Mann mit Gipsverband auf einem Sofa

Osteoporose: Knochenschwund erkennen und vorbeugen

Bei Osteoporose kommt es oft zu Knochenbrüchen. Betroffene sind vor allem ältere Menschen,
insbesondere Frauen. Erfahren Sie, woran Sie die Krankheit erkennen, welche Risikofaktoren es gibt
– und welche Rolle die Ernährung dabei spielt.

Wenn Sie älter werden, betrifft das auch Ihre Knochen. Ab dem 30. Lebensjahr verlieren Sie jedes
Jahr ungefähr ein Prozent Knochenmasse. Bei manchen Menschen ist der Verlust jedoch größer. Ab
einem bestimmten Wert sprechen Ärzte von einer Osteoporose:
Das Innere der Knochen besteht aus miteinander vernetzten Knochenbälkchen (Trabekel) und
erinnert im Aussehen an einen Schwamm. Die Anzahl der Trabekel, ihre Größe und wie gut sie
untereinander verbunden sind, macht die Stärke der Knochen aus. Bilden sich zu viele Trabekel
zurück, entstehen Hohlräume. Die Folge: Die Knochen geben weniger Halt und Stabilität. Dieser
Knochenschwund bleibt in einigen Fällen unbemerkt. Manchmal weist erst ein Knochenbruch oder
eine gebückte Haltung auf die Erkrankung hin.

Osteoporose: Daran erkennen Sie den Knochenschwund

Zu Beginn einer Osteoporose gibt es oft wenige Anzeichen. Erst nach einiger Zeit entwickeln sich
Symptome, die häufig nicht gleich als solche erkannt werden. Dazu zählen:

  • Schmerzen, vor allem im Rücken
  • eventuell Schwächegefühl im Rücken
  • Knochenbrüche ohne erkennbaren Anlass, bei harmlosen Unfällen oder leichter Belastung

Ist die Osteoporose bereits fortgeschritten, verändert sich häufig Größe und Haltung der
Betroffenen. Es kommt zu Brüchen an den Wirbelkörpern, wodurch sich die Wirbelsäule verkürzt
und nach vorne krümmt. Betroffene nehmen eine gebückte Haltung ein oder es bildet sich ein
Buckel. Manchmal sind die Knochen bereits so brüchig, dass bereits leichtes Heben oder ein
Stolpern zum erneuten Wirbelkörperbruch führt. Je nachdem wie weit die Erkrankung
fortgeschritten ist, kann es auch zu Kurzatmigkeit oder Sodbrennen kommen. Häufig sind
außerdem Brüche an den Rippen, am Becken, den Handgelenken oder der Hüfte.

Ursachen einer Osteoporose

Einige Risikofaktoren für Osteoporose können Sie nicht beeinflussen – andere hängen direkt mit
dem Lebensstil zusammen. Besonders häufig sind Frauen von der Krankheit betroffen. Das liegt
daran, dass während der Wechseljahre der Östrogenspiegel sinkt. Dieser ist wichtig für den Schutz
der Knochen. Im Alter von 50 bis 60 Jahren leiden über 15 Prozent der Frauen an einer
Osteoporose. Bei den über 70-Jährigen sind es bereits mehr als 45 Prozent. Doch auch bei Männern
nimmt das Risiko mit dem Alter zu – sie erkranken aber durchschnittlich zehn Jahre später als
Frauen an Osteoporose. Ein nicht beeinflussbarer Faktor ist zudem die genetische Veranlagung.
Sind Ihr Vater oder Ihre Mutter erkrankt, erhöht sich Ihr eigenes Risiko.
Daneben gibt es allerdings auch Risikofaktoren, auf die Sie Einfluss nehmen können,
beispielsweise:

  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • Vitamin-D- und Kalzium-Mangel
  • Untergewicht

Neben der hier erläuterten primären Osteoporose, gibt es auch die sekundäre Osteoporose. Sie
wird durch andere Erkrankungen ausgelöst. Als Ursache gelten zum Beispiel
Stoffwechselerkrankungen oder Nieren- und Darmkrankheiten.

Osteoporose: Diagnose und Behandlung

Besteht der Verdacht auf eine Osteoporose, führt der Arzt einige Tests durch, um Ihre Mobilität zu
bestimmen. Mit einer Knochendichtemessung ermittelt der Arzt den sogenannten T-Wert, den er
mit dem gesunden Durchschnitt für Ihre Altersgruppe vergleicht. Zudem hilft die Messung, das
Risiko für einen Knochenbruch abzuschätzen. Genau bestimmen kann der Arzt es allerdings nicht:
Dafür spielen zu viele andere Faktoren eine Rolle, beispielsweise der allgemeine
Gesundheitszustand oder die Belastbarkeit der Knochen.
Eventuell sind anschließend weitere Untersuchungen nötig, wie eine Blutuntersuchung. So kann
der Arzt andere Erkrankungen als Ursache für die Osteoporose ausschließen.
Bei der anschließenden Behandlung sind zwei Faktoren besonders wichtig:

  • Gesunde Ernährung: Sie sollte viel Kalzium beinhalten. Eventuell sind
    Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll, zum Beispiel bei pflegebedürftigen Menschen –
    beraten Sie sich aber vorher immer mit Ihrem Arzt.
  • Ausreichend Bewegung: So stärken Sie Ihre Muskeln und fördern den Aufbau von
    Knochenmasse. Außerdem senken Sie Ihre Sturzgefahr, da Sie Ihre Mobilität und den
    Gleichgewichtssinn trainieren. Und: Bei einem Spaziergang an der frischen Luft nehmen Sie
    Vitamin D auf, das ebenfalls wichtig für die Knochen ist.

Zudem können Medikamente sinnvoll sein, die den Knochenschwund aufhalten, gerade wenn ein
hohes Risiko für Knochenbrüche besteht.

Osteoporose vorbeugen

Auch wenn Sie Knochenschwund im Alter nicht gänzlich aufhalten können, helfen einige
Maßnahmen, schwere Brüche und ihre Folgen zu verhindern:

  • Nehmen Sie ausreichend Kalzium zu sich, zum Beispiel über Milchprodukte.
  • Verzichten Sie auf Zigaretten und Alkohol.
  • Tanken Sie genug Sonne und Vitamin D: Im Sommer sind 15 Minuten täglich optimal, im
    Frühling und Herbst bis zu fünfundzwanzig Minuten.
  • Minimieren Sie Ihr Risiko für Stürze: Gerade ältere Menschen erholen sich schwer von
    einem Oberschenkelhalsbruch. Bewegen Sie sich daher so viel wie möglich und entfernen
    Sie mögliche Stolpersteine in Ihrer Wohnung – etwa rutschige Teppiche oder lose,
    herumliegende Kabel.

Diagnostiziert der Arzt bei Ihnen einen Knochenschwund, unterstützt Sie auch die BIG mit einem
kostenlosen und qualitätsgesicherten Versorgungsprogramm. Damit verbessert sich Ihre
Lebensqualität und Ihre Mobilität bleibt erhalten. Zum Programm gehört zum Beispiel ein jährlicher
Sturzprophylaxetest. Durch die sorgfältige Dokumentation Ihrer Behandlung, können Ihre Ärzte
optimal zusammenarbeiten.