Knochenmarkspende

    Leukämie Erkrankte sind häufig auf die Knochenmarkspende Fremder angewiesen. Mit Glück lässt sich jemand finden, dessen Gewebemerkmale übereinstimmen. Die Chance einer lebensrettenden Transplantation steigt demnach mit der Anzahl der potenziellen Spender.

    Was ist das Ziel einer Knochenmarkspende?

    Im Knochenmark befinden sich Blutstammzellen, die bei einer Spende entnommen werden. Aus diesen Zellen entwickeln sich verschiedene Blutkörperchen, die für uns überlebensnotwendig sind. Die Blutzellen haben allerdings nur eine begrenzte Lebensdauer und werden daher laufend neu gebildet. Bei Leukämie-Patienten ist dieser Vorgang gestört. Ihre Stammzellen sind überwiegend nicht funktionsfähig. Eine Transplantation gesunder Zellen ist häufig ihre letzte Chance. Der Spender muss allerdings kompatible Gewebemerkmale besitzen.

    Spender werden

    Solange keine schwerwiegenden Krankheiten vorliegen, kann jeder zwischen 18 und 60 Jahren Knochenmark spenden. Grundsätzlich werden jedoch Personen über 55 Jahren nicht mehr neu in die Kartei aufgenommen. Hat man sich einmal registriert, steht man für Patienten auf der ganzen Welt als Spender zur Verfügung. Um sich als Spender zu registrieren, sollten Sie entweder Kontakt zu einer der Spenderdateien in Deutschland aufnehmen, die Ihnen die nötigen Formulare zusendet, oder an einer Typisierungsaktion in Ihrer Nähe teilnehmen. Um die Merkmale Ihres Knochenmarks zu bestimmen werden entweder Blutproben oder Abstriche der Wangenschleimhaut genommen.

    Was passiert bei einer Spende?

    Stammzellen können durch zwei Verfahrensweisen entnommen werden:

    • Entnahme aus dem peripheren Blut: Bei dieser am häufigsten angewendeten Methode werden die Stammzellen aus dem Venenblut des Spenders entnommen. Um die Menge der Stammzellen zu erhöhen nimmt der Patient während einer viertägigen Vorbehandlung ein wachstumsförderlichs Medikament (Botenstoff G-CSF) zu sich. Schließlich wird dem Körper das Blut in einem ständigen Kreislauf entnommen, die Stammzellen herausgefiltert und wieder zugeführt. Meist dauert die Behandlung ca. 4 -5 Stunden und wird ambulant durchgeführt.
    • Entnahme durch Punktion des Beckens: Bei dieser Vorgehensweise wird eine größere Menge Blut aus dem Beckenkamm entnommen. Der Spender liegt dabei in einer Vollnarkose. Die Entnahme dauert ca. eine Stunde und wird stationär durchgeführt. Dieses Verfahren ist aufwendiger und wird daher seltener durchgeführt.

    Risiken einer Spende

    Bei der Entnahme von Stammzellen aus dem peripheren Blut können durch das Medikament in der Vorbehandlung (Botenstoff G-CSF) Symptome wie Knochen-, Muskel-, oder Kopfschmerzen auftreten, die jedoch nach der Behandlung direkt wieder abklingen und mit üblichen Schmerzmitteln behandelt werden können. Langzeitbeeinträchtigungen sind nicht bekannt. Die Entnahme durch Punktion des Beckens ist ein operativer Eingriff und bringt so die üblichen Risiken einer Vollnarkose mit sich. Bei jungen Spendern gibt es allerding selten Komplikationen.

    Nicht verwechseln - Knochenmark ist kein Rückenmark!

    Knochenmark ist blutbildendes Gewebe. Rückenmark ist Teil des Nervensystems und lässt sich im Gegensatz zu Knochenmark nicht transplantieren.

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