Wie funktionieren die Mandeln?

Die Mandeln (Tonsillen) gehören zum Abwehrsystem des Körpers. Durch ihre Lage an Rachen und Gaumen können sie Krankheitserreger aufhalten, die über Mund oder Nase eindringen. Zudem enthalten sie viele weiße Blutkörperchen, die dafür sorgen, dass Krankheitserreger abgetötet werden.

 

Grafik: links Querschnitt Kopf seitlich, rechts Blick in den Mund mit allen vier Mandelnlinks: Querschnitt Kopf seitlich, rechts: Blick in den Mund mit allen vier Mandeln

Es gibt insgesamt vier Mandeln:

  • zwei Gaumenmandeln (Tonsilla palatina)
  • eine Rachenmandel (Tonsilla pharyngealis)
  • eine Zungenmandel (Tonsilla lingualis)

Die beiden Gaumenmandeln liegen rechts und links in der Schleimhautfalte der Gaumenbögen und sind die einzigen, die bei geöffnetem Mund ohne Hilfsmittel sichtbar sind. Die Rachenmandel liegt am Gaumendach und ist nur bei einer Nasenspiegelung sichtbar. Die Zungenmandel befindet sich weit hinten am Zungengrund an der hinteren Fläche der Zunge.

Zusammen werden die vier Mandeln auch als Rachenring bezeichnet, weil sie die Ausgänge des Mund- und Nasenraums in den Rachen ringförmig umgeben. So können sie Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien abfangen, die über den Mund oder die Nase in den Körper gelangen können. Zusätzlich zum Rachenring befinden sich hinten an der seitlichen Rachenwand weitere Abwehrzellen. Diese Zellen werden auch „Seitenstrang“ genannt und können nach der Entfernung der Rachenmandel deren Aufgabe übernehmen.

Die Gaumenmandeln können sich entzünden. Dann sind sie geschwollen, stark gerötet und oft mit gelblichem Belag überzogen. Die häufigsten Beschwerden sind Halsschmerzen und Fieber.

Besonders bei Kindern können sich die Gaumen- und Rachenmandeln stark vergrößern. Dies kann die Atmung behindern und Schlafstörungen verursachen. Wegen solcher Beschwerden werden die Mandeln manchmal operiert.

Menche N (Ed). Biologie Anatomie Physiologie. München: Urban und Fischer; 2016.

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Schmidt R, Lang F, Heckmann M. Physiologie des Menschen: mit Pathophysiologie. Berlin: Springer; 2017.

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