Corona-Pandemie: Infos für Versicherte

    Frau am Laptop

    Die Corona-Pandemie erfordert schnelle Hilfen und Angebote. Neben der Impfung gegen Coronaviren in den Impfzentren sind weitere Schutzmöglichkeiten sinnvoll. Dazu zählt zum Beispiel die FFP2-Maske. Allein bei der BIG haben rund 30 Prozent der Versicherten Anspruch auf eine Maske. Für Familien mit kleinen Kindern gibt es erweitertes Kinderkrankengeld - einfach und flexibel. Für Sie halten wir hier übersichtliche Informationen bereit.  

    Kinderkrankengeld: Erhöhung Kinderkrankengeldtage

    Das Bundeskabinett hat am 13.01.2021 beschlossen, dass der Anspruch auf Kinderkrankengeld für das Jahr 2021 erweitert werden soll. Die Regelungen sollen rückwirkend zum 05.01.2021 in Kraft treten.

    Gesetzlich versicherte Eltern können dann im Jahr 2021 pro Kind 20 statt 10 Arbeitstage Kinderkrankengeld beantragen. Bei mehreren Kindern hat jeder Elternteil insgesamt einen Anspruch auf maximal 45 Arbeitstage. Für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch um 20 auf 40 Arbeitstage pro Kind. Bei mehreren Kindern haben Alleinerziehende insgesamt einen Anspruch auf maximal 90 Arbeitstage.

    Dieser Anspruch soll auch für die Fälle gelten, in denen eine Betreuung des Kindes zu Hause erforderlich wird, weil die Schule oder der Kindergarten bzw. die Klasse oder Gruppe pandemiebedingt geschlossen ist, die Präsenzpflicht im Unterricht ausgesetzt oder der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot eingeschränkt wurde.

    Für das erweiterte Kinderkrankengeld nutzen Sie bitte diesen Antrag. Sie benötigen keine Bescheinigung der geschlossenen Einrichtung.

    Alle weiteren Anspruchsvoraussetzungen bestehen weiterhin:

    • Ihr Kind ist gesetzlich krankenversichert und noch keine zwölf Jahre alt.
    • Sie können Ihrer Tätigkeit nicht nachgehen.
    • Keine andere im Haushalt lebende Person kann Ihr Kind pflegen

    Weitere Informationen

    FFP2-Masken für Menschen über 60 Jahren und Risikopatienten

    Aufgrund der Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung haben Menschen über 60 Jahre sowie Menschen mit folgenden Vorerkrankungen oder Risikofaktoren Anspruch auf insgesamt 15 FFP2-Masken aus Apotheken:

    • chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder Asthma bronchiale
    • chronische Herzinsuffizienz
    • chronische Niereninsuffizienz (Stadium 4 oder höher)
    • Demenz oder Schlaganfall
    • Diabetes mellitus Typ 2
    • aktive, fortschreitende oder metastasierte Krebserkrankungen oder stattfindende Chemo- oder Radiotherapie, welche die Immunabwehr beeinträchtigen kann
    • stattgefundene Organ- oder Stammzellentransplantation
    • Trisomie 21
    • Risikoschwangerschaft

    FFP2-Masken – häufig gestellte Fragen

    Wie funktioniert die Ausgabe der FFP2-Masken?

    Drei Masken konnten Sie kostenlos bis zum 31.12.2020 in Ihrer Apotheke gegen die Vorlage Ihres Personalausweises abholen. Anfang 2021 erhalten Sie per Post 2 Gutscheine für jeweils 6 Masken, die Sie in jeder Apotheke einlösen können. Die Anspruchsberechtigten zahlen pro Gutschein einen Eigenanteil von 2,00 Euro in der Apotheke. 

    Bitte beachten Sie die unterschiedliche Gültigkeit der beiden Gutscheine: Der erste ist vom 6. Januar 2021 bis zum 28. Februar 2021, der zweite vom 16. Februar 2021 bis zum 15. April 2021 gültig.

    Der Gutscheinversand ist gestartet und bis Mitte Februar sollen die Gutscheine zugestellt sein.

    Wann erhalte ich meine Gutscheine? Warum habe ich meine Gutscheine noch nicht?

