Besondere Personengruppen

    besondere Personengruppen: mehrere Männer in einer Besprechung am Tisch

    Bei beschäftigten Familienangehörigen, Verdiensten innerhalb der Gleitzone und der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung von Studenten gibt es viel zu beachten.

    Wichtige Infos für Sie

    In unserer Infothek finden Sie Informationen und Hilfen zu vielen Themen: Studierende und Praktikanten, geringfügige Beschäftigung, Beschäftigung von Familienangehörigen und Mitarbeiter in der Gleitzone.

    Familienangehörige

    Manchmal arbeiten Angehörige im Familienbetrieb mit. In diesen Fällen muss geprüft werden, ob die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig ist.

    Feststellung der Sozialversicherungspflicht

    Grundsätzlich ist für die versicherungsrechtliche Beurteilung von mitarbeitenden Familienangehörigen die Krankenkasse zuständig. Bei mitarbeitenden Ehegatten oder Lebenspartnern nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz kann im Einzelfall aber auch die Deutsche Rentenversicherung Bund ( DRV Bund) zuständig sein. Zur Klärung wenden Sie sich einfach an Ihre BIG.

    Mitunternehmerschaft

    Grundsätzlich gilt: Mitunternehmer ist, wer mit seinem Ehepartner per Ehevertrag eine Gütergemeinschaft vereinbart hat, in der der Betrieb zum Gesamtgut gehört. Doch auch in diesem Fall kann unter bestimmten Voraussetzungen ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis vorliegen: Immer dann, wenn die persönliche Arbeitsleistung des Ehegatten deutlich im Vordergrund steht, ist eine Mitunternehmerschaft ausgeschlossen. Das kann z. B. eintreten, wenn kein nennenswertes Kapital in das Gesamtgut fließt. Abschließend kann dies nur im Einzelfall geklärt werden. Bitte wenden Sie sich an Ihre BIG.

    Feststellung der Sozialversicherungspflicht

    Grundsätzlich gilt: Der Arbeitgeber meldet das Beschäftigungsverhältnis bei der zuständigen Krankenkasse an. Dazu wird in der Meldung das Statuskennzeichen "1" eingetragen. Die Krankenkasse sendet daraufhin dem Arbeitgeber einen Fragebogen zu, anhand dessen der Arbeitnehmerstatus abgeklärt wird. Geht daraus eindeutig hervor, dass z. B. keine Mitunternehmerschaft vorliegt, stellt die Krankenkasse auf der Basis der vorliegenden Daten die Sozialversicherungspflicht fest und teilt dies dem Arbeitgeber und dem Versicherten mit. In Ausnahmefällen leitet die Krankenkasse die Unterlagen zur endgültigen Entscheidung an die  DRV Bund weiter; dies ist dann der Fall, wenn der Ehegatte/Lebenspartner finanziell an dem Betrieb beteiligt ist.

    Bestandsfälle

    In den Bestandsfällen ist für die versicherungsrechtliche Beurteilung generell die Krankenkasse zuständig. Hierbei handelt es sich um mitarbeitende Ehegatten/Lebenspartner, die ihre Beschäftigung zum Teil schon seit Jahren ausüben. Diese Sachverhalte sind ausschließlich von den Krankenkassen zu entscheiden. Betroffene können sich hierzu – auch wenn keine Anmeldung vom Arbeitgeber abzugeben ist – an ihre Krankenkasse wenden. 

    Unabhängig davon, wer die endgültige Entscheidung trifft, ist die Bundesagentur für Arbeit leistungsrechtlich an die versicherungsrechtliche Entscheidung gebunden; eine rückwirkend andere Betrachtung ist also im Fall eines Leistungsantrages (z. B. auf Arbeitslosengeld) ausgeschlossen. 

    Hinweis: Mit in Kraft treten des Sozialversicherungsänderungsgesetzes am 1. Januar 2008 wird der Personenkreis mitarbeitender Familienangehöriger erweitert, bei dem die Versicherungspflicht oder -freiheit in der Sozialversicherung zu klären ist: Bei der Anmeldung zur Sozialversicherung geben Arbeitgeber an, ob es sich bei dem Beschäftigten um den mitarbeitenden Ehegatten, Lebenspartner oder – das kommt hinzu – einen Sohn oder die Tochter handelt. Das Feststellungsverfahren wird dann wie gewohnt von der Krankenkasse eingeleitet.

