Unfallkosten auf dem Weg zur Arbeit absetzbar

    Auch für Arbeitgeber gut zu wissen: Krankheitskosten des Arbeitnehmers, die durch einen Unfall auf dem Arbeitsweg entstanden sind, können nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) als Werbungskosten abgezogen werden.

    Nach Auffassung des BFH erstreckt sich die Abgeltungswirkung der Entfernungspauschale nur auf fahrzeug- und wegstreckenbezogene Aufwendungen. Im Urteilsfall erlitt die Klägerin durch einen Verkehrsunfall auf dem Weg von ihrer ersten Tätigkeitsstätte nach Hause erhebliche Verletzungen. Sie machte die hierdurch verursachten Krankheitskosten, soweit sie nicht von der Berufsgenossenschaft übernommen wurden, als Werbungskosten geltend.

    Finanzamt und Finanzgericht ließen den Werbungskostenabzug nicht zu. Der BFH erkannte die unfallbedingten Krankheitskosten als Werbungskosten an. Zwar seien durch die Entfernungspauschale grundsätzlich sämtliche fahrzeug- und wegstreckenbezogene Aufwendungen abgegolten, die durch die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte veranlasst sind. Dies gelte auch für Unfallkosten, soweit es sich um echte Wegekosten handelt (z.B. Reparaturaufwendungen).

    Andere Aufwendungen, insbesondere Aufwendungen in Zusammenhang mit der Beseitigung oder Linderung von Körperschäden, die durch einen Wegeunfall zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eingetreten sind, werden lt. BFH dagegen nicht von der Abgeltungswirkung erfasst. Solche beruflich veranlassten Krankheitskosten können daher neben der Entfernungspauschale berücksichtigt werden.

    Die Reaktion der Finanzverwaltung bleibt abzuwarten. Die Finanzämter haben bisher die Reparaturaufwendungen anders als Krankheitskosten als Unfallkosten anerkannt. Der BFH sieht dies jetzt genau andersherum.

    Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19.12.2019, AKtenzeichen VI R 8/18

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