambulante Kinderchirurgie kann ganz unkompliziert genutzt werden. Die Eltern müssen mit dem Kind nur zum Vertragsarzt und dort eine Teilnahmebescheinigung ausfüllen. Alles weitere an Bürokratie erledigt dann die Praxis. Der Vertrag der BIG mit dem Ärztenetz hat noch eine Besonderheit: sogar eine Teiloperation der Mandeln mittels Laser-Tonsolotomie ist hierbei ambulant möglich. Lioba hat sich schon längst ein Urteil gebildet. Sie freut sich, dass sie nicht ins Krankenhaus musste und es geht ihr schon längst wieder ... Gut. Abmoderation: Weitere Informationen zur ambulanten Kinderchirurgie und zum Ärztenetzwerk erhalten Sie bei der BIG und im Internet unter www.nordpark-aerztenetz.de Dort finden Sie auch die bundesweite Arztsuche.