Mit ein wenig Hygge durch den Winter

    work-life-balance-hygge.jpg

    Jetzt wird’s wieder dunkel, ungemütlich und kalt. Die Gefahr von Husten und Schnupfen nimmt dramatisch zu. Mit ein paar kleinen Tricks, die wir uns bei den Dänen abgucken können, überstehen wir das kalte Schmuddelwetter leichter und besser gelaunt.

    Zufriedenheitsrezept der Dänen

    Deren Glücks- und Zufriedenheits-Rezept heißt Hygge und scheint zu funktionieren. Denn trotz viel schlechtem Wetter und hohen Steuern zählen sie laut World Happiness Report zu den glücklichsten Völkern und belegen dort seit Jahren die vordersten Plätze. Nur so: Deutschland belegte dieses wie letztes Jahr Platz 16.

    Machts euch hyggelig

    Eine richtige Übersetzung für Hygge (gesprochen hügge) gibt es im Deutschen nicht. Am besten trifft es wohl ein Mix aus gemütlich, gemeinsam genießen. Das klingt erstmal gut. Und schwer ist es auch nicht: Denn es geht um den Spaß an den kleinen und einfachen Dingen und so ein wenig Ausgleich zu Hektik und Stress im Alltag schaffen.

    Anleitung für mehr Gemütlichkeit

    Im Hygge-Manifest hat Meik Wiking vom Kopenhagener Institut für Glücksforschung die Rezeptur für mehr Zufriedenheit und Gemütlichkeit zusammengestellt.

    1. Licht aus, Kerze an: Zünden Sie sich Kerzen an und schaffen so eine schöne Atmosphäre. Die Dänen haben den größten Kerzenverbrauch von allen europäischen Ländern.
    2. Im hier und jetzt sein: Handy mal abschalten hilft da ungemein. Schließlich lassen wir uns ca. alle 8 Sekunden davon ablenken und werfen einen Blick auf die neuesten Nachrichten. Das führt dazu, dass man viel vom aktuellen Geschehen und seiner Umwelt verpasst! Und so kann man die kleinen Dinge natürlich schlecht wahrnehmen.
    3. Genuss: Ja, ja es ist wirklich so, man soll genießen, gern auch Schokolade, Kakao oder mal ein Törtchen – den Optimierungswahn mal links liegen lassen und durchatmen: Wir sind toll - so wie wir sind! Der Zuckerhaushalt freut sich natürlich über dunkle Schokolade
    4. Teilen: Nicht nur den eigenen Vorteil sehen, teilen tut gut und hebt die Stimmung – Lernt man schon im Kindergarten – vergisst man dann aber oft wieder. Wir ist besser als nur Ich.
    5. Dankbar sein: Schöne Momente bemerken und genießen, bevor sie vorbei sind.
    6. Harmonie: Leistungsdruck und Stress gibt’s morgen wieder. Jetzt heißt es erstmal abschalten.
    7. Bequeme Pause: Mit dicken Socken und Schlabberbuxe ab aufs Sofa oder in ein warmes Bad (ohne Socken).
    8. Weniger Dramen: Negative Themen aus Politik, Wirtschaft und Society mal ausklammern – läuft alles nicht weg. Kann man sich morgen auch noch drüber aufregen.
    9. Zusammensein: Kuchen essen mit Freunden. Sowieso: Sich öfter mal ganz „unspektakulär“ mit seinen Freunden treffen – auf einen Kaffee, zum Klönen. Wissenschaftliche Studien zeigen z.B., dass gute Beziehungen zufriedener machen und sich positiv auf das Immunsystem und die psychische Gesundheit auswirken.
    10. Ein wohliges Zuhause gibt Sicherheit und Zuflucht – ein Ort, an dem man gerne ist!

    Hygge - nur ein Livestyle-Hype?

    Es ist eigentlich nicht wirklich etwas bahnbrechend Neues dabei. Alles ist einfach, vieles hat man schon gehört oder klingt vielleicht sogar banal: eine Kerze anzünden – ja klar. Aber es kann nicht schaden, gerade jetzt im ungemütlichen Winter sein persönliches Hygge zu praktizieren und sich Zeit für schöne Dinge freizuschaufeln.

    Und dafür müssen Sie sich nicht direkt Hygge-Zeitschriften oder Bücher kaufen, Ihre Wohnung im skandinavischen Stil einrichten oder gleich ein Ferienhaus in Dänemark beziehen, auch eine Hygge-Frisur ist nicht nötig.

    Was ist der World Happiness Report?

    Seit 2012 ermittelt das Sustainable Development Solutions Network (Netzwerk für nachhaltige Entwicklung) der UNO einmal jährlich den Stand bzw. den Eindruck von Zufriedenheit und Glück der Menschen in über 150 Ländern. Als Indikatoren dafür dienen 6 ganz verschiedene Aspekte unseres Lebens:

    • Bruttoinlandsprodukt
    • Lebenserwartung
    • soziales Angebot für Bedürftige
    • Vertrauen in Regierung und Wirtschaft
    • Entscheidungsfreiheit (gefühlt)
    • Spendenbereitschaft

    Herangezogen werden für die Auswertung die Daten der Sozialsysteme und des Arbeitsmarkts in Kombination mit den Einschätzungen aus den Befragungen der Menschen. Hintergrund für den Report ist, dass nicht immer nur ökonomische Werte im Mittelpunkt stehen sollen, sondern die Zufriedenheit der Menschen. Der Report ist nicht ganz unumstritten: Kann man mittels der gewählten Faktoren tatsächlich Rückschlüsse auf den Glückszustand ermitteln bzw. kann man Glück überhaupt messen? Nichtsdestotrotz liefert die Erhebung einen Indikator dafür, ob sich die Menschen in ihrem Land wohlfühlen. Und da die nordischen Länder regelmäßig Spitzenplätze abräumen, kann man schon mal näher hinschauen, woran das denn liegen mag. Hygge könnte zumindest ein kleiner Baustein dabei sein.

    Zum Seitenanfang