Meningokokken

    Eine Meningokokken-Infektion ist eine schwere, durch das Bakterium Neisseria meningitidis (=Meningokokken) verursachte, Erkrankung, die innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann.

    Symptome und Krankheitsverlauf

    Nach Ansteckung verursachen die Bakterien meist eine eitrige Hirnhautentzündung; seltener kommt es zu einer Blutvergiftung. Diese beiden Verlaufsformen der Meningokokken-Erkrankung können einzeln oder zusammen auftreten. Der Krankheitsbeginn ist meistens sehr plötzlich und schnell fortschreitend.

    Hirnhautentzündung: Fieber, Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit und eine getrübte Bewusstseinslage, wie zum Beispiel eine starke Schläfrigkeit oder Benommenheit, sind gängige Beschwerden einer Hirnhautentzündung. Ein typisches Zeichen ist die schmerzhafte Nackensteifigkeit, oft kombiniert mit morgendlichem Erbrechen oder Zeichen eines Kreislaufversagens sowie Krampfanfälle. Das Krankheitsgefühl ist sehr ausgeprägt. In schweren Fällen zeigen sich durch Störungen der Blutgerinnung punktförmige oder flächige Einblutungen auf der Haut und den Schleimhäuten. Im Anschluss kann es zu Krampfanfällen oder Taubheit und bei Kindern gegebenenfalls auch zu Entwicklungsstörungen kommen. Etwa 1% der Erkrankten sterben.

    Blutvergiftung: Bei einer Meningokokken-Blutvergiftung werden die Bakterien in den gesamten Körper ausgeschwemmt. Dadurch wird die Blutgerinnung gestört. In der Folge entstehen flächenhafte Einblutungen der Haut. Als Komplikation können unter Umständen einzelne Körperregionen absterben, was eine Amputation nötig machen könnte. Bei der Blutvergiftung stirbt etwa jeder zehnte Erkrankte, bei einem schweren Verlauf sogar fast jeder dritte.

    Bei Säuglingen und Kleinkindern können die Beschwerden einer Meningokokken-Erkrankung weniger deutlich sein. Neben Fieber, Erbrechen, Krämpfen, Reizbarkeit oder Schläfrigkeit kann sich eine vorgewölbte oder harte Fontanelle - das ist die Spalte zwischen den Schädelplatten von Säuglingen - zeigen. Die Nackensteifigkeit kann dagegen fehlen. Erste Beschwerden zeigen sich in der Regel drei bis vier Tage nach Ansteckung.

    Wo kann ich mich anstecken?

    Meningokokken kommen weltweit vor. Die Ansteckungsgefahr ist bei schlechten hygienischen Bedingungen, geschwächtem Immunstatus oder in engen Wohnverhältnissen besonders hoch.

    Wie stecke ich mich mit Meningokokken an?

    Am häufigsten werden Meningokokken als Tröpfcheninfektion übertragen. Die Bakterien befinden sich im Nasen-Rachenraum des Menschen. Sie gelangen beim Sprechen, Husten oder Niesen in kleinsten Speichel-Tröpfchen in die Luft und können eingeatmet werden. Die Erreger können auch bei engem Kontakt mit Erkrankten übertragen werden.

    Wie läuft die Impfung ab?

    Es gibt verschiedene Meningokokken-Serogruppen. Gegen einige dieser Serogruppen stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung. Je nach dem, gegen welche Serogruppe der Impfstoff gerichtet ist, kann eine einmalige Impfung ausreichend sein. Teilweise sind zum Aufbau eines vollständigen Impfschutzes drei Impfungen notwendig.

    Hat die Impfung Nebenwirkungen?

    Häufig kommt es vorübergehend zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, die auch schmerzen oder sich verhärten kann. Ebenso können in den ersten Tagen nach einer Impfung Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten.

    Wie funktioniert die Kostenerstattung für die Impfung?

    Wenn für Ihr Reiseland eine Impfung vom Auswärtigen Amt empfohlen wird, übernimmt die BIG die Kosten. Sie zahlen die Rechnung für die Reiseimpfungen zunächst selbst und wir erstatten Ihnen den Betrag, sobald Sie uns eine Kopie der Rechnung mit Angabe ihres Reiseziels eingereicht haben.

    Zum Seitenanfang