Ultraschalluntersuchung der Leber

Fettleber: Welche Ursachen die Wohlstandskrankheit hat – und wie sie behandelt wird

Eine Fettleber wird oft nur durch Zufall entdeckt. Dabei gibt es einige Symptome, die auf die Krankheit hinweisen. Wir zeigen, wie Sie eine Fettleber erkennen, was Ursachen sind – und welche Rolle Ihr Lebensstil spielt.

Die Fettleber ist eine häufige Erkrankung. Experten gehen davon aus, dass ein Viertel der Bevölkerung davon betroffen ist – Tendenz steigend. Unter Alkoholikern leiden etwa 90 Prozent an der Krankheit, bei Menschen mit Diabetes oder starkem Übergewicht sind es 85 Prozent.

Bei den meisten entsteht die Fettleber zwischen 40 und 60 Jahren. Allerdings sind auch Kinder davon betroffen: Bei jedem dritten übergewichtigen Kind lässt sich eine Leberverfettung feststellen. Dabei lagern die Leberzellen mehr Fett ein als nötig – normal sind es unter fünf Prozent. Ärzte unterscheiden bei der Fettleber zwischen drei verschiedenen Stadien, abhängig vom Grad der Verfettung:

  • leichtgradige Fettleber: Unter einem Drittel der Leberzellen sind verfettet.
  • mäßige Fettleber: Die Verfettung der Leber liegt zwischen einem und zwei Dritteln.
  • schwere Fettleber: Mehr als zwei Drittel der Leberzellen sind verfettet.

Eine Fettleber ist für Sie zunächst ungefährlich. Das Gute: Stellen Sie Ihre Lebensweise um, beispielsweise mit einer geeigneten Diät, bildet sich die Verfettung oft wieder zurück. Bleibt die Fettleber allerdings über einen längeren Zeitraum unentdeckt und unbehandelt, drohen Komplikationen.

Die Ursachen einer Fettleber

Menschen, die an einer Fettleber leiden, sind nicht zwangsweise übergewichtig. Stattdessen gibt es eine Vielzahl von Ursachen, die zu dieser Erkrankung führen können. Mediziner unterscheiden dabei in zwei Gruppen:

  • alkoholische Fettlebererkrankung (AFLD = alcoholic fatty liver disease)
  • nicht-alkoholinduzierte Fettlebererkrankung (NAFLD = non-alcoholic fatty liver disease)

Bei der alkoholischen Fettlebererkrankung konsumiert der Betroffene viel und regelmäßig Alkohol. Baut die Leber diesen ab, entstehen Fettsäuren, die von der Leber gespeichert werden. Etwa 30 Gramm reiner Alkohol gelten bei Männern als leberschädigend, das entspricht etwa 300 Millilitern Wein. Bei Frauen kann bereits die Hälfte einen negativen Effekt auf die Leber haben.

In den meisten Fällen ist eine Fettleber allerdings nicht durch Alkoholkonsum bedingt. Die häufigsten Ursachen sind sogenannte „Wohlstandskrankheiten“: Übergewicht und Fettleibigkeit führt bei 70 Prozent der Betroffenen zu einer Fettleber, bei Diabetes-Typ-2 sind es 90 Prozent. Jedoch erkranken unter Umständen auch schlanke oder normalgewichtige Menschen. Weitere mögliche Ursachen für eine NAFLD sind:

  • bestimmte Medikamente
  • Unterernährung mit Eiweißmangel
  • entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn
  • Leberkrankheiten, zum Beispiel Morbus Wilson
  • Virusinfektionen
  • genetische Veranlagung
  • bestimmte Operationen an Leber, Bauchspeicheldrüse oder Dünndarm

Fettleber: Anzeichen erkennen

In den meisten Fällen bemerken Sie nicht, dass sich Ihre Leber verfettet. Erst, wenn das Organ nach einiger Zeit anschwillt und an Gewicht zunimmt, treten unter Umständen Symptome auf. Diese sind meist unspezifisch: Sie fühlen sich schlapp, können sich weniger gut konzentrieren und empfinden vielleicht ein Völlegefühl und Appetitlosigkeit. Auch ein Druckgefühl im rechten Oberbauch ist möglich. Schreitet die Erkrankung fort und die Leber entzündet sich, wirken Haut und Augen oft gelblich. Jedoch zeigen Betroffene selbst dann nur in 50 Prozent der Fälle Symptome.

Fettleber: Verlauf und Komplikationen

Eine Fettleber ist in den meisten Fällen harmlos und verursacht keinen Leberschaden. Aber Vorsicht: Bei einem Drittel aller Betroffenen entzündet sich das Organ, es kommt zu einer sogenannten Fettleber-Hepatitis (Steatohepatitis). Dabei kann sich das Lebergewebe erhärten und vernarben – die Folge ist eine lebensbedrohliche Leberzirrhose. Diese führt unter Umständen zu Leberversagen, sodass manchmal eine Transplantation die letzte Option ist. Gleichzeitig erhöht sich für die Betroffenen das Risiko, an Leberkrebs zu erkranken.

Fettleber erkennen und behandeln

Die Diagnose Fettleber kommt oft zufällig, beispielsweise, wenn der Arzt einen Bauchultraschall macht oder bei einer vorsorglichen Blutuntersuchung. Besteht bereits ein Verdacht, kann er die Fettleber meist bereits durch Tasten erkennen. Anschließende Untersuchungen geben endgültige Gewissheit. Dazu gehören:

  • Ultraschall: des Oberbauchs
  • Blutentnahme und Untersuchung der Leberenzyme: Bei einer Fettleber ist oft der Gamma-GT-Wert erhöht, bei einer Leberentzündung die Transaminasen.
  • Biopsie: In einigen Fällen entnimmt der Arzt eine kleine Gewebeprobe. Damit lässt sich auch erkennen, wie geschädigt die Leber bereits ist.

Welche Therapie bei einer Fettleber sinnvoll ist, hängt von der Ursache ab. Ist sie alkoholbedingt, sollten Sie sofort und vollständig auf das Suchtmittel verzichten. Besteht eine Abhängigkeit, unterstützen Hilfsangebote den Entzug.

Sind Krankheiten wie Diabetes oder Morbus Crohn für die Fettleber verantwortlich, therapiert der Arzt diese mit entsprechenden Medikamenten. Leiden Sie unter Übergewicht, setzen Sie auf eine gesunde Ernährung sowie ausreichend Bewegung. Dann haben sie gute Chancen, dass sich die Leber wieder vollständig erholt. Gerade bei einer beginnenden Fettleber genügt es, wenn Sie etwa fünf Prozent Ihres Körpergewichts verlieren.

Fettleber – eine Wohlstandskrankheit

Wohlstandskrankheiten, die Auslöser für eine Fettleber sein können, sind das Ergebnis eines ungesunden Lebensstils. Viele Menschen in westlichen Industrieländern arbeiten viel im Sitzen und betreiben zu wenig oder keinen Sport.

Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle: Vor allem industriell hergestellter Fruchtzucker sorgt dafür, dass sich zu viel Fett in der Leber ansammelt. Der Dickmacher steckt zum Beispiel in Ketchup, süßen Joghurts und zuckerhaltigen Getränken. Ganz auf Kohlenhydrate und Fette verzichten müssen Sie nicht. Denn diese sind wichtige Grundbausteine unserer Ernährung – und als Vollkornprodukte, in Nüssen oder Fisch sogar gesund.