Blutdruckmessgerät mit Display

Bluthochdruck: Symptome erkennen und Folgeschäden vermeiden

Viele Menschen bemerken spät oder gar nicht, dass sie unter Bluthochdruck leiden. Dabei kann er schwere Folgen für wichtige Organe haben. Wir erklären, woran Sie einen hohen Blutdruck erkennen – und wie Sie ihm entgegenwirken.

Bluthochdruck ist eine der häufigsten Erkrankungen weltweit. Allein in Deutschland litten im Jahr 2018 rund 19 Millionen Menschen daran. Das ergab eine Untersuchung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Bluthochdruck bedeutet, der Druck, den das Blut auf die Gefäße ausübt, ist erhöht. Bleibt er über längere Zeit unbehandelt, können diese beschädigt werden. Einen erhöhten Blutdruck bemerken viele zunächst gar nicht, denn er verursacht erstmal kaum Symptome. Es gibt jedoch Anzeichen, an denen Sie ihn erkennen.

Bluthochdruck: Das passiert im Körper

Bluthochdruck hat, wer wiederholt einen Blutdruck von 140/90 mmHg und höher misst. Der erste Wert steht für den systolischen Blutdruck. Das ist der Druck auf die Gefäße, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht. Der diastolische Blutdruck meint den Moment, in dem das Herz erschlafft und bereit ist, sich erneut mit Blut zu füllen.

Es ist ganz normal, dass sich der Blutdruck in manchen Situationen erhöht, zum Beispiel bei Stress oder Sport. Gefährlich wird es, wenn der Bluthochdruck dauerhaft besteht und unbehandelt bleibt. Die möglichen Folgen betreffen wichtige Organe:

  • Herz: Das Herz wird zusätzlich belastet, daraus kann sich auf lange Sicht eine chronische Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) entwickeln.
  • Gefäße: Die Gefäße altern früher und schneller (Arteriosklerose). Auch die Herzkranzgefäße können betroffen sein, ein großes Risiko für die koronare Herzkrankheit. Bei dieser ist das Herz geschwächt und das Risiko für Herzrhythmusstörungen und sogar einen Herzinfarkt erhöht.
  • Gehirn: Auch im Gehirn kann Bluthochdruck schwere Schäden anrichten. Er erhöht das Risiko für einen Schlaganfall um das Drei- bis Vierfache.
  • Nieren: Ebenso sind die Nieren gefährdet: Eine chronische Nierenschwäche oder sogar Nierenversagen sind mögliche Folgen.

Bluthochdruck: Ursachen und Risikofaktoren

Leiden Sie an Bluthochdruck, haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine primäre Hypertonie. Dabei stellen die Ärzte keine andere Erkrankung als Ursache fest. Das ist bei etwa 90 Prozent der Patienten der Fall. Nur bei zehn bis 15 Prozent sind andere Krankheiten der Auslöser, wie Probleme mit den Nieren, eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Stoffwechselerkrankung. Ärzte sprechen dann von einer sekundären Hypertonie.

Doch wie kommt es zum primären Blutdruck, ohne erkennbare Ursache? Einige Risikofaktoren begünstigen die Krankheit:

  • Übergewicht
  • Ernährung mit viel Salz
  • viel Alkohol
  • Stress
  • Bewegungsmangel

Ältere Menschen sind häufiger von Bluthochdruck betroffen, genau wie Frauen in den Wechseljahren. Jedoch können auch junge, gesunde Menschen darunter leiden. In seltenen Fällen kommt es sogar zu Bluthochdruck bei Kindern. Die genetische Veranlagung scheint daher ebenfalls eine Rolle zu spielen. Wenn enge Verwandte betroffen sind, steigt das eigene Risiko.

Bluthochdruck: Symptome erkennen

Bluthochdruck zu erkennen, ist nicht immer einfach – gerade zu Beginn bleibt er häufig symptomlos. Jedoch gibt es einige Warnsignale, die Sie mit Ihrem Arzt abklären sollten:

  • Schlafstörungen
  • Herzstolpern oder Herzrhythmusstörungen
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Luftnot bei Belastungen
  • Nervosität

Für diese Symptome kann es allerdings auch andere Erklärungen geben. Bei einem krisenhaften Blutdruckanstieg sind die Anzeichen eindeutiger: Dabei kommt es zu einem Engegefühl in der Brust, Schwindel, Atemnot, Zittern, Panik- und Angstgefühlen.

Wichtig: Zeigen Sie Symptome eines krisenhaften Anstiegs, kontrollieren Sie umgehend Ihren Blutdruck. Wenn Sie hohe Werte haben, kontaktieren Sie Ihren Hausarzt oder den Notruf 112.

Bluthochdruck behandeln: Wann sind Medikamente notwendig?

Was der Arzt bei Bluthochdruck empfiehlt, hängt von einigen Faktoren ab: zum Beispiel Alter des Patienten, Vorerkrankungen, Höhe des Blutdrucks und Risiko für Folgeerkrankungen. Medikamente sind nicht immer notwendig. Mit einem angepassten Lebensstil können Sie bei Bluthochdruck bereits eine Menge bewirken. Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung helfen. Sie sollten außerdem auf Zigaretten verzichten und Alkohol nur in Maßen trinken. Ebenso wichtig ist es, Stress zu vermeiden und abzubauen. Dabei helfen Yoga und Entspannungsübungen.

Besteht allerdings ein hohes Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder zeigt die veränderte Lebensweise keine Wirkung, verschreibt der Arzt meist Medikamente. Diese senken den Blutdruck zuverlässig. Gängig sind BETA-Blocker oder ACE-Hemmer.

Gesünder leben und Bluthochdruck frühzeitig erkennen

Eine gesunde Lebensweise minimiert das Risiko für viele Erkrankungen, auch für Bluthochdruck. Eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und wenig Stress helfen, die Herzgesundheit zu stärken. Manchmal reicht das aber nicht aus. Mittlerweile gibt es viele gut wirkende und verträgliche Medikamente, um den Blutdruck zu senken. Wichtig ist aber, dass Sie ihn frühzeitig erkennen. Gesetzliche Krankenkassen bieten daher für Menschen ab 35 alle drei Jahre ein Gesundheits-Check-up an, bei dem der Arzt auch den Blutdruck überprüft. So sind Sie auf der sicheren Seite!