Malariaprophylaxe für Ihre Auslandsreisem

    Malaria ist wohl eine der bekanntesten Tropenkrankheiten überhaupt. Weltweit kommt Malaria in über 100 Ländern vor und fordert immer wieder Leben. Es handelt sich bei Malaria um starke Fieberschübe, die umgehend behandelt werden müssen. 

    Wo ist Malaria verbreitet?

    Malaria kommt in fast allen tropischen und subtropischen Gebieten der Welt vor. Die einzige Ausnahme bildet hier Australien. Die Risikogebiete unterscheiden sich jeweils in der Art des Erregers und in der Zahl der Neuerkrankungen. Je höher diese Zahl ist, umso höher ist das Infektionsrisiko. Außerdem variiert das Ansteckungsrisiko je nach Jahreszeit oder Höhenlage, in der man sich befindet. Europa, Nordamerika und Australien sind von Malaria nicht betroffen.

    Im Jahr 2017 wurde ein Anstieg der weltweiten Malaria-Fälle verzeichnet: Ganze 219 Millionen Menschen haben sich mit Malaria angesteckt, 435.000 von ihnen haben die Krankheit nicht überlebt (Quelle: https://www.who.int/malaria/en/). Länder wie z. B. Mexico, Brasilien, Ecuador oder Venezuela haben einen Anstieg der Neuerkrankungen gemeldet. Am schwersten betroffen von Malaria ist und bleibt jedoch Afrika. Hier ist die gefährlichste Form – Malaria tropica – beheimatet. Neben Malaria tropica gibt es noch weitere Formen, wie z. B. Malaria tertiana oder Malaria quartana.

    Wie funktioniert die Ansteckung mit Malaria?

    Malaria wird durch einzellige Parasiten ausgelöst, den sogenannten Plasmodien. Es gibt hunderte Arten diese Parasiten. Fünf dieser Arten können Malaria beim Menschen auslösen. Die häufigste und gefährlichste Art nennt sich Plasmodium falciparum, sie löst Malaria tropica aus.

    Die Parasiten werden meistens über einen Mückenstich auf den Menschen übertragen. Die Malaria-Mücke, im Fachjargon auch Anopheles-Mücke genannt, ist ausschließlich in der Nacht und bei Dämmerung aktiv. Ist jemand an Malaria erkrankt und wird während der Krankheit von einer Mücke gestochen, die nicht von den Parasiten befallen ist, kann diese die Parasiten in sich aufnehmen und anschließend weitere Menschen anstecken, wodurch sich die Krankheit immer weiter ausbreitet. Malaria kann in der Regel nicht von anderen Säugetieren auf den Menschen übertragen werden. Allerdings können infizierte Nadeln oder Bluttransfusionen die Parasiten weitergeben.

    Was passiert mit den Parasiten im Körper?

    Werden mit einem Mückenstich die Parasiten ins Blut abgegeben, wandern sie über die Blutbahnen in die Leber und nisten sich in den Leberzellen ein. Dort entwickeln sie sich weiter und wachsen, bis sie schließlich aufplatzen und tausende kleine Zellen freisetzten, die die roten Blutkörperchen befallen. In den Blutkörperchen wachsen diese Zellen ebenfalls weiter, bis sie platzen und erneut kleinere Teilchen frei lassen. Auf diese Weise breiten sich die Parasiten immer weiter aus.

    Symptome und Krankheitsverlauf bei Malaria

    Durch das Aufplatzen der Zellen werden wiederkehrende Fieberschübe verursacht. Bis es zu diesen Fieberschüben kommt, vergehen, je nach Parasitenart, sieben bis 40 Tage. Neben Fieber treten oft auch Kopf- und Gliederschmerzen auf. Erbrechen und Durchfall können weitere Anzeichen für Malaria sein. Oft nehmen Patienten an, es handle sich um einen einfachen grippalen Infekt. Die Symptome unterscheiden sich je nach Malariatyp. Es ist ebenfalls möglich sich mit mehreren Arten der Plasmodien gleichzeitig zu infizieren.

    Komplikationen bei Malaria tropica

    Malaria tropica ist die schwerste und häufigste Form von Malaria. Nach spätestens zwei Wochen kommt es zu starken Fieberschüben oder sogar anhaltendem Fieber. Dass Malaria tropica besonders gefährlich ist, liegt daran, dass die Plasmodien jegliche roten Blutkörperchen (Erythrozyten) befallen, sowohl alte als auch junge. Diese massive Zerstörung der Erythrozyten kann zu einer Blutarmut führen, was den Organismus weiter schwächt.

