Coronavirus-Impfung

    Coronaviren

    Die Impfungen gegen das Coronavirus sind gestartet. Am 8. Februar haben die Impfzentren ihre Arbeit aufgenommen. Damit nimmt eine der größten Impfaktionen in der deutschen Geschichte Fahrt auf. Alle Bürgerinnen und Bürger können sich impfen lassen. Die Impfung gegen Coronaviren ist freiwillig. Geimpft wird in einer bestimmten Reihenfolge. Gefährdete Menschen kommen zuerst dran. Rund um das Thema Corona-Impfung tauchen viele Fragen auf, die wir gerne für Sie beantworten. Wir freuen uns natürlich auch auf Ihre Fragen! 

    Impfstoffe und Wirksamkeit

    Fragen zum Thema

    Welche Impfstoffe werden gegen Coronaviren geimpft?

    Gegen Corona werden mRNA-Impfstoffe eingesetzt.mRNA steht für Boten-Ribonukleinsäure. Die Impfstoffe enthalten Genabschnitte der Coronaviren. Nach der Impfung bilden sich im Körper Proteine, die das Immunsystem zu einer Antikörperbildung animieren. Das ist eine neuartige Technologie, die die körpereigene Immunantwort stimuliert. Ende Januar ist erstmals ein Vektorimpfstoff zugelassen worden. Er basiert auf einem Erkältungsvirus. Er ist genetisch so verändert, dass er Menschen nicht gefährdet. Er dient als Transportmittel (Vektor) für Teile des Erbgutes von Coronaviren. So kann die menschliche Immunabwehr für echte Coronaviren trainieren.  

    Wie gut wirken mRNA-Impfstoffe?

    Die mRNA-Impfstoffe sind sehr wirksam. Sie schützen zu etwa 95 Prozent vor einer Erkrankung durch Coronaviren. Wenn eine geimpfte Person mit Coronaviren in Kontakt kommt, wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit gesund bleiben.

    Wie gut wirkt der Vektorimpfstoff?

    Wenn der Vektorimpfstoff in der richtigen Dosierung verabreicht wird, erreicht er eine Wirksamkeit von rund 90 Prozent. Studien haben belegt, dass zunächst die halbe Impfstoffdosis injiziert werden sollte. Bei der Folgeimpfung kommt die volle Dosis zur Anwendung. Das bietet die höchste Wirksamkeit. Im Durchschnitt ist der Vektorimpfstoff bislang zu rund 70 Prozent wirksam gewesen.   

    Welche Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen?

    In Deutschland sind aktuell zwei mRNA-Impfstoffe und ein Vektorimpfstoff zugelassen. Einer der mRNA-Impfstoffe stammt von dem deutschen Impfstoffhersteller Biontec, zusammen mit US-Pharmakonzern Pfizer. Der andere zugelassene mRNA-Impfstoff kommt vom amerikanischen Unternehmen Moderna. Der zugelassene Vektorimpfstoff wird vom britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca hergestellt. 

    Für wen sind die Impfstoffe zugelassen?

    Die mRNA- und Vektorimpfstoffe sind für Erwachsene erprobt und zugelassen worden. Nicht zugelassen und aufgrund fehlender Erkenntnisse auch nicht empfohlen sind die Impfungen für Jugendliche und Kinder unter 16 Jahren. 

    Der Vektorimpfstoff von AstraZeneca ist durch die EU-Kommission für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen worden. Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut gibt seine Empfehlung für den Vektorimpfstoff nur für Erwachsene bis einschließlich 64 Jahren ab. Bei älteren Menschen ist die Datenlage für die Experten nicht belastbar genug, um die Wirksamkeit wissenschaftlich beurteilen zu können. 

    Warum sind zwei Impfungen nötig?

    Die erste Impfung verschafft Ihnen einen grundsätzlichen Schutz. Das Immunsystem bildet langsam Antikörper. Die zweite Impfung wirkt wie ein Booster für das Immunsystem, das dann auf Hochtouren Coronaviren bekämpfen kann.

    Ist es egal, welchen Impfstoff ich verabreicht bekomme?

    Die in Deutschland zugelassenen mRNA-Impfstoffe von Biontec/Pfizer und Moderna sind in etwa gleich gut wirksam. Auch der Vektorimpfstoff von AstraZeneca schützt effizient. Der Impfstoff aus der ersten Impfung muss auch bei der zweiten Impfung verabreicht werden.

    Wie lange schützt eine Impfung vor Coronaviren?

    Das lässt sich aktuell nicht genau bestimmen. Viel hängt davon ab, wie lange das Immunsystem Antikörper gegen das Coronavirus bildet. Das lässt sich durch Blutproben von Menschen bestimmen, die bereits eine Infektion mit Coronaviren durchgemacht haben. Ebenfalls ist es abhängig vom Immungedächtnis, das sich bei erneutem Kontakt mit Coronaviren aktivieren sollte. Anhaltspunkte dafür liefert aktuell die Zahl der Menschen, die erneut an Coronaviren erkranken. Ist die Zahl gering, spricht das für ein gutes Immungedächtnis. Unser Körper erinnert sich an die Coronaviren und bildet erneut Antikörper.

