Podcast Juli 2016 - Mit Bewegung zum schmerzfreien Rücken

test

Podcast Juli 2016 - Rücken

Was Sie für einen schmerzfreien Rücken tun können, erfahren Sie in unserem neuen Podcast.

MP3, 4,58 MB, Podcast Juli 2016 - Rücken (TXT, 8,98 kB)

Das Thema

„Ende der Schonzeit – mit Bewegung zum schmerzfreien Rücken“ – der Titel des zweiten BIGtalks verrät es schon. Wer sich immer nur schont und wenig bewegt, der leidet eher unter Rückenschmerzen. Und die werden in vielen Fällen sogar chronisch, kommen also immer wieder. Peter Kaetsch, der Vorstandsvorsitzende der BIG: Das Thema Rücken ist eine absolute Volkskrankheit. 70 % der Erwachsenen in Deutschland leiden darunter oder hatten damit Probleme. Ein Problem, das seit mehr als 20 Jahren bekannt ist. Für Ingo Froboese, Professor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Sporthochschule Köln, ist das Ganze eigentlich ganz einfach. Muskeln müssen bewegt werden, sie brauchen Aktivität. Und genau daran fehlt es heutzutage oft: wir sitzen im Büro, im Auto, vor dem Fernseher. Nur trainierte Muskeln geben dem Rücken und der Wirbelsäule Stabilität, so Froboese: Das Geheimnis der Muskeln liegt aber nicht in den Muskeln, die man oft so allgemein meint, die man von außen sieht. Es gibt Muskeln, die sind ganz tief innen drin. Die ziehen von Wirbelkörper zu Wirbelkörper und sind relativ klein. Entsprechend muss man sich überlegen, wie bekommt man diese kleinen, tiefen Muskeln angesprochen. Das geht nur, in dem ganz viel körperliche Aktivität gemacht wird. So viel wie möglich im Alltag sich bewegen. Da die Muskeln die Aufgabe haben, bei jeder Bewegung, die Wirbelsäule in die richtige Position zu stellen. Froboese führt 80 % der Rückenbeschwerden auf vernachlässigte Muskeln zurück. Das heißt, Rückenschmerzen müssen nicht sein. Aktivität statt Passivität, so lautet das Motto. Da ist Sport natürlich eine ganz wichtige Maßnahme. Es ist das preiswerteste Medikament. Dann werde ich immer gefragt, was ist eigentlich die beste Sportart, wenn es um Rücken geht. Keine Ahnung. Das weiß ich nicht. Wir haben 60 Millionen Körperzellen. Meinen Sie, eine der Zellen wird es interessieren, ob sie mit Stöcken durchs Gebüsch rennen, radeln oder schwimmen. Das ist der Zelle doch egal. Die weiß nur, mein Besitzer ist unterwegs. Ich muss jetzt Energie produzieren und das war es. Was man tut ist also egal. Hauptsache sie tun es. Vielfältigkeit, Abwechslungsreichtum – das ist das entscheidende Kriterium. Wer einmal Rückenschmerzen hat, der sollte das als Warnsignal deuten. Und schnell anfangen, sich mehr zu bewegen. Allerdings gibt es auch Fälle, da helfen Bewegung und Sport nicht mehr. Ein Beispiel für ein entsprechendes Krankheitsbild schildert der Direktor der Orthopädischen Klinik am Klinikum Dortmund, Prof. Christian Lüring. Den Bandscheibenvorfall: Hier ist Bandscheibengewebe aus der Bandscheibe herausgeplatzt. Denken Sie an einen Nimm-2-Bonbon. Da sind eine harte Schale und ein weicher Kern. Da beißen sie drauf und dann kommt die ganze süße Soße raus. So ähnlich ist das. Da ist Bandscheibengewebe richtig raus geplatzt. Es wölbt sich in den Spinalkanal vor, also da wo das Rückenmark läuft. Und das wird zur Seite gedrängt. Da können sie sich vorstellen, wenn die Nervenwurzeln gequetscht werden, das kann Schmerzen verursachen. Weitere Krankheitsbilder, bei denen oft nur eine Operation hilft, sind zum Beispiel eine Bandscheibendegeneration oder eine Infektion. Anzeichen dafür, dass es ernst ist, sind: Starker, lang andauernder Rückenschmerz. Dann müssen wir nachdenken. Und wenn Beinschmerzen dazu kommen oder Sensibilitätsstörungen oder, dass man das Gefühl hat, da schießt so richtig der Schmerz rein, dann muss man wachsam werden. Ganz wichtig, das ist eine absolute Notfallsituation, wenn Blasen- und Mastdarmstörungen eintreten, wenn man Urin oder Stuhl verliert. Ganz schlimme Situation. Da kann der Bandscheibenvorfall so groß sein, dass er das komplette Rückenmark abquetscht und dann hat man gar keine Kontrolle mehr. Das ist wie eine Querschnittslähmung. Operationen am Rücken sind oft riskant, aber in bestimmten Fällen notwendig. Falls eine planbare Operation ansteht, empfiehlt Lüring, sich eine Zweitmeinung einzuholen. Ein zweites ärztliches Gutachten sorge meist für Sicherheit beim Patienten und helfe wichtige Entscheidungen zu treffen.

Zum Seitenanfang