Konzentration: Das "Goldfisch-Phänomen"

    Warum der digitale Lifestyle zu Konzentrationsschwächen führt – und was wir dagegen tun können. Dass Goldfische eine ziemlich mickrige Aufmerksamkeitsspanne haben, ist bekannt. Eine Studie von Microsoft behauptet nun, dass die goldigen Konzentrationsschwächlinge uns Menschen in Sachen Aufmerksamkeit überlegen sind. Den Grund dafür haben die Microsoft-Forscher in der ständigen Reizüberflutung ausgemacht, die im Zeitalter von Smartphones und Tablets auf uns einprasselt.

    Ablenkung rund um die Uhr

    Der digitale Lebensstil, so die Studie, wirke sich auf unsere Gehirnaktivität und damit unsere Konzentrationsspanne aus. Wer den ganz normalen Alltag im 21. Jahrhundert betrachtet, kommt zu der Überzeugung, dass da etwas dran sein könnte. Um uns herum summt es, klingelt es und piept es, weil E-Mails, Facebook, Messenger und Telefon unaufhörlich um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Wer da konzentriert bleibt, hat entweder ein dickes Fell – oder die richtige Strategie.

    Konzentrationsschwierigkeiten immer häufiger

    Klar: Digitale Kommunikations- und Hilfsmittel sind heute nicht mehr wegzudenken. Das wäre auch kontraproduktiv – denn gerade in Form von Fitness-Apps, Wearables und Co. sind die digitalen Helfer nützlich für unsere Gesundheit. Tatsache ist aber auch, dass moderne Technik keinesfalls unschuldig an der massiven Reizüberflutung ist, der wir täglich ausgesetzt sind. Multitasking als erfolgreiche Arbeitsmethode? Immer mehr Forscher glauben, dass das Gegenteil der Fall ist: Denn drei Dinge auf einmal zu tun, steigert nicht die Effizienz, sondern schadet der Konzentration. Und wer sich nicht konzentrieren kann, macht meist bei kurzen Ablenkungen häufiger Fehler und benötigt mehr Zeit für seine Aufgaben.

    Digitales Dauerfeuer bereitet nicht nur im Job Probleme

    Doch nicht nur im Berufsalltag, auch im Privatleben werden Konzentrationsschwächen deutlich. Der Informatik-Professor Alexander Markowetz etwa hat ermittelt, dass der durchschnittliche Nutzer pro Tag alle 18 Minuten seine jeweilige Tätigkeit unterbricht, um einen Blick aufs Smartphone zu werfen. Das führt dazu, so Markowetz, dass wir unser Konzentrationsvermögen fragmentieren. Gerade für Kinder und Jugendliche ist das problematisch: Viele scheinen immer größere Probleme damit zu haben, einfach mal ein Buch zu lesen oder eine normale Unterhaltung zu führen und zeigen bereits deutliche Anzeichen von Konzentrationsschwächen.

    Konzentration steigern: Abschalten – aber richtig!

    Was also tun, um konzentrierter und mehr bei der Sache zu sein? Experten empfehlen vor allem, sich in Selbstdisziplin zu üben. Hilfreich kann zum Beispiel sein, Ablenkungen bewusst „auszuschalten“ – und zwar nicht nur im klassischen Sinne durch Stummschalten von E-Mail, Telefon, Skype & Co., sondern beispielsweise auch durch Aufräumen des Schreibtischs. To-Do-Listen sind ebenfalls ein probates Mittel, um Ballast im Kopf loszuwerden. Ein weiterer wichtiger Aspekt: die richtige Ernährung und viel Ruhe. Genug Schlaf, ein gutes Frühstück, überwiegend leichte Kost (z.B. Obst und Gemüse) und ausreichend Trinken (mindestens 2 Liter pro Tag) – all das hilft der Aufmerksamkeitsfähigkeit zuverlässig auf die Sprünge. Das Gleiche gilt auch für konzentrationsfördernden Sport, beispielsweise Yoga oder Tai-Chi. Wer zwischendurch etwas für seine Fokussierung tun möchte, dem seien einfache Atem- und Entspannungsübungen ans Herz gelegt. Zur Unterstützung gibt es dafür – so paradox es auch klingen mag – sogar entsprechende Apps. Letztlich gilt eben: Der richtige Umgang mit den digitalen Tools macht’s!

    Schlaf

    Tipps für mehr Konzentration

    Aufmerksamkeit fokussieren

    Eine wichtige Konzentrationsübung ist, die Aufmerksamkeit ganz bewusst auf den Atem zu fokussieren und ganz gezielt ein- und auszuatmen. Das entspannt nach ein paar Minuten und fördert die Konzentration.

    Loslassen und Konzentrationsschwächen überwinden

    Versuchen Sie, zusammengebissene Zähne, angespannte Stirnmuskulatur und schmerzenden Nacken-Schulter-Bereich zu entkrampfen. Aufstehen, ein paar Schritte gehen, Grimassen schneiden, mit den Schultern kreisen – das kann helfen, kleine Verspannung zu lösen und mit einem frischen Blick auf die To-dos zu schauen.

    Nur eine Sache tun

    Koppeln Sie sich innerlich von der Umgebung ab und lassen Sie sich nicht unterbrechen oder ablenken. Wer ständig von einer Aufgabe zur anderen springt, sabotiert seine Konzentrationsfähigkeit und ist am Ende des Tages oft enttäuscht, weil man zwar alles angefangen, aber nichts zu Ende geführt hat.

    Ruhig bleiben

    Bewahren Sie einen kühlen Kopf und bleiben ruhig auch im Chaos. Geraten wir richtig unter Stress, handeln wir oft impulsiv, ohne Übersicht und aktionistisch. Die Konzentration geht dann meist komplett flöten.

    Organisieren Sie sich intelligent

    Nicht nur der Schreibtisch sollte regelmäßig aufgeräumt werden, sondern auch der Kopf. Auch wenn nicht sehr innovativ, aber nach wie vor unschlagbar hilfreich: Aufgabenliste, Wochenplan, tägliche To-do-Liste!

    Pausen machen

    Kein Mensch kann stundenlang konzentriert arbeiten. Spätestens nach 45 Minuten sollte man dem Geist eine kurze Pause gönnen: Fenster aufmachen, Kaffee holen, durchatmen. Gerade wenn‘s besonders kniffelig ist, kann einem dieses Innehalten den entscheidenden Schritt nach vorn bringen. Eine richtige, längere Pause mit frischer Luft und ein wenig Bewegung sollte natürlich auch passieren.
     

    Ablenkungen ausschalten

    Sie haben einen richtigen Brocken vor der Brust und jede Ablenkung ist eigentlich willkommen? Es hilft nichts, am besten ist, Sie knipsen für diese Aufgabe Ihr E-Mail-Programm, Skype, Telefon und Social-Media-Profile aus. Gut ist auch, mit der Bearbeitung der schwierigsten und unangenehmsten Aufgabe zu starten, das steigert die Motivation für die nächsten. Gesunde ausgewogene Ernährung und viel Trinken fördert die Konzentration zusätzlich.
     

    Weitere Informationen zu "Entspannung mit App":
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