    Der Versand ist bis Mitte Februar vorgesehen. Über 34 Millionen Menschen in Deutschland müssen angeschrieben werden. Daher erfolgt der Versand in mehreren Wellen, und zwar in dieser Reihenfolge:

    1. Personen ab 75 Jahren
    2. Personen ab 70 Jahren und Personen mit den oben genannten chronischen Erkrankungen (unabhängig vom Alter)
    3. Personen ab 60 Jahren

    Warum bekomme ich keine Maske, obwohl ich eine zu berücksichtigende Erkrankung habe?

    Die Kriterien, nach denen Bürger Anspruch auf die Maskengutscheine haben, wurden vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) festgelegt. Berücksichtigt wurden hierbei alle Menschen, auf die diese Kriterien schon vor dem 15. Dezember 2020 zutrafen.

    Wir müssen uns an die Vorgaben des BMG halten. Weitere Personengruppen oder Diagnosen dürfen wir nicht berücksichtigen. Sofern eine Diagnose erstmals ab Sommer letzten Jahres diagnostiziert wurde, sind uns diese Daten erst nach dem Stichtag gemeldet worden und dürfen daher nicht berücksichtigt werden.

    Es kann sein, dass Ihr behandelnder Arzt diese Diagnose nicht durchgängig an uns gemeldet hat. Gern klären wir das im Einzelfall mit Ihnen.

    Warum bekomme ich keine Maske, wenn ich im Ausland wohne?

    Laut Regelung des BMG erhalten ausschließlich Personen, die in Deutschland leben, Gutscheine für die FFP2-Masken.

    Kostenlose FFP2-Masken für Bedürftige

    Der Bund hat beschlossen, Bedürftige bei den strengeren Schutzvorgaben zu unterstützen: Personen, die Arbeitslosengeld II beziehen, oder mit einer solchen Person in einer Bedarfsgemeinschaft leben, erhalten zehn kostenfreie FFP2-Masken. Dazu bekommen diese einen Brief, den sie mit ihrem Personalausweis in der Apotheke vorzeigen, um die Masken abzuholen. Die Briefe werden in der Woche vom 15. bis 20. Februar 2021 versendet.

    Krankschreibung per Telefon weiter möglich

    Wegen der hohen Covid-​19-Infektionszahlen gilt die Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung weiter: Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, können von ihrem Arzt nach telefonischer Befragung bis zu 7 Kalendertage krankgeschrieben werden. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere 7 Kalendertage ausgestellt werden.

    Die Regelung gilt vorerst bis zum 31. März 2021. 

    Bitte beachten Sie weiterhin: Patienten, die typische Covid-19-Symptome bzw. unklare Symptome von Infektionen der oberen Atemwege haben oder Kontakt zu Covid-19-Patienten hatten, sollten vor einem Arztbesuch telefonisch Kontakt zur Praxis aufnehmen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

    Corona-Warn-App: Schnell von Infektionsrisiken erfahren und weitere Ansteckungen vermeiden

    Die Corona-Warn-App ist neben Abstandhalten, Masken und Händewaschen ein weiterer Baustein, um Corona einzudämmen. Jeder, der die App auf seinem Smartphone nutzt, wird anonym und schnell darüber informiert, wenn er sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten hat. Dadurch kann er selbst weitere Kontakte und damit Ansteckungen vermeiden. Die App wird also dann am meisten nutzen, wenn möglichst viele Menschen sie installieren. So können in Zukunft Infektionsketten schneller durchbrochen werden.

    Corona-Erkrankung auf Auslands-Reisen: Wer zahlt die Behandlung?

    Wer jetzt trotz Pandemie ins Ausland reist, fragt sich oft, wer die Behandlungskosten bezahlt, wenn er sich mit dem Corona-Virus ansteckt. Das sind die Regeln:

    BIG-Versicherte können im EU-Ausland und in einigen weiteren Ländern (zur Länderübersicht) mit ihrer Versichertenkarte oder dem Auslandskrankenschein zum Arzt und werden dann behandelt. Das ist auch im Fall einer Ansteckung mit Corona so. Wichtig zu wissen: Häufig kommt es trotzdem vor, dass Ärzte oder Krankenhäuser direkt vom Patienten bezahlt werden wollen und Sie sich die Kosten im Nachhinein erstatten lassen. Meistens ist aber die Rechnung höher als der Betrag, den die BIG nach gesetzlichen Vorgaben zahlen darf. Kosten für einen Rücktransport aus dem Urlaubsland darf die BIG nicht übernehmen.

