Bluthochdruck: Folgeerkrankungen von Hypertonie frühzeitig erkennen und behandeln

Zwischen 20 und 30 Millionen Menschen in Deutschland haben Bluthochdruck, betroffen sind dabei nicht nur ältere, sondern auch jüngere Menschen. Oft bleibt Bluthochdruck unbemerkt, weil wir kaum Symptome spüren. Und das ist die große Gefahr. Denn ständig erhöhter Blutdruck schädigt langfristig unsere Gefäße und das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenerkrankungen steigt.

Folgeerkrankungen von Bluthochdruck früh erkennen

Hier setzt das neue Versorgungsangebot an. Ziel ist es, schwere Krankheitsstadien zu verhindern oder zu verzögern, um so die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu erhalten bzw. zu verbessern.

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und chronische Nierenkrankheiten bilden dabei die Schwerpunkte des Versorgungsprogramms:

  • Das Screening zur Früherkennung einer pAVK richtet sich an Versicherte ab 50 Jahre, die unter einer Hypertonie leiden und beinhaltet eine ausführliche Anamnese, einschließlich der Untersuchungen und Messungen entsprechend der Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der pAVK.

  • Das Screening zur Früherkennung einer chronischen Nierenkrankheit richtet sich ebenfalls an Versicherte mit einer Hypertonie, ist aber unabhängig von einem bestimmten Alter und dient dazu, nephrologische Komplikationen festzustellen. Dazu wird ein Urintest mit Bestimmung des Albumin-Kreatinin-Quotienten durchgeführt. Die Prognoseabschätzung erfolgt gemäß der internationalen Leitlinien für chronische Nierenkrankheiten.

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) handelt es sich um Durchblutungsstörungen der Beine oder Arme. Die Krankheit wird auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet. Ein Symptom sind Schmerzen beim Gehen.

Wird bei den Patientinnen und Patienten eine der o. g. Diagnosen festgestellt, erfolgt in der Regel nach drei Monaten ein weiterführendes intensives Gespräch zum individuellen Krankheitsgeschehen mit dem Ziel, die Therapie ggf. anzupassen und den persönlichen Lebensstil zu ändern (Weiterbetreuungsprogramm). Der Arzt erörtert mit dem Patienten umfassend dessen Umgang mit der Erkrankung und das Gelingen der Alltagsbewältigung.

Der Arzt berät und prüft umfassend die Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit der Arzneimitteltherapie. Hierzu verschafft er sich u. a. ein umfassendes Bild über Wirkungen, Neben- und Wechselwirkungen der Arzneimitteltherapie. Damit unterstützt die BIG auch den behandelnden Arzt und fördert die „sprechende Medizin“, gerade bei einer so wichtigen Volkskrankheit wie dem Bluthochdruck.

An wen richtet sich das Früherkennungs-Programm?