    Die Folgen:

    Die zerstörten Blutkörperchen werden über die Milz abgebaut. Durch die hohe Belastung vergrößert sich die Milz und es kann zu einem Milzriss kommen, der starke Blutungen verursacht. Neben der Milz können auch noch weitere wichtige Organe angegriffen werden. Eine Vergrößerung der Leber kann z. B. eine Gelbsucht hervorrufen, es kann zu Nierenversagen oder auch zu einer Wasseransammlung in der Lunge kommen.

    In besonders schweren Fällen greift die Krankheit das zentrale Nervensystem an. Die Folge sind Bewusstseinsstörungen, Lähmungen, Krampfanfälle, bis hin zum Koma oder im schlimmsten Fall der Tod des Erkrankten.

    Wie wird Malaria diagnostiziert?

    Bei Fieber nimmt man natürlich nicht gleich an, man habe sich mit Malaria angesteckt. Werden Sie von plötzlichem Fieber überrascht und sie haben sich vor einigen Wochen in einem Risikogebiet aufgehalten, sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen.

    Es gibt drei verschiedene Diagnoseverfahren, um Malaria festzustellen:

    1. Blutuntersuchung: Hier wird das Blut auf Malaria-Erreger untersucht.
    2. Nachweis von Plasmodien-Erbgut: Hier versucht man, im Blut die DNA von Plasmodien nachzuweisen. Auf diese Weise kann auch die Erregerart bestimmt werden.
    3. Malaria-Schnelltest: Beim Schnelltest werden spezielle Eiweiße im Blut nachgewiesen, die als ein Indiz für Plasmodien dienen. Nachteil dieses Schnelltests ist, dass er oft zu fehlerhaften Ergebnissen führt. Ist die Zahl der Plasmodien zu gering, fällt der Test zum Beispiel negativ aus, obwohl der Patient unter Malaria leidet. Der Schnelltest wird in der Regel nur verwendet, wenn eine genauere Blutuntersuchung nicht schnell genug durchgeführt werden kann.

    Malaria, was nun? - Die Malariaprophylaxe

    Gegen Malaria ist derzeit noch keine wirksame Impfung in Aussicht. Um sich vor einer Reise gegen eine Ansteckung mit Malaria zu schützen, bedarf es einer Malariaprophylaxe.

    Malariaprophylaxe mit Medikamenten (Chemoprophylaxe)

    Wenn man von Malariaprophylaxe spricht, meint man meistens die Behandlung mit Medikamenten. Die Prophylaxe soll den Ausbruch von Malaria verhindern oder die Symptome nach dem Krankheitsausbruch bekämpfen.

    In der Regel gilt:

    • Bei der Reise in Länder mit hohem Ansteckungsrisiko sollten die Medikamente vor Reiseantritt eingenommen werden.
    • Bei der Reise in Länder mit niedrigem Ansteckungsrisiko reicht es aus, wenn entsprechende Medikamente für den Notfall im Reisegepäck mitgeführt werden.

    Die Medikamente stören den Stoffwechsel der Erreger oder behindern die Vermehrung der Plasmodien. Werden die Medikamente bereits vor der Ansteckung eingenommen, wird dadurch der Krankheitsausbruch verhindert.

    So vermeiden Sie Malaria auch ohne Impfung (Expositionsprophylaxe):

    Trotz der Einnahme von entsprechender Medikamenten, kann es zu einem Krankheitsausbruch kommen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie weitere Maßnahmen zur Vorbeugung ergreifen. Eine Malariaprophylaxe beginnt bereits beim Verhindern des Mückenstiches selbst.  Hier ist vor allem ein wirksamer Mückenschutz, z. B. in Form eines Insektensprays, wichtig.

    Folgende Ratschläge sollten Sie bei einer Reise in ein Risiko-Gebiet beachten:

    • Versuchen Sie, sich bei Dämmerung und in der Nacht in Räumen mit Fliegennetzen an Türen und Fenstern aufzuhalten.
    • Schlafen sollten Sie zusätzlich nur unter einem Moskitonetz. Moskitonetze können zudem mit einem Insektenschutzmittel behandelt werden.
    • Wenn Sie sich draußen aufhalten, tragen Sie Kleidung, die Arme und Beine bedeckt.

    Achtung Malaria-Placebos:

    Arzneimittel zur Malariaprophylaxe sollten Sie unbedingt in Deutschland kaufen. Zum einen tragen viele Krankenkassen die Kosten für Malaria-Medikamente, die Sie im Inland gekauft haben, und zum anderen sind in Malariarisikogebieten gefälschte Mittel ohne jegliche Wirkung erhältlich.

    Kostenerstattung bei der BIG

    Wird die Malariaprophylaxe für Ihr Reiseland empfohlen, übernimmt die BIG die Kosten für die Medikamente bei Auslandsreisen bis zu sechs Wochen. Wir berücksichtigen bei der Kostenerstattung die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission ( STIKO) am Robert Koch-Institut und die des Auswärtigen Amtes.

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