    Hilft der Impfstoff gegen mutierte Coronaviren?

    Der Impfstoffhersteller Biontec gibt aufgrund seiner gesammelten Daten an, dass die Impfung gegen mutierte Coronaviren hilft. Insbesondere gegen die Coronavirus-Variante B.1.1.7 ist ein ausreichender Schutz gegeben. Bei anderen mutierten Coronaviren könnte die Wirksamkeit nachlassen. Experten halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass die Impfung nicht mehr schützt. Der Impfstoff von Biontec wird überwiegend in den Impfzentren eingesetzt. 

    Sind Nebenwirkungen der Impfung bekannt?

    Nach der Impfung ist es bei einigen Menschen zu leichten Schmerzen an der Einstichstelle gekommen. Das ist gleichzeitig die häufigste körperliche Reaktion auf die Impfung. Seltener haben die Geimpften über Abgeschlagenheit sowie Kopfschmerzen berichtet. In Einzelfällen ist Fieber aufgetreten. Schwere oder lebensbedrohliche Nebenwirkungen sind unbekannt.

    Was ist mit Langzeitschäden?

    Bei Impfungen treten die meisten Nebenwirkungen kurz nach der Injektion auf. Dennoch überwacht das Paul-Ehrlich-Institut zahlreiche Impfstoffe auch nach der Zulassung weiter. So werden seltene Nebenwirkungen und die Verträglichkeit des Impfstoffes langfristig überwacht. Das schützt vor Langzeitschäden. Wenn Sie eine Nebenwirkung vermuten, melden Sie diese einfach an: www.nebenwirkungen.bund.de

    Die Entwicklung des Impfstoffes ging schnell. Ist ausreichend getestet worden?

    In Deutschland wird ein Impfstoff nur dann zugelassen, wenn er alle drei Phasen des klinischen Studienprogramms erfolgreich bestanden hat. Es gab Studien mit mehreren Tausend Probanden. Mindestens zwei Monate nach der zweiten Impfung sind die Inhaltsstoffe gut vertragen worden und sie schützen sicher. Die Teilnehmer werden die nächsten beiden Jahre weiterhin begleitet. Die Beschleunigung der Impfstoffentwicklung ist zum einen damit zu erklären, dass für sie viel Geld investiert wird und damit Studien ohne Zeitverzögerung im großen Stil durchgeführt werden können. Zum anderen überwachen und prüfen die Zulassungsbehörden die Impfstoffentwicklung so schnell es geht. Durch diese Priorisierung können die forschenden Firmen und Labore Zeit sparen und schneller von einer Prüfphase in die nächste gehen. 

    Was ist mit allergischen Reaktionen?

    Impfstoffe können generell allergische Reaktionen auslösen, so auch die mRNA- und Vektorimpfungen gegen Coronaviren. Für die Sicherheitseinstufung von Impfstoffen ist in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut verantwortlich. Die Experten haben auf Basis der aktuell vorliegenden Daten kein grundsätzlich erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Reaktionen bei Menschen feststellen können, die unter

    - Asthma
    - Neurodermitis
     -allergischem Schnupfen
    - Bindehautentzündung
    - Heuschnupfen
    - Hausstaubmilbenallergie

    leiden. Sind bei Ihnen nach vorherigen Impfungen allergische Reaktionen aufgetreten, sollten Sie sich vor der Impfung gegen Coronaviren ärztlichen Rat einholen.

    Sollten sich schwangere Frauen impfen lassen?

    Es gibt noch keine belastbaren Erkenntnisse zur Impfung gegen Coronaviren in der Schwangerschaft. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut die Impfung für Schwangere nicht.

    Was ist mit Müttern, die Säuglinge stillen?

    Impf-Experten halten es für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der stillenden Mutter einen negativen Einfluss auf den Säugling hat. Eine generelle Impfempfehlung hat bislang weder die Ständige Impfkommission noch Fachverbände für Schwangerschaft und Geburt ausgesprochen.

    Können sich Kinder gegen Coronaviren impfen lassen?

    Aktuell nicht. Die Impfstoffe sind in Deutschland nur für Erwachsene zugelassen. Bei Kindern gibt es noch keine ausreichenden Ergebnisse darüber, wie wirksam und verträglich die Impfstoffe sind. Studien dazu laufen gerade an. 

    Ich habe bereits eine Coronainfektion überstanden. Ist eine Impfung trotzdem sinnvoll?

    Grundsätzlich: Ja! Nach einer überstandenen Infektion mit Coronaviren ist der Körper für eine gewisse Zeit geschützt. Doch die Antikörper bauen sich im Blut ab. Wie lange der Körper gegen Coronaviren immun ist, kann noch nicht genau beurteilt werden. Deshalb ist eine Impfung zur Auffrischung des Schutzes sinnvoll. Die Wirksamkeit der mRNA- und Vektorimpfstoffe bleiben gegeben. Die Verträglichkeit auch. Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut empfiehlt eine Impfung gegen Coronaviren rund sechs Monate nach überstandener Infektion.

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