Beiträge für Versorgungsbezüge bei versicherungspflichtigen Mitgliedern

    Versichert im Ruhestand: Zwei Rentner am Schreibtisch

    Unter Versorgungsbezügen (monatliche oder Einmalzahlungen) versteht man alle Leistungen der betrieblichen Alters- und Hinterbliebenenversorgung sowie der betrieblichen Versorgung bei Minderung der Erwerbsfähigkeit, unabhängig davon, ob diese aus eigenen oder Mitteln des Arbeitgebers (mit-) finanziert wurden. Für Versorgungsbezüge müssen Beiträge gezahlt werden. Dies gilt auch für Leistungen aus Verträgen, die bei Vertragsschluss noch eine Beitragsfreiheit garantiert hatten.

    Beiträge aus Einmalzahlungen (einmalige Kapitalleistungen)

    Bei Auszahlung wird der Auszahlbetrag auf 10 Jahre aufgeteilt. Dazu wird der gezahlte Betrag durch 120 Monate (= 10 Jahre) geteilt. Aus diesen Teilbeträgen werden dann die monatlichen Beiträge berechnet. Die Beitragspflicht beginnt mit dem Monat nach Auszahlung und endet mit Ablauf von 10 Jahren.

    Wie hoch sind die Beiträge?

    Die Beitragsberechnung erfolgt in der Krankenversicherung in Höhe des allgemeinen Beitragssatzes zuzüglich des kassenindividuellen Zusatzbeitrages (Jahr 2020 = 14,6 % + 1,3 % = 15,9 %) und in der Pflegeversicherung in Höhe von 3,3% für kinderlose Personen bzw. 3,05% für Personen mit Kindern.

    Die Beiträge werden höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze berechnet
    (Jahr 2020 = **beitragsbemessung** Euro / monatlich). Dabei werden Einnahmen wie Arbeitsentgelt oder die gesetzliche Rente angerechnet.

    Die Höhe der Beiträge kann sich je nach Änderung der Beitragssätze im Laufe der Zeit verändern. Eine Zahlung der Beiträge in einer Summe ist daher nicht möglich.

    Wer zahlt die Beiträge?

    Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlt der Versicherte alleine. Die Zahlstellen (z.B. Versicherung, Zusatzversorgungskasse etc.) beteiligen sich nicht an den Beiträgen.

    Wann habe ich keine Beiträge aus Versorgungsbezügen zu zahlen?

    Ist der Versorgungsbezug unter dem Freibetrag (Jahr 2020 = 159,25 Euro / Monat), entfällt die Beitragspflicht.

    Entlastung bei Betriebsrenten für versicherungspflichtige Mitglieder

    2019 wurde das Betriebsrentenfreibetragsgesetz mit Wirkung zum 01.01.2020 verabschiedet. 

    Das heißt, dass ab 01.01.2020 für pflichtversicherte Mitglieder ein Freibetrag in Höhe von **freibetrag_versorgungbezug** Euro monatlich für Renten aus der betrieblichen Altersversorgung berücksichtigt wird. Erst darüber hinaus werden die Betriebsrenten beitragspflichtig zur Krankenversicherung. Bei mehreren Betriebsrenten wird der Freibetrag nur einmal berücksichtigt.

    Für die Beiträge zur Pflegeversicherung gilt der Freibetrag nicht.

    Da das Gesetz sehr kurzfristig verabschiedet wurde, sind noch viele Details in der technischen Abwicklung zwischen Zahlstellen und Krankenkassen zu klären. Mit einer praktischen Umsetzung des Gesetzes ist voraussichtlich im Laufe des Jahres 2020 zu rechnen.

    Sobald die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen sind, erhalten Sie direkt die ab 01.01.2020 zu viel gezahlten Beiträge von der Zahlstelle Ihrer Betriebsrente oder - wenn Sie die Beiträge selbst überweisen - von der BIG zurück.

    Bis dahin werden zunächst weiterhin die Beiträge ohne Berücksichtigung des Freibetrags berechnet.

    Was passiert, wenn ich mehrere Versorgungsbezüge erhalte?

    Ab dem Zeitpunkt, an dem ein weiterer Versorgungsbezug ausgezahlt wird, der zusammen mit dem bisherigen die Geringfügigkeitsgrenze überschreitet, unterliegen alle Bezüge unter Berücksichtigung des Freibetrages der Beitragspflicht zur Kranken und Pflegeversicherung.

    Zum Seitenanfang