    Gleitzone

    Die sogenannte Gleitzone sorgt dafür, dass auch niedrig bezahlte Jobs für Arbeitnehmer attraktiv bleiben. Überschreiten Geringverdiener die 450-Euro-Grenze, werden sie durch die Regelung nicht mit dem vollen Beitragsanteil zur Sozialversicherung belastet.

    Gleitzone - Beschäftigung im Niedriglohnbereich

    Bezieht ein Arbeitnehmer regelmäßig ein monatliches Entgelt von 450,01 Euro bis 850,00 Euro, liegt er mit seinem Verdienst seit dem 1. Januar 2013 in einer Gleitzone. Hier steigen die Arbeitnehmer-Beiträge zur Sozialversicherung gleitend von einem ermäßigten auf das reguläre Niveau an. Bei mehreren Beschäftigungen zählt das insgesamt erzielte Arbeitsentgelt. Die Ermäßigung bezieht sich nur auf die Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitnehmers – und nicht auf die des Arbeitgebers.

    Gleitzone im Niedriglohnbereich

    Einer Ihrer Mitarbeiter verdient mindestens 450,01 und höchstens 850,00 Euro? Dann berechnen Sie die Beiträge zur Sozialversicherung auf Grundlage der sogenannten 'fiktiven beitragspflichtigen Einnahme'. 
    Übrigens: Mehrere versicherungspflichtige Beschäftigungen müssen addiert werden. Liegt der gesamte Verdienst über 850,00 Euro, gelten die Regelungen der Gleitzone nicht. Die Gleitzone gilt ferner nicht bei Auszubildenden. Auch dann nicht, wenn das Arbeitsentgelt unter 850,00 Euro liegt.

    Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge

    Nachfolgend finden Sie eine Beispielrechnung zur Berechnung der Gleitzone:

    1. Zunächst bestimmen Sie die fiktive beitragspflichtige Einnahme auf Basis des Faktors F (hier als Beispiel der Faktor für 2013: 0,7605)) nach der Formel: 1,2694375 X AE - 229,022. Das Kürzel 'AE' bezeichnet das reale Arbeitsentgelt. Durch Einsetzen der Zahlen errechnen Sie die fiktive beitragspflichtige Einnahme.
    2. Von dieser fiktiven Einnahme berechnen Sie nun die Gesamtbeiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Wenden Sie dabei den jeweils halben Beitragssatz an und verdoppeln Sie anschließend diesen Betrag. So vermeiden Sie Rundungsdifferenzen.
    3. Dann bestimmen Sie die Arbeitgeber-Beitragsanteile. Diese werden nicht von der fiktiven beitragspflichtigen Einnahme berechnet, sondern vom realen Arbeitsentgelt. Wieder den halben Beitragssatz anwenden.
    4. Von den Gesamt-Beiträgen (2) ziehen Sie die Arbeitgeber-Beitragsanteile (3) ab und ermitteln so die Arbeitnehmer-Beitragsanteile.

    Beispiel zur Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge

    Lesen Sie hier beispielhaft, wie bei einem Arbeitsentgelt von 500 Euro ab dem 1. Januar 2013 der Beitrag zur Krankenversicherung bestimmt wird. In der gleichen Weise werden auch die Beiträge zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung berechnet.

    Erster Schritt: Die fiktive beitragspflichtige Einnahme berechnet sich nach der Formel: 
    1,2694375 X AE - 229,022 

    Der Faktor F beträgt am 1. Januar 2013 0,7605. Das Arbeitsentgelt liegt bei 500 Euro. Damit ergibt sich: 
    1,2694375 X 500,00€ - 229,022= 405,70 €

    Zweiter Schritt: Von der fiktiven beitragspflichtigen Einnahme ermittelt man den Gesamt-Beitrag zur Krankenversicherung:

    • 405,70 € x 7,0 v.H. x 2 = 56,80 €
    • 405,70 Euro x 0,9 v.H. = 3,65 €
    • Gesamt = 60,45 €

    Dritter Schritt: Der Arbeitgeber-Beitragsanteil zur Krankenversicherung errechnet sich vom realen Arbeitsentgelt mit dem halben Beitragssatz: 500,00 Euro x 7,0 v.H. = 35,00 Euro

    Vierter Schritt: Der Arbeitnehmer-Beitragsanteil ermittelt man, indem man vom vollen Krankenversicherungsbeitrag den Arbeitgeber-Beitragsanteil abzieht: 60,45 € - 35,00 € = 25,45 €

    Übergangsregelung

    Bei Beschäftigungsverhältnissen, die bereits vor dem 31.12.2012 bestanden und über den 01.01.2013 hinaus bestehen, und deren Arbeitsentgelte zwischen 400,01 € und 450,00 € liegen, ist bis zum 31.12.2014 die alte Gleitzonenformel (F x 400 + (2-F) x (AE – 400) anzuwenden, sofern kein Antrag auf Befreiung von der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung gestellt wurde. 

