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Pilotprojekt mit anonymisierten Stellenbewerbungen startet
Fünf große Unternehmen in Deutschland wollen künftig in einem Pilotprojekt Bewerbungen entgegennehmen, die weder den Namen, das Alter noch ein Foto enthalten. Damit will die Antidiskriminierungsstelle des Bundes Benachteiligungen von ethnischen Minderheiten oder Älteren verhindern.
Fünf große Unternehmen nehmen an dem Projekt teil
Drei große Unternehmen aus dem Dax und zwei internationale Konzerne konnten für das Projekt gewonnen werden. Dazu gehören die Konsumgüterhersteller Procter & Gamble sowie LOréal, so die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Die weiteren Teilnehmer sollen im August vorgestellt werden.
Benachteiligung von ethnischen Minderheiten soll verhindert werden
Mit den anonymisierten Bewerbungen soll die Benachteiligung besonders von ethnischen Minderheiten oder Älteren verhindert werden. Die Bewerber sollen dann kein Foto von sich einsenden. Außerdem sollen sie weder Namen, Anschrift, Geburtsdatum, Geburtsort noch Familienstand angeben. "Nur die Qualifikation zählt", so Lüders zur Begründung. Die tägliche Beratungsarbeit in der Antidiskriminierungsstelle zeige, dass allein die Angabe des türkischen Nachnamens die Chance auf eine Einladung zum Bewerbungsgespräch reduziere. In Frankreich oder den USA sei es schon lange üblich, dass Unternehmen auf diesem Wege Bewerbern eine Chance geben, die sonst gar nicht zu einem Gespräch eingeladen würden.
Wirtschaft aufgeschlossener, als viele denken
Dies könne zwar nicht vor Vorurteilen im weiteren Einstellungsverfahren schützen. Wenn ein Arbeitgeber trotzdem jemanden bei seiner Personalentscheidung diskriminiere, so komme eine Klage gegen Verstoßes gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Betracht. Weitere Gesetzesverschärfungen sind nach Einschätzung von Christine Lüders aber nicht notwendig: "Die Wirtschaft ist aufgeschlossener, als viele denken".







