Physiotherapie Modellvorhaben | BIG direkt gesund

Physiotherapie Modellvorhaben

    Gemeinsam mit dem Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK e. V.) untersucht die BIG, ob sich Unterschiede in Bezug auf Behandlungserfolg und -kosten ergeben, wenn der Physiotherapeut selbst über die Art des Heilmittels, die Dauer der Anwendung und die Frequenz entscheidet.

    Endspurt bis zum 30.09.2017

    Die Teilnahme am Modellvorhaben ist noch bis zum 30.09.2017 möglich. Es gilt das Ausstellungsdatum der Verordnung. Für Heilmittelverordnungen ab dem 01.10.2017 gelten anschließend wieder die Bedingungen der Regelversorgung.

    Mehr Handlungsspielraum für Physiotherapeuten

    Das Modell sieht vor, dass Sie als Versicherter eine vertragsärztliche Heilmittelverordnung über Maßnahmen der physikalischen Therapie von Ihrem behandelnden Arzt erhalten. In den Modellpraxen kann nun der Physiotherapeut selbst darüber entscheiden, welche Behandlung Sie wie oft und wie lange im Rahmen des Heilmittelkataloges erhalten.

    Bestimmte Erkrankungen im Fokus

    Dieses Modell gilt für Heilmittelverordnungen bei Wirbelsäulenerkrankungen und bei Erkrankungen der unteren Extremitäten und des Beckens. Bei diesen Erkrankungen sind dann auf Ihrer Heilmittelverordnung die Indikationsschlüssel WS1, WS2 oder EX1, EX2 oder EX3 vermerkt.

    Modellregionen und Praxen

    Als Modellregionen wurden Westfalen-Lippe und Berlin ausgewählt. In den Modellregionen wurden 40 Praxen für Physiotherapie nach bestimmten Kriterien wie z. B. besondere Qualifikationen der Physiotherapeuten und Praxisgröße ausgewählt.

    Wissenschaftliche Auswertung

    Ziel ist es, festzustellen, ob sich durch die Entscheidungsfreiheit des Physiotherapeuten die Versorgung mit physiotherapeutischen Maßnahmen für BIG Versicherte verändert und falls ja, inwiefern. Dieses Vorhaben wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Die Ergebnisse werden im Anschluss veröffentlicht.

    Teilnehmen am Modellvorhaben Physiotherapie

    Geeignete Praxis finden

    Möchten Sie an dem Modellvorhaben teilnehmen, suchen Sie eine Modellpraxis mit der geeigneten Heilmittelverordnung auf und ein Studientherapeut erläutert Ihnen den Ablauf. Entscheiden Sie sich für die Teilnahme am Modellvorhaben, werden Sie nach schriftlicher Einwilligung entweder der „Modellgruppe“ oder der „Kontrollgruppe“ zugeordnet.

    Online-Suche nach Modellpraxen

    Therapeut untersucht Sie

    Der Studientherapeut wird dann Ihren Anfangsbefund erheben.

    Behandlung

    Sie erhalten anschließend einen Bezugstherapeuten, der die physiotherapeutische Behandlung durchführen wird.

    Durchführung Abschlussbefund

    Nach Abschluss der Behandlung wird der Studientherapeut den Abschlussbefund mit Ihnen durchführen.

    Wichtiger Beitrag zum Modellvorhaben

    Wir benötigen zu Beginn und Ende der Behandlung ca. 20-30 min mehr von Ihrer Zeit für die Erhebung des Anfangs- und Endbefundes. Dieser Zeitaufwand wird aber nicht Ihre Behandlungszeit berühren. Die BIG und der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten - IFK e. V. bedanken sich bei allen Versicherten, die sich zur Teilnahme am Modellvorhaben entschlossen haben, für Ihr Vertrauen in unsere Arbeit. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Versorgung.

    Wichtige Infos zur Teilnahme

    Tabellen Zoom
    AlterAm Modellvorhaben darf jeder Versicherte der BIG direkt gesund teilnehmen, sofern er das 18. Lebensjahr vollendet hat.
    VerordnungSie benötigen eine aktuelle vertragsärztliche Heilmittelverordnung über Maßnahmen der physikalischen Therapie für eine der folgenden Erkrankungen:
    IndikationenWirbelsäulenerkrankungen (WS) Wichtig ist, dass auf der vertragsärztlichen Verordnung der Indikationsschlüssel WS1 oder WS2 vermerkt ist.
     Verletzungen/Operationen und Erkrankungen der unteren Extremitäten und des Beckens (EX) Auf der vertragsärztlichen Verordnung ist der Indikationsschlüssel EX1, EX2 oder EX3 vermerkt.
    AuswahlSie wählen eine unserer Modellpraxen aus und vereinbaren mit dem Studientherapeuten einen Termin.
    AufklärungSie werden in der Modellpraxis vom Studientherapeut über den Ablauf des Modellvorhabens aufgeklärt.
    EinwilligungFür die Teilnahme am Modellvorhaben benötigt die Modellpraxis Ihr schriftliches Einverständnis.
    ZuzahlungDie gesetzlichen Regelungen zur Zuzahlung gelten auch bei der Teilnahme am Modellvorhaben. Das heißt es entstehen wie üblich die Kosten von 10,00 EUR pro Verordnung, zuzüglich 10% der insgesamt entstehenden Kosten für erbrachte Heilmittel gemäß § 61 Abs. 3 SGB V. Diese Kosten entstehen nicht, wenn Sie nach § 62 SGB V von der Zuzahlung befreit sind.
    ZeitaufwandFür die Erhebung des Anfangs- und Endbefundes in der Modellpraxis benötigt der durchführende Studientherapeut ca. 20 – 30 min. mehr Zeit als üblich. Diese Zeit geht jedoch nicht von Ihrer Behandlungszeit ab.
    NutzenSie erhalten einen speziellen Anfangs- und Endbefundund ein zusätzliches Feedback Ihres Studientherapeuten darüber, welche Veränderungen die physiotherapeutische Behandlung in Bezug auf Ihre Aktivitäten im Alltag gebracht hat. Die BIG freut sich über jeden Versicherten, der an diesem Modellvorhaben teilnehmen möchte und uns bei der Weiterentwicklung der Versorgung unterstützt.

    Fragen zum Thema

    Wann startet das Modellvorhaben der BIG?

    Ab 01.06.2011 können Versicherte der BIG direkt gesund am Physiotherapie Modellvorhaben teilnehmen. Hierfür können Sie eine Modellpraxis in den Regionen Westfalen/Lippe und Berlin auswählen. Das Modellvorhaben endet spätestens im Jahr 2017.

    Mit welcher Diagnose kann ich mich bei einer Modellpraxis behandeln lassen?

    Für die Teilnahme am Modellvorhaben kommt es nicht auf die Diagnose, sondern auf den sogenannten Indikationsschlüssel an. Wenn dort WS1 oder WS2 oder EX1 oder EX2 oder EX3 vermerkt ist, dann gehören Sie zu den Versicherten, für die das Modellvorhaben ins Leben gerufen wurde. Die Indikationsschlüssel WS1 oder WS2 stehen dabei für Erkrankungen der Wirbelsäule und die Indikationsschlüssel EX1, EX2 oder EX3 stehen Verletzungen / Operationen und Erkrankungen der unteren Extremitäten und des Beckens.

    Kann ich auch mit einer anderen Indikation als Erkrankungen der Wirbelsäule oder der Extremitäten und des Beckens eine der Modellpraxen aufsuchen?

    Ja, Sie können natürlich auch mit anderen Erkrankungen für die eine vertragsärztliche Heilmittelverordnung über Maßnahmen der physikalischen Therapie ausgestellt wurde, eine der Modellpraxen aufsuchen. Eine Teilnahme am Modellvorhaben ist jedoch nur für Erkrankungen der Wirbelsäule oder Verletzungen/Operationen und Erkrankungen der Extremitäten und des Beckens möglich. Auf der Heilmittelverordnung sind diese mit dem Indikationsschlüssel WS1, WS2 oder EX1, EX2 oder EX3 versehen.

    Werde ich darüber informiert, in welcher Gruppe ich bin?

    Nein, das ist nicht vorgesehen. Da das Modellvorhaben so neutral wie möglich durchgeführt werden soll und wir sie mit der bisher üblichen Behandlungsform vergleichen möchten, ist es wichtig, dass keine ergebnisbeeinflussenden Informationen gegeben werden. Zu den ergebnisbeeinflussenden Informationen gehört auch das Wissen darüber, in welcher Gruppe man als Teilnehmer des Modellvorhabens ist. Ihnen entsteht kein Nachteil, da Sie die regulären physiotherapeutischen Leistungen in jedem Fall erhalten.

    Welche Vorteile hat eine Teilnahme am Modellvorhaben für mich?

    Sie erhalten einen speziellen Anfangs- und Endbefund und ein zusätzliches Feedback Ihres Studientherapeuten darüber, welche Veränderungen die physiotherapeutische Behandlung in Bezug auf Ihre Muskelfunktion und -kraft gebracht hat. Als Versicherter der BIG tragen Sie aktiv dazu bei, dass dieses Modellvorhaben evaluiert werden kann.

    Welche Kosten entstehen mir durch die Teilnahme am Modellvorhaben?

    Die gesetzlichen Regelungen zur Zuzahlung gelten auch bei der Teilnahme am Modellvorhaben. Das heißt, es entstehen Kosten von 10,00 Euro pro Verordnung, zuzüglich 10% der insgesamt entstehenden Kosten für erbrachte Heilmittel gemäß § 61 Abs 3 SGB V. Diese Kosten entstehen nicht, wenn Sie nach § 62 SGB V von der Zuzahlung befreit sind.

    Welche Daten werden erhoben?

    Das Modellvorhaben unterliegt den Datenschutzbestimmungen. Der Studientherapeut nimmt Daten wie z. B. Alter, Geschlecht auf, ob und wie lange Sie arbeitsunfähig sind. Überdies werden Daten über Ihren körperlichen Zustand erhoben, wie z. B. der Bewegungsumfang, die Bewegungseinschränkung der betroffenen Extremität, ob und falls ja, wie stark Ihre Schmerzen sind. Hierfür gibt es standardisierte Tests, die mit Ihnen durchgeführt werden, um einen Vorher- Nachher-Vergleich über Ihren körperlichen Zustand zu erhalten.

    Warum muss ich eine Einwilligung in das Modellvorhaben unterschreiben?

    Mit Ihrer schriftlichen Einwilligung erklären Sie sich bereit, freiwillig am Modellvorhaben teilzunehmen. Sie erklären sich auch bereit, dass die mit Ihnen erhobenen Daten zur wissenschaftlichen Auswertung verwendet werden dürfen. So eine Teilnahme kann jederzeit ohne Angaben von Gründen widerrufen werden. In diesem Fall wird dokumentiert, dass Sie nicht mehr teilnehmen möchten.

    Zum Seitenanfang