    Bei Beschäftigungsverhältnissen, die bereits vor dem 31.12.2012 bestanden und über den 01.01.2013 hinaus bestehen, und deren Arbeitsentgelte zwischen 800,01 € und 850,00 € liegen, ist die Gleitzonenregelung nicht anzuwenden. Die Beiträge sind aus dem tatsächlich erzielten Arbeitsentgelt zu berechnen. Diese Arbeitnehmer haben allerdings die Möglichkeit, die Anwendung der Gleitzone bei ihrem Arbeitgeber schriftlich zu beantragen. Diese Erklärung gilt nur für die Zukunft und kann nur bis zum 31.12.2014 abgegeben werden. 

    Die Übergangsregelung entfällt zum 01.01.2015.

    Gleitzonen-Beitragsrechner

    Nutzen Sie unseren Gleitzonenrechner, um die Sozialversicherungsbeiträge schnell, problemlos und korrekt zu berechnen. Sie müssen lediglich das Arbeitsentgelt und den gültigen Beitragssatz der BIG eintragen. Alles Weitere wird automatisch errechnet. Der Gleitzonenrechner berücksichtigt auch den Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung für kinderlose Arbeitnehmer. Sie können den Rechner sogar zur Ermittlung der Beiträge nutzen, wenn der betreffende Mitarbeiter auf eine Reduzierung seiner Rentenversicherungsbeiträge verzichtet.

    Mehrere Beschäftigungen

    Wenn ein Arbeitnehmer mehrere Beschäftigungen ausübt, ist das Entgelt zur Ermittlung der Sozialversicherungsbeiträge zusammen zu rechnen werden. Dabei gilt die besondere Gleitzonen-Beitragsberechnung immer dann, wenn die Summe der Einkünfte zwischen 450,01 und 850,00 Euro liegt. 

    Hinweis: Bei der Zusammenrechnung von mehreren Beschäftigungen gibt es bestimmte Konstellationen, bei denen eine oder mehrere der Beschäftigungen versicherungsfrei sind. Diese werden dann nicht addiert. Informationen zu Versicherungspflicht oder Versicherungsfreiheit, z. B. bei Nebenjobs, finden Sie unter geringfügig Beschäftigte.

    Mini-Jobs

    Geringfügige Beschäftigungen, sog. Mini-Jobs, sind in der Sozialversicherung grundsätzlich versicherungsfrei. Dabei werden zwei Arten von geringfügiger Beschäftigung unterschieden: Die geringfügig entlohnte Beschäftigung und die kurzfristige Beschäftigung.

    Geringfügige Beschäftigung - Wo liegen die Unterschiede?

     

    Seit dem 1. April 2003 beträgt die Geringfügigkeitsgrenze 400 Euro. Zum 01.01.2013 wurde die Grenze auf 450,00 Euro angepasst. Bis zu 450 Euro kann der Arbeitnehmer also regelmäßig im Monat verdienen, ohne dass er aus dem Entgelt Sozialversicherungsbeiträge und Steuern zahlen muss. Ausschließlich die Höhe des Arbeitsentgelts entscheidet darüber, ob eine Beschäftigung geringfügig entlohnt ist oder nicht; die wöchentliche Arbeitszeit und die Anzahl der monatlichen Arbeitseinsätze sind dabei unerheblich.

    Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn das Beschäftigungsverhältnis von vornherein auf höchstens zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage befristet ist. Vorbeschäftigungen werden dabei unter bestimmten Voraussetzungen angerechnet. Ausgenommen von der Versicherungsfreiheit wegen Geringfügigkeit sind:

    • Auszubildende und Praktikanten und Teilnehmer an dualen Studiengängen,
    • Teilnehmer an einem freiwilligen sozialen oder freiwilligen ökologischen Jahr sowie
    • Im Rahmen des Gesetzes über den Bundesfreiwilligendienst sowie
    • Personen, die nach einer längeren Krankheit wieder in das Erwerbsleben stufenweise eingegliedert werden sollen

