Reiseimpfung gegen FSME

    Zecke auf einem Blatt

    Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) ist eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, die durch Viren hervorgerufen wird. Die Viren kommen in vielen Ländern Europas vor und werden meist von Zecken übertragen.

    Wo ist FSME verbreitet?

    FSME wird meist von Zecken übertragen. Grundsätzlich gilt Ansteckungsgefahr also überall dort, wo Zecken zu finden sind. Risikogebiete sind in Österreich, der Schweiz, aber auch in Süddeutschland zu finden. Vor allem Bayern, Baden-Württemberg und Süd-Hessen gelten als Heimat der kleinen Biester. Kleine Nagetiere, wie z. B. Mäuse, sind oft von Zecken befallen und verbreiten das Virus so auf natürliche Weise weiter.

    Wie funktioniert die Ansteckung mit FSME?

    Nach einem Wanderausflug durch ein Waldgebiet kann es schon mal sein, dass Sie von einer kleinen Zecke gestochen werden. Oft hat der Stich keine weiteren Auswirkungen, aber in manchen Fällen kommt es zu einer Entzündung oder Borreliose. Menschen können den Virus untereinander jedoch nicht weitergeben. Selbst wenn der Virus durch eine Zecke übertragen wird, kommt es nur bei etwa einem Drittel dieser Fälle zu einer FSME-Endzündung. Die Zahl der Erkrankungen variiert von Jahr zu Jahr sehr stark. Die meisten Fälle tauchen jedoch im Frühjahr oder Sommer auf.

     

    Symptome und Krankheitsverlauf von FSME

    Obwohl Frühsommer Meningoenzephalitis in Deutschlandnicht besonders häufig vorkommt, sollte das mögliche Ausmaß dieser Krankheit nicht unterschätzt werden. Eine Entzündung mit FSME darf nicht mit einer Borreliose verwechselt werden. Borreliose wird ebenfalls von Zeckenübertragen. Hierbei ist aber nicht der FSME-Virus verantwortlich, sondern Bakterien, die 30 Prozent der Zecken in Deutschland in sich tragen. Borreliose kommt demnach viel häufiger vor als FSME.

    Wurden FSME-Viren übertragen, arbeiten sich diese langsam zum Gehirn des Betroffenen vor. Nach etwa zwei Wochen kommt es dann zu den ersten Symptomen.

    Zunächst leiden Erkrankte an Fieber und Kopfschmerzen und fühlen sich schwach. Oft wird dieses erste Stadium als Erkältung oder Grippe abgetan. Nach etwa einer Woche legen sich die Krankheitszeichen wieder.

    Bei manchen Patienten kann es nach einigen Tagen zu einem erneuten Fieberschub kommen. Bei etwa der Hälfte aller Erkrankten entwickelt sich anschließend eine Hirnhautentzündung. Die Entzündung kann sich weiter im Körper ausbreiten und das Gehirn oder auch das Rückenmark angreifen.

    Je nach entstandener Entzündung treten andere Symptome auf:

    Meningitis (Hirnhautentzündung)

    • Fieber
    • Müdigkeit
    • Kopfschmerzen
    • Nackenstarre
    • hohe Lichtempfindlichkeit

    Meningoenzephalitis (Hirnhaut- und Gehirnentzündung)

    (Zusätzlich zu den oben stehenden Symptomen)

    • Bewusstseinsstörung
    • Lähmung in Armen und Beinen
    • eingeschränkte Bewegungskoordination
    • Krampfanfälle

    Meningoenzephalomyelitits (Hirnhaut-, Gehirn- und Rückenmarkentzündung)

    (Zusätzlich zu den oben stehenden Symptomen)

    • Schluck- und Sprechstörungen
    • Gesichtslähmung
    • Atemlähmung

    Gegen FSME-Viren gibt es bisher kein wirksames Mittel. Die Krankheit wird mit beruhigenden, krampflösenden und schmerzlindernden Medikamenten behandelt.

    Eine virale Infektion mit Frühsommer Meningoenzephalitis kann zu weiteren langfristigen Folgeschäden führen. Zwar heilt die Krankheit in den meisten Fällen ohne Folgen aus, kann aber auch Monate später noch für Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und Lähmungen verantwortlich sein. Nach einem besonders schweren Krankheitsverlauf ist es möglich, dass ein Patient ein Leben lang mit diesen Beschwerden zu kämpfen hat. Meist ist dies bei älteren Menschen der Fall. Bei Kindern kommt es nach einer FSME-Infektion nur äußert selten zu bleibenden Schäden und Spätfolgen.

    Einmal gestochen, doppelt Pech gehabt

    Da Borreliose und FSME jeweils von Zecken übertragen werden, besteht eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass beide Krankheiten zugleich auftreten. Eine solche Erkrankung verläuft deutlich schwerer als eine einfache FSME-Infektion und geht oft mit bleibenden neurologischen Schäden einher.

    So schützen Sie sich vor FSME

    Wer das Freie liebt und sich gerne mal in Wald und Wiese bewegt, der läuft große Gefahr, von einer Zecke gestochen zu werden. Aber es gibt einige Methoden, um sich effektiv vor ihnen zu schützen:

    • Zeckenabweisende Mittel auftragen. Oft gibt es diese als Sprays, die auch vor weiteren Insekten schützen.
    • Geschlossene Schuhe und lange Kleidung tragen.
    • Nach dem Ausflug im Grünen den Körper auf Zecken/Stiche untersuchen.

    Impfung gegen FSME

    Um sich wirklich sicher und verlässlich vor einer FSME-bedingten Hirnhautentzündung zu schützen, hilft nur eine Impfung gegen die lästigen Viren. Da es bisher keine Medikamente oder Antibiotika gegen eine Infektion mit FSME-Viren gibt, wird die Impfung als Vorsichtsmaßnahme nach einem Zeckenstich verabreicht.

    Beim Impfstoff handelt es sich um abgetötete FSME-Viren. Die Immunisierung besteht aus drei Impfdosen und erfordert nach drei bis fünf Jahren eine Auffrischung. Wie bei anderen Impfungen auch, kann eine Hautirritation in Form von Rötung, Schwellung oder leichtem Juckreiz entstehen. 

    Wichtig: Eine Impfung gegen Frühsommer Meningoenzephalitis schützt nur vor der Infektion und senkt das Risiko einer Hirnhautentzündung. Die Impfung schützt jedoch nicht vor dem Zeckenstich selbst, Sie können also immer noch gestochen werden und z. B. an einer Borreliose erkranke

    Kostenerstattung bei der BIG

    Wird die FSME-Impfung ausdrücklich für Ihr geplantes Reiseziel empfohlen, übernimmt die BIG die Kosten. Bei der Kostenerstattung der Reiseimpfung berücksichtigen wir die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission ( STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) und die des Auswärtigen Amtes.

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