Mutter sitzt auf dem Bett und wiegt ihr neugeborenes Baby im Arm

Babys und Kleinkinder laut Corona-Studie besonders ansteckend

Immer wieder sorgen Corona-Infektionen bei Babys, Kindern und Jugendlichen für Diskussionen. Fakt ist: Covid-19 ist auch bei den Jüngsten nicht zu unterschätzen! Zwar verläuft eine Corona-Infektion bei ihnen meist mild oder sogar symptomlos, doch das Risiko, andere Familienmitglieder anzustecken, ist dagegen sehr hoch. 25 Prozent der SARS-CoV-2-Infektionen in Familien entstehen nämlich durch Kinder beziehungsweise Jugendliche, zeigt nun eine kanadische Corona-Studie. Noch wichtiger ist allerdings die Frage, welche Altersklasse das Virus am häufigsten an andere Haushaltsmitglieder weitergibt und warum!

Für die Studie einer kanadischen Gesundheitsbehörde, die im Fachmagazin JAMA Pediatrics erschien, wurden 6.280 Haushalte in Ontario ausgewertet. In allen Familien wurde zuerst ein Kind positiv auf Corona getestet. Rund 25 Prozent der infizierten Kinder gaben darauf das Coronavirus an ihre Familienmitglieder weiter.

Corona bei Babys ansteckender als bei Jugendlichen

Zwar beweist die Studie, dass Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren in 38 Prozent der Fälle das Coronavirus am häufigsten mit in die Familie bringen, allerdings sind sie dennoch nicht so ansteckend wie Babys und Kleinkinder von null bis drei Jahren. Hier sind zwar nur 12 Prozent als erstes Familienmitglied mit dem Virus infiziert, allerdings tragen sie ein um 40 Prozent höheres Risiko, andere Haushaltsmitglieder mit dem Virus zu infizieren als Jugendliche.

Warum übertragen Babys das Coronavirus häufiger?

Auch wenn Babys und Kleinkinder das Virus seltener mit nach Hause bringen und seltener schwere Covid-19-Verläufe haben, vermuten Forscher*innen, dass aufgrund der hohen Virusmenge, die sie bei einer Infektion ausscheiden, das Ansteckungsrisiko sehr hoch ist. So haben Kinder eine vergleichbare Viruslast wie Erwachsene.

Auch eine Studie unter der Leitung des Virologen Christian Drosten, für die 25.000 PCR-Proben untersucht wurden, beweist, dass die Viruslast von Kindern zu den von Erwachsenen identisch ist. So beträgt die Infektionsrate bei Babys und Kindern von 0 bis 5 Jahren 80 Prozent der Erwachsenenrate, die allerdings noch nach oben korrigiert werden müsse, da bei Kindern aufgrund der unterschiedlichen Probennahme eine geringere Anzahl an Viren nachgewiesen wird. Bei Kindern werden beispielsweise kleinere Abstrichtupfer verwendet, die weniger als halb so viel Probenmaterial in die PCR-Tests einbringen. Auch werden bei Babys und Kindern statt des tiefen Nasen-Rachen-Abstrichs meist nur einfache Rachenabstriche gemacht, die ebenfalls eine geringere Viruslast aufweisen.

Weitere Gründe, wieso Babys und Kleinkinder ansteckender als ältere Kinder und Jugendliche sind: Zum einen können sich Babys und Kleinkinder noch nicht an Hygieneregeln halten und zum anderen sind sie auf intensiven Körperkontakt angewiesen. Übrigens: Nicht bei allen Babys und Kindern verläuft eine Covid-19-Infektion problemlos, da bei ihnen beispielsweise die Gefahr besteht, an MIC-S beziehungsweise PIMS – dem Kawasaki-ähnlichen Entzündungssyndrom – zu erkranken.