    Ausführliche Infos zum Auslandsreiseschutz

    Physiotherapie und Co: Heilmittel-Rezepte

    Um Patienten, Arztpraxen und Therapeuten gleichermaßen zu entlasten, lockern wir unsere Fristen für Heilmittel-Rezepte. Das heißt, dass Sie z. B. eine Physiotherapie nicht zwingend innerhalb von 14 Tagen beginnen müssen. Seit dem 01.07.2020 gilt: Wird ein Rezept ausgestellt, muss die Behandlung bis spätestens 28 Tage danach begonnen werden. Bis zum 31. Januar 2021 können Folgeverordnungen nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin ausgestellt und per Post zugeschickt werden. Diese Regelungen gelten für alle Behandlungen und zwar für:

    • Physiotherapie
    • Ergotherapie
    • Sprach- und Stimmtherapie
    • Podologie
    • Ernährungstherapie

    Rabattverträge für Arzneimittel: Handhabung wird vereinfacht

    Die BIG lockert die Regelung bei Rabattarzneimitteln. Bisher müssen Apotheken ein vertraglich vorgesehenes Rabattarzneimittel, das nicht auf Lager ist, für BIG-Kunden bestellen. Ab sofort erhalten BIG-Patienten in diesen Fällen in der Apotheke ein gleichwertiges Arzneimittel von einem anderen Hersteller. Dieses Vorgehen hat weder für den Apotheker noch für den Versicherten finanzielle Nachteile.

    So sparen BIG-Versicherte zusätzliche Wege in die Apotheke und Apotheker doppelte Kundenkontakte!

    Zum Hintergrund: Die BIG schließt seit vielen Jahren mit Pharmaunternehmen Rabattverträge ab, um die stark steigenden Arzneimittelausgaben etwas einzudämmen. Während der Vertragslaufzeit erhält die BIG Preisnachlässe auf bestimmte Medikamente.

    U-Untersuchungen können nachgeholt werden

    Die festen Termine für die Vorsorge-Untersuchungen für Babys und Kleinkinder werden ebenfalls teilweise aufgehoben: Beginnend bei der U6, die eigentlich zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat stattfinden soll, gelten die fixen Intervalle vorübergehend nicht mehr. Eltern können diese nach Rücksprache mit dem Kinderarzt zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

    Keine Änderungen gibt es bei den früheren Untersuchungen U2 bis U5. Dies wäre aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll.

    Hebammen-Versorgung auch per Telefon oder Videokonferenz

    Aufgrund der aktuellen Einschränkungen und Risiken durch das Coronavirus, gibt es nun auch im Bereich der Hebammenversorgung eine vorübergehende Vereinbarung zur Sicherstellung der Versorgung.

    Die folgenden Änderungen gelten bis zum 31. März 2021.

    Tabellen Zoom
    Vorgespräch in der SchwangerschaftErbringung auch per Kommunikationsmedium zulässig
    Individuelles Vorgespräch über Fragen der Schwangerschaft und Geburt Erbringung auch per Kommunikationsmedium zulässig
    Spezifisches Aufklärungsgespräch zum gewählten Geburtsort Erbringung auch per Kommunikationsmedium zulässig
    Geburtsvorbereitung in der Gruppe sowie Rückbildungskurs in der Gruppe Die Teilnahme durch die Versicherte und das Angebot durch die Hebamme an der jeweiligen Kursstunde ist auch mittels Kommunikationsmedium möglich
    RückbildungskursKönnen bis zum Ende des 12. Monats nach der Geburt abgeschlossen werden
    WegegeldDie Abrechnung des Wegegeldes für das Aufsuchen der Versicherten ist auf maximal 50 Kilometer begrenzt

    Voraussetzungen für die digitale Hebammen-Versorgung

    Für die Betreuungsleistungen mittels Kommunikationsmedium gilt:

    Das verwendete Medium muss eine synchrone Kommunikation in Echtzeit ermöglichen (telefonisch oder per Videotelefonie).

    Die erbrachten Leistungen müssen exakt den Präsenzgesprächen entsprechen.

    Die Versicherten können wie gewohnt Fragen stellen.

    Die Versichertenbestätigung kann rückwirkend bis zu 8 Wochen nach Erbringung der Leistung von der Versicherten unterzeichnet werden.

    Eine Abrechnung von Wegegeld ist bei der Erbringung einer Leistung mittels Kommunikationsmedium nicht zulässig.

    Für die Erbringung von Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskursen mittels Kommunikationsmedium gilt:

    Eine digitale Lösung wird von der Hebamme bereitgestellt.

    Das verwendete Medium muss eine synchrone Kommunikation in Echtzeit ermöglichen (Videotelefonie). Der Versicherten dürfen für die Nutzung keine besonderen Kosten entstehen.

    Die Kurseinheit findet zu der mit allen Teilnehmern vereinbarten Zeit statt.

    Die Kurseinheit findet als Live-Kurseinheit statt. Eine Aufzeichnung ist nicht zulässig.

    Psychotherapie per Videokonferenz und psychische Unterstützung online

    Natürlich benötigen psychisch kranke Menschen auch – oder gerade – während der Corona-Epidemie eine psychotherapeutische Versorgung. Um diese ohne Ansteckungsrisiko zu sichern, können ab sofort Therapeuten ihre Patienten auch per Videotelefonie behandeln.

    Die neuen Möglichkeiten gelten weiter bis zum 31. März 2021:

    Tabellen Zoom

    Psychotherapeutische Sprechstunde

    per Videotelefonie möglich

    Probatorische Sitzungen

    per Videotelefonie möglich

    Umwandlung von Gruppen- in Einzelleistungen

    Die Umwandlung der Gruppentherapie im Verhältnis von 100 Minuten Gruppenbehandlung zu 50 Minuten Einzelbehandlung ist ohne Antragstellung bei der Krankenkasse möglich.

    Mit Hausarzt+ zur Videosprechstunde statt in die Praxis

    BIG-Versicherte, die durch unseren Hausarzt+ Vertrag Anspruch auf besondere Leistungen des Hausarztes haben, können sich nun auch telemedizinisch beraten lassen.

    Seit Anfang dieses Jahres ist die Förderung von Videosprechstunden Bestandteil unseres Hausarzt+ Vertrags, der unseren dort eingeschriebenen Versicherten zahlreiche Extraleistungen bei den teilnehmenden Ärzten bietet. Sie brauchen für das neue Angebot lediglich einen internetfähigen Computer (PC, Tablet, Smartphone mit Kamera, Mikrophon und Lautsprecher) – und einen Hausarzt, der schon mitmacht. Alle Leistungen, für die Sie nicht physisch in der Praxis sein müssen, darf er erbringen.

    Statt also als potenzieller Virusträger das Praxispersonal und andere Patienten zu gefährden, kann man nun per Videoberatung abklären, ob der Arzt einen Corona-Test, einen Krankenhausbesuch oder einfach ein paar Tage zu Hause ausruhen für sinnvoll hält.

    Ausführliche Infos finden Sie hier.

    DMP-Teilnahme kann ausgesetzt werden

    Für Menschen mit chronischen Erkrankungen hat die Vermeidung einer Ansteckung mit Covid-19 höchste Priorität. Doch verpasste Schulungen und nicht erfolgte Untersuchungsdokumentationen führen nach aktueller Rechtslage zu einer Beendigung der Teilnahme an Disease Management Programmen ( DMP).

    Die BIG hat sich gemeinsam mit anderen Krankenkassen nun für eine Sonderregelung stark gemacht: In der Zeit der Corona-Pandemie führen fehlende DMP-Dokumentationen nicht zur Ausschreibung aus dem strukturierten Behandlungsprogramm. Auch die Verpflichtung zur Teilnahme an Schulungen wird ausgesetzt.

    Ausnahme: Der koordinierende Arzt entscheidet mit dem DMP-Teilnehmer, ob die Kontrolluntersuchung oder die Schulung unter individueller Abwägung der Risiken notwendig ist.

    Weitere Informationen über unsere Disease Management Programme finden Sie hier.

    Beitragspflicht von Soforthilfen von Entschädigungsleistungen für Selbständige

    Der Corona-Soforthilfe-Zuschuss und die Entschädigungsleistung bei Quarantäne-Anordnung ist in der Einkommensteuerveranlagung für das Kalenderjahr 2020 gewinnwirksam zu berücksichtigen.

    Der im Steuerbescheid 2020 ausgewiesene Gewinn wird für die Beitragsberechnung herangezogen und beinhaltet den Zuschuss oder die Entschädigungsleistung bereits.

    Die Erstattung von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung im Rahmen der Entschädigungsleistung werden nicht als Einnahme gewertet und sind daher nicht beitragspflichtig.

    Es ist nicht zwingend erforderlich bei Auszahlung des Zuschusses oder der Entschädigungsleistung direkt Beiträge daraus abzuführen.

    Wünschen Sie dennoch eine Anpassung aufgrund der Auszahlung, teilen Sie uns dies bitte schriftlich mit. Nutzen Sie auch hier gerne die E-Mailadresse: versichertenservice@big-direkt.de

    Freiwillig versicherte Arbeitnehmer und Entschädigungsleistungen bei Quarantäne-Anordnung

    Sie bleiben auch bei Bezug einer Entschädigungsleistung bei Quarantäne-Anordnung weiterhin freiwillig versichert und zahlen unverändert den Höchstbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung.

    Bei Selbstzahlern ist zu beachten, dass mangels gezahltem Arbeitsentgelt kein Anspruch auf Beitragszuschüsse durch den Arbeitgeber besteht.

    Eine Erstattung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ist durch die Entschädigungsbehörde auf Antrag möglich.

    Pflegeleistungen und Corona

    Beratungseinsätze für Pflegegeldempfänger
    Die Bundesregierung hat entschieden, dass die Pflicht zur Durchführung der Beratungseinsätze grundsätzlich ab dem 01.10.2020 wieder eintritt.

    Sie beziehen Pflegegeld im Pflegegrad 2 oder 3?
    Der nächste Beratungseinsatz muss in der Zeit vom 01.01.2021 bis 30.06.2021 für das 1. Halbjahr 2021 durchgeführt werden.

    Sie beziehen Pflegegeld im Pflegegrad 4 oder 5?
    Der nächste Beratungseinsatz muss in der Zeit vom 01.01.2021 bis 31.03.2021 für das 1. Quartal 2021 durchgeführt werden.

    Bitte wenden Sie sich zur Terminvereinbarung für einen Beratungseinsatz an einen Pflegedienst Ihrer Wahl – die Kosten übernehmen wir für Sie.

     

    Entlastungsleistungen für Pflegebedürftige:
    Aufgrund der Corona-Pandemie dürfen „angesparte“ Restansprüche der Entlastungsleistungen aus dem Kalenderjahr 2019 (125,00 Euro je Kalendermonat) bis zum 31.03.2021 (nicht wie üblich zum 30.06. eines jeden Kalenderjahres) genutzt werden. Nicht genutzte Restansprüche verfallen erst nach dem 31.03.2021.

    Pflegeunterstützungsgeld:
    Für die Zeit bis zum 31.03.2021 kann Pflegeunterstützungsgeld für 20 Arbeitstage, statt der üblichen 10 Arbeitstage gewährt werden. Voraussetzungen hierfür sind:

    1. die pflegerische Versorgung des Pflegebedürftigen bzw. die Organisation der pflegerischen Versorgung des Pflegebedürftigen erfolgt aufgrund der Corona-Pandemie durch den Angehörigen (z. B. weil der Pflegedienst Corona bedingt schließen muss),

    2. es darf kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber, Kranken- oder Verletztengeld bei Erkrankung oder Unfall eines Kindes bestehen und

    3. die häusliche Pflege kann nicht anders (z. B. durch Verhinderungspflege) sichergestellt werden.

    Wenn Sie Pflegeunterstützungsgeld beantragen möchten, kontaktieren Sie bitte die Pflegekasse der BIG. Vielen Dank!

    Das müssen Sie als Arbeitnehmer wissen

    Was ist, wenn die Schule oder KiTa schließt oder teilweise vorsorglich unter Quarantäne steht und ich mich um meine Kinder kümmern muss?

    Falls eine Schule oder KiTa wegen eines Corona-Verdachts geschlossen wird, müssen sich die Eltern selbst um die Betreuung ihrer Kinder kümmern. Als Arbeitnehmer dürfen Sie dann zu Hause bleiben und bekommen eigentlich ihr Gehalt weitergezahlt. Die Regelung zur Lohnfortzahlung ist in § 616 BGB geregelt. Dort steht, dass der Vergütungsanspruch bestehen bleibt, wenn die Verhinderung nur eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit andauert.

    Die Schulschließungen lassen nun aber einen Betreuungsbedarf entstehen, der mehrere Wochen anhalten kann. Man wird wohl kaum annehmen können, dass mehrere Wochen noch „eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit“ sind und somit über § 616 BGB ein Vergütungsanspruch über mehrere Wochen hinweg bestehen bleibt. Handelt es sich bei der Zeit der Kinderbetreuung  um einen erheblichen Verhinderungszeitraum, entfällt der Anspruch nach § 616 BGB auf Lohnfortzahlung jedoch komplett. Zudem garantiert ohnehin nicht jeder Arbeits- oder Tarifvertrag die Lohnfortzahlung bzw. schließen manche diese sogar konkret aus. Arbeitnehmer dürften also zur Betreuung der Kinder zu Hause bleiben, hätten jedoch in dieser Zeit keinen Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts. (Klären Sie in einem solchen Fall mit Ihrem Arbeitgeber, ob Optionen wie Überstundenabbau oder Homeoffice für Sie infrage kommen.)

    Viele Arbeitgeber verweisen nun auf die Krankenkasse. Da ihr Kind aber nicht krank ist, kann in diesem Fall kein Kinderkrankengeld gezahlt werden.

    WICHTIG: Lassen Sie Ihre Kinder nicht von Ihren Großeltern betreuen. Diese sind besonders durch den Coronavirus gefährdet.

    Was ist, wenn mein Kind am Coronavirus erkrankt ist?

    Ist Ihr Kind am Coronavirus erkrankt und Sie müssen es daheim betreuen, haben Sie als gesetzlich Krankenversicherter Anspruch auf Kinderkrankengeld. Sie brauchen dazu eine ärztliche Bescheinigung.

    Die Höhe des Kinderkrankengelds richtet sich nach Ihrem Einkommen, entspricht aber nicht Ihrem vollen Gehalt.

    Ausführliche Informationen zum Kinderkrankengeld finden Sie hier.

    Was ist mit meinem Gehalt, wenn ich selbst unter Quarantäne stehe?

    Zunächst muss Ihr Arbeitgeber Ihr Gehalt weiterzahlen, da Sie einem Beschäftigungsverbot unterliegen. Sofern möglich, kann Ihr Vorgesetzter verlangen, dass Sie zu Hause arbeiten. Klappt das nicht, werden Sie als Mitarbeiter rechtlich so behandelt, als wären Sie krank. Es gibt also eine Lohnfortzahlung. Die Bundesländer haben angekündigt, den Arbeitgebern diese Zahlungen zu erstatten. Quarantäne und Erstattung sind im § 56 des Infektionsschutzgesetz (IfSG) geregelt.

    Was passiert, wenn mein Chef nicht zahlt?

    Sollte Ihr Arbeitgeber nicht zahlen, können Sie eine Entschädigung von der zuständigen Behörde fordern (§56 IfSG) – die entspricht in den ersten sechs Wochen etwa der Höhe des Nettolohns. Danach der Höhe des Krankengeldes.

    Dass Ihr Arbeitgeber nicht zahlt, ist aber sehr unwahrscheinlich, da er sich das Geld für die Lohnfortzahlung beim Bundesland zurückholen kann.

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