    Beschäftigungen mit Entgelt bis 400,00 €, die vor dem 01.01.2013 bestanden

    Arbeitgeber entrichtet Pauschalabgaben

    Der Arbeitgeber zahlt für den geringfügig entlohnten Beschäftigten Pauschalabgaben zur Sozialversicherung. Es sind 15 Prozent des Arbeitsentgelts für die Rentenversicherung und 13 Prozent für die Krankenversicherung. Ausnahme: Für geringfügig Beschäftigte in Privathaushalten zahlt der Arbeitgeber, d. h. der Privathaushalt, geringere Beiträge zur Sozialversicherung: Je fünf Prozent des Arbeitsentgelts für die Kranken- und für die Rentenversicherung. Der Arbeitnehmer kann den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung aufstocken, um den vollen Leistungsanspruch in der Rentenversicherung zu erwerben. Verzichtet der Arbeitgeber auf die Vorlage der Lohnsteuerkarte zur individuellen Steuerberechnung, zahlt er außerdem zwei Prozent Pauschalsteuer (einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Die pauschalierte Steuerabgabe in Höhe von zwei Prozent ist allerdings nicht möglich, falls ein Arbeitgeber zwar auf die Vorlage der Lohnsteuerkarte verzichtet, aber nicht den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung entrichtet (etwa weil wegen mehrerer 450-Euro-Jobs die Geringfügigkeitsgrenze überschritten ist und Sozialversicherungspflicht eintritt). Stattdessen fällt in diesem Fall eine pauschale Lohnsteuer von 20 Prozent an.

    Auswirkungen auf die Rentenversicherung

    Personen, die am 31. Dezember 2012 wegen Verzichts auf die Rentenversicherungfreiheit nach der bis zum 31. Dezember 2012 maßgebenden Rechtslage der Rentenversicherungpflicht unterlagen, bleiben über den 31. Dezember 2012 hinaus rentenversicherungspflichtig. In diesem Fall zahlt der Arbeitnehmer zusätzlich zu dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers während des laufenden Kalenderjahres einen Anteil von 3,9 % (= Differenz bis zum während des laufenden Kalenderjahres gültigen Beitragssatz in der Rentenversicherung von 18,7%). Auch dieser zusätzliche Aufstockungsbeitrag des Mitarbeiters muss vom Arbeitgeber berechnet, im Beitragsnachweis vermerkt und abgeführt werden. Um hierbei Minimalbeiträge zu vermeiden, hat der Gesetzgeber eine Mindestbeitragsbemessungsgrundlage von 175 Euro vorgesehen. Beiträge sind also mindestens von diesem Betrag zu berechnen, so dass sich ein Mindestbeitrag von derzeit 30,08 Euro (175 Euro x 18,7%) ergibt. Ist das Arbeitsentgelt niedriger als die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage, trägt der Arbeitnehmer die Beiträge aus diesem Differenzbetrag allein; der Arbeitgeber zahlt also in jedem Fall nur den Anteil in Höhe von 15% aus dem tatsächlich gezahlten Arbeitsentgelt.

    Wichtig: Als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet, Ihre Mitarbeiter auf die Möglichkeit einer Aufstockung des Rentenbeitrags hinzuweisen. Die Erklärung des Arbeitnehmers zum Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit, wie dieser Vorgang formal genannt wird, bewahren Sie gemeinsam mit den Lohnunterlagen auf.

    Sollte allerdings das Entgelt auf über 400,00 € bis zu 450,00 € nach dem 01.01.2013 erhöht werden, so entsteht ab diesem Zeitpunkt Rentenversicherungspflicht mit der Möglichkeit der Befreiung.

    Beschäftigungen mit Entgelt von 400,01 € bis 450,00 €, die vor dem 01.01.2013 bestanden

    Die Rentenversicherungspflicht bleibt bestehen, eine Befreiung ist frühestens ab dem 01.01.2015 möglich.

    Auch die Versicherungspflicht zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bleibt bestehen, allerdings längstens bis zum 31.12.2014. Ab dem 01.01.2015 tritt in diesen Zweigen Versicherungsfreiheit wegen Geringfügigkeit ein.

    Eine vorherige Befreiung von der Versicherungspflicht ist hier allerdings möglich. Dafür ist bei der Krankenkasse ein Antrag auf Befreiung von der Kranken- und Pflegeversicherungspflicht bis zum 02.04.2013 zu stellen. Wurden bis zu diesem Datum keine Leistungen in Anspruch genommen, so wirkt die Befreiung rückwirkend ab dem 01.01.2013, ansonsten ab dem Folgemonat der Antragsstellung. In der Krankenversicherung endet die Versicherungspflicht zudem, wenn die Voraussetzungen für eine Familienversicherung erfüllt sind. 
    Für die Befreiung von der Arbeitslosenversicherungspflicht ist ein Antrag bei der Bundesagentur für Arbeit bis zum 02.04.2013 zu stellen, damit die Befreiung ab dem 01.01.2013 gilt. 

    Beschäftigungen mit Entgelt bis 450,00 €, die nach dem 01.01.2013 aufgenommen werden

    Wird ab dem 01.01.2013 ein Beschäftigungsverhältnis mit einem Arbeitsentgelt von monatlich bis zu 450,00 € neu begründet, so liegt eine geringfügig entlohnte Beschäftigung vor. Es besteht Versicherungsfreiheit zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. In der Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht. Der Arbeitgeber zahlt zur Rentenversicherung einen Beitrag in Höhe von 15 des Arbeitsentgelts, der geringfügig Beschäftigte trägt die Differenz zum vollen Rentenversicherungsbeitragssatz in Höhe von 3,9 %. Der Minijobber kann sich allerdings von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Der Antrag auf Befreiung ist bei dem Arbeitgeber schriftlich zu stellen. Die Befreiung wirkt ab Beginn des Kalendermonats, in dem der Antrag beim Arbeitgeber eingeht, frühestens ab Beschäftigungsbeginn.

    Meldungen und Beiträge an eine zentrale Einzugsstelle

    Seit dem 1. April 2003 zahlt der Arbeitgeber die Sozialversicherungsabgaben für den geringfügig entlohnten Job an die Knappschaft als Träger der gesetzlichen Rentenversicherung – unabhängig davon, bei welcher Krankenkasse der Arbeitnehmer versichert ist. Fällt für den 450-Euro-Job die Pauschalsteuer in Höhe von zwei Prozent an, muss auch sie an die Knappschaft entrichtet werden. In diesem Fall gibt der Firmenchef künftig auf dem Beitragsnachweis auch seine Steuernummer an.

    Neue Beurteilung von Haupt- und Nebenjob

    Übt ein Mitarbeiter mehrere geringfügige Beschäftigungen aus, rechnet der Arbeitgeber die verschiedenen Jobs zusammen. Bei Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze tritt in allen 450-Euro-Jobs Sozialversicherungspflicht ein. Übt der Arbeitnehmer jedoch gleichzeitig Haupt- und Nebenbeschäftigung aus, gilt es zu unterscheiden:

    • Geht ein Mitarbeiter neben der Hauptbeschäftigung nur einem 450-Euro-Job nach, ist die Nebenbeschäftigung sozialversicherungsfrei.
    • Übt ein Arbeitnehmer neben der versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung mehrere 450-Euro-Jobs aus, bleibt ein 450-Euro-Job sozialversicherungsfrei. Alle weiteren Nebenjobs werden mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet, so dass für sie Sozialversicherungspflicht eintritt.
    • Ausnahme: In der Arbeitslosenversicherung bleiben alle neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung ausgeübten Nebenjobs versicherungsfrei.

    Nachträgliche Beitragszahlung ausgeschlossen

    Die Versicherungspflicht tritt erst mit dem Tag der Mitteilung, dass die Voraussetzungen für die Geringfügigkeit der Beschäftigung nicht mehr vorliegen, ein. Der genaue Beginn der Versicherungspflicht steht in der Mitteilung. Die nachträgliche Berechnung und Einforderung von Beiträgen zur Sozialversicherung ist somit ausgeschlossen.

    Kurzfristige Beschäftigung

    Ein Mitarbeiter gilt als kurzfristig beschäftigt, wenn das Arbeitsverhältnis innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens zwei Monate (bei mindestens fünf Arbeitstagen pro Woche) bzw. 50 Arbeitstage (bei weniger als fünf Arbeitstagen pro Woche) befristet ist. Die Befristung kann schriftlich vereinbart sein, sich aber auch aus der Eigenart der Beschäftigung (zum Beispiel bei Projektarbeiten) ergeben. Die Höhe des Verdienstes spielt hier keine Rolle.

    Prüfung der Kurzfristigkeit

    Ein Mitarbeiter gilt grundsätzlich als kurzfristig beschäftigt, wenn das Arbeitsverhältnis innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens zwei Monate (bei mindestens fünf Arbeitstagen pro Woche) bzw. 50 Arbeitstage (bei weniger als fünf Arbeitstagen pro Woche) befristet ist. Die Befristung kann schriftlich vereinbart sein, sich aber auch aus der Eigenart der Beschäftigung (zum Beispiel bei Projektarbeiten) ergeben. Die Höhe des Verdienstes spielt hier keine Rolle.

    Um zu klären, ob der Arbeitnehmer tatsächlich kurzfristig beschäftigt ist, addieren Sie seine Vorbeschäftigungen. Maßgebend ist dabei das Kalenderjahr: Endet die aktuelle Beschäftigung, muss also lediglich bis zum 1. Januar des laufenden Kalenderjahres zurückgerechnet werden. Das ist der relevante Zeitraum, der auf Vorbeschäftigungen geprüft wird. Angerechnet werden alle kurzfristig, also auf maximal zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage befristeten Beschäftigungen. Dabei spielt es keine Rolle, bei welchem Arbeitgeber diese Beschäftigungen ausgeübt wurden.

    Wird eine versicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung entgegen der ursprünglichen Vereinbarung über den Zeitraum von zwei Monaten bzw. 50 Arbeitstage hinaus verlängert, tritt vom Tage der Vereinbarung über die Verlängerung Versicherungspflicht ein. Für die zurückliegende Zeit bleibt es bei der ursprünglichen Entscheidung; die Versicherungsfreiheit wird also nicht rückwirkend aufgehoben.

    Ausnahmen (Berufsmäßigkeit)

    Versicherungsfreiheit wegen Kurzfristigkeit scheidet aus, wenn die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und das monatliche Arbeitsentgelt gleichzeitig regelmäßig mehr als 450 Euro beträgt. Berufsmäßigkeit liegt grundsätzlich immer dann vor, wenn die Beschäftigung für den Betroffenen nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Dies ist zum Beispiel dann anzunehmen, wenn Arbeitnehmer während eines unbezahlten Urlaubs oder während einer Elternzeit eine kurzfristige Beschäftigung ausüben. Gleiches gilt für Bezieher von Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe sowie für arbeitssuchend gemeldete Personen. Berufsmäßigkeit ist ebenfalls anzunehmen, wenn zwischen Schulentlassung und Aufnahme eines Ausbildungsverhältnisses eine an sich kurzfristige Beschäftigung ausgeübt werden soll. In diesen Fällen tritt also Sozialversicherungspflicht ein.

    Um auch in allen anderen Fällen eine berufsmäßige Tätigkeit und damit Sozialversicherungspflicht bei ihrem Mitarbeiter ausschließen zu können, addieren Sie alle Beschäftigungen aus dem laufenden Kalenderjahr. Hierbei müssen neben den befristeten nun auch die unbefristeten Arbeitsverhältnisse berücksichtigt werden, sofern diese nicht geringfügig entlohnt waren. Übersteigt die Summe mehr als zwei Monate oder 50 Arbeitstage, liegt Berufsmäßigkeit und damit Sozialversicherungspflicht vor.

    Anders ist das bei Arbeitnehmern, die während des Kalenderjahres aus dem aktiven Erwerbsleben ausgeschieden sind. So spielen zum Beispiel bei kurzfristig beschäftigten Rentnern die unbefristeten Vorbeschäftigungen vor Eintritt in den Ruhestand keine Rolle.

    Beiträge und Meldungen

    Für kurzfristige Beschäftigungen müssen keine Beiträge gezahlt werden, auch keine Pauschalbeiträge. Trotzdem müssen Sie als Arbeitgeber auch für diese Mitarbeiter die üblichen Meldungen zur Sozialversicherung einreichen. Für kurzfristig Beschäftigte entfallen jedoch die Jahresmeldungen und die Unterbrechungsmeldungen. Für die Entgegennahme der Meldungen ist die Knappschaft zuständig.

    Studierende

    Für beschäftigte Studierende und Praktikanten gelten in vielen Fällen besondere Regelungen für die Sozialversicherungspflicht. Lesen Sie hier, was Sie bei der Beurteilung dieser Arbeitsverhältnisse beachten müssen.

    Beschäftigung von Studierenden

    Sie beschäftigen in Ihrem Betrieb Studierende? Wenn Sie einen Studierenden fortlaufend oder zeitweise beschäftigen (z. B. in den Semesterferien) oder der Studierende ein Praktikum absolviert, beachten Sie, dass in der Sozialversicherung unterschiedliche Regelungen gelten.

    Beschäftigte Studenten bis 450,00 Euro

    Ganz gleich, wie die wöchentliche Arbeitszeit aussieht, solange der Student nicht mehr als 450,00 Euro pro Monat verdient, gelten in der Sozialversicherung die gleichen Regelungen wie für geringfügig entlohnte Beschäftigungen (Mini-Jobs). Das heißt, der Arbeitgeber zahlt für den geringfügig entlohnten Beschäftigten Pauschalabgaben zur Sozialversicherung an die Knappschaft: 15 Prozent des Arbeitsentgelts für die Rentenversicherung und 13 Prozent für die Krankenversicherung.

    Fortdauernd beschäftigte Studenten über 450,00 Euro

    Sie beschäftigen einen Studenten, der mehr als 450,00 Euro pro Monat verdient? Möglich ist das, wenn sein Entgelt für die Tätigkeit in Ihrem Betrieb über dieser Grenze liegt oder er noch einen zweiten Mini-Job hat und beide Entgelte zusammen mehr als 450,00 Euro betragen. Als Arbeitgeber sind Sie deshalb verpflichtet, sich einen Nachweis über eventuelle weitere Arbeitsverhältnisse geben zu lassen.

    Liegt das Gesamt-Entgelt also über 450,00 Euro, gelten andere Regelungen für die Sozialversicherung. Wie ein regulärer Arbeitnehmer ist ein Student dann rentenversicherungspflichtig. Für Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung müssen jedoch keine Beiträge aus der Beschäftigung gezahlt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Student tatsächlich als "ordentlicher Student" gelten kann. Damit ist gemeint, dass er neben seinem Job noch genügend Zeit hat, zu studieren. Dafür gilt folgender Beurteilungsgrundsatz: Während des Semesters darf die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden betragen. Diese Grenze darf nur überschritten werden, wenn die Beschäftigung überwiegend an den Wochenenden oder in den Abend- und Nachtstunden ausgeübt wird. In den Semesterferien gilt diese Beschränkung der wöchentlichen Arbeitszeit nicht. Dann kann der Student auch z. B. 30 oder 40 Stunden pro Woche arbeiten.

    Werden diese Voraussetzungen nicht eingehalten, gilt der Student als regulärer Arbeitnehmer und ist auch in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung voll versicherungspflichtig.

    Kurzfristig beschäftigte Studenten

    Ist das Arbeitsverhältnis eines Studenten von vornherein auf maximal zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage befristet, dann ist der Student unabhängig von Verdienst und Arbeitszeit komplett sozialversicherungsfrei (auch in der Rentenversicherung). Dabei spielt es auch keine Rolle, ob Sie den Studenten während des Semesters oder in den Ferien engagiert haben. Im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung kann er auch während des Semesters 30 oder 40 Stunden pro Woche arbeiten, ohne seinen Status als "ordentlicher" Student zu verlieren und sozialversicherungspflichtig zu werden.

    Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Student innerhalb des laufenden Kalenderjahres tatsächlich an nicht mehr als 60 Kalender- bzw. 50 Arbeitstage einer kurzfristigen Beschäftigung nachgeht. Wird diese Grenze überschritten, weil z. B. im Laufe des Jahres mehrere kurzfristige Beschäftigungen zusammenkommen oder weil ein Ferienjob verlängert wird, tritt in jedem Fall Rentenversicherungspflicht ein.

    Ab dem 01.01.2015 werden die Höchstgrenzen für kurzfristige Beschäftigungen auf drei Monate oder 70 Arbeitstage angehoben. Diese Regelung gilt bis zum 31.12.2018.

    Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung

    Bei der Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sind einige Besonderheiten zu beachten:

    • Der Student geht einer auf maximal zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage befristeten Beschäftigung nach. Jedoch liegen innerhalb eines Jahres Beschäftigungszeiten von mehr als 26 Wochen bzw. 182 Kalendertagen vor. Berücksichtigt werden dabei alle Beschäftigungen, bei denen die wöchentliche Arbeitszeit über 20 Stunden liegt. Als Berechnungsgrundlage wird hier nicht das Kalenderjahr zugrunde gelegt, sondern es muss vom voraussichtlichen Ende der aktuellen befristeten Beschäftigung ein Jahr zurückgerechnet werden. Ab dem Beginn des Arbeitsverhältnisses, mit dem die Beschäftigungen des Studenten diese 26-Wochen-Grenze überschreiten, wird er auch in diesen Zweigen der Sozialversicherung regulär versicherungspflichtig.
    • Wird ein ursprünglich auf zwei Monate befristetes Arbeitsverhältnis, z. B. wegen hohem Arbeitsaufkommen in Ihrem Betrieb, spontan verlängert, ist außerdem noch folgendes zu beachten: Liegt der Verlängerungszeitraum im Semester? Und beträgt die wöchentliche Arbeitszeit über 20 Stunden? Dann ist der Student ab dem Zeitpunkt, an dem die Verlängerung abzusehen war, nicht nur in der Renten-, sondern auch in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung voll versicherungspflichtig, denn er gilt jetzt nicht mehr als "ordentlicher Student".

    Arbeitgeber-Hinweise zur Beschäftigung von Studenten

    Hier haben wir für Sie die wesentlichen Aspekte, die Sie bei der Beschäftigung von Studenten beachten müssen, zusammengestellt:

    • Nehmen Sie von in Ihrem Betrieb beschäftigte Studenten und für Praktikanten, die an einer Hochschule eingeschrieben sind, immer eine Immatrikulationsbescheinigung als Nachweis zu Ihren Akten.
    • Lassen Sie sich auch von Studenten einen Nachweis über eventuelle weitere Arbeitsverhältnisse vorlegen.
    • Auch wenn die Beschäftigung eines Studenten in Ihrem Betrieb beitragsfrei ist, gilt die grundsätzliche Versicherungspflicht von Studenten in der Kranken- und Pflegeversicherung weiter. Darum müssen Sie sich als Arbeitgeber jedoch nicht kümmern. Das ist Sache Ihres studentischen Mitarbeiters.

    Sozialversicherungsrechtliche Beurteilung von Arbeitsverhältnissen mit Studenten

    Wie Sie Arbeitsverhältnisse mit Studierenden sozialversicherungsrechtlich beurteilen, dafür finden Sie hier einige Beispiele:

    Beispiel 1: Ein Student übt eine unbefristete Beschäftigung aus. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 17 Stunden, das monatliche Arbeitsentgelt beträgt 800,00 EUR. 
    Ergebnis: Da die Beschäftigung an nicht mehr als 20 Stunden in der Woche ausgeübt wird, besteht Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungsfreiheit. In der Rentenversicherung hingegen besteht Versicherungspflicht, da die Beschäftigung nicht geringfügig ist.

    Beispiel 2: Ein Student übt eine unbefristete Beschäftigung aus. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 16 Stunden, das monatliche Arbeitsentgelt beträgt 700,00 EUR. In den Semesterferien erhöht er seine wöchentliche Arbeitszeit auf 30 Stunden, das monatliche Arbeitsentgelt beträgt in dieser Zeit 1.300,00 EUR. 
    Ergebnis: Da die Beschäftigung in der Vorlesungszeit an nicht mehr als 20 Stunden in der Woche ausgeübt wird, besteht Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungsfreiheit. Die erhöhte Wochenarbeitszeit ist insoweit unschädlich, da sich diese ausschließlich auf die Semesterferien beschränkt. In der Rentenversicherung hingegen besteht durchgehend Versicherungspflicht, da die Beschäftigung nicht geringfügig ist.

    Beispiel 3: Ein Student übt vom 01.08. bis 30.09. des laufenden Kalenderjahres eine auf zwei Monate befristete Beschäftigung aus. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 25 Stunden. Es bestehen folgende Vorbeschäftigungszeiten: 
    Vom 01.10. bis 30.11. des Vorjahres (wöchentliche Arbeitszeit 25 Stunden) 
    Vom 01.01. bis 15.02. des laufenden Kalenderjahres (wöchentliche Arbeitszeit 18 Stunden) 
    Ergebnis: Die zu beurteilende Beschäftigung ist in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, da die Dauer der Beschäftigungen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden im Laufe der vergangenen 12 Monate nicht mehr als 26 Wochen beträgt. In der Rentenversicherung ist die Beschäftigung versicherungspflichtig, da sie nicht kurzfristig ausgeübt wird (Beschäftigungszeiten von mehr als zwei Monaten bzw. 50 Kalendertagen innerhalb des laufenden Kalenderjahres).

    Freiwillige Praktika

    Absolviert ein Student in Ihrem Betrieb ein freiwilliges Zwischenpraktikum – also ein Praktikum, das nicht in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben ist – und wird von Ihnen dafür bezahlt, gelten für die Sozialversicherung ebenfalls die allgemeinen Regelungen für beschäftigte Studenten. Bis auf eine Ausnahme: Verdient der Student nicht mehr als 450,00 Euro pro Monat, muss nur ein Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung, jedoch kein Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung entrichtet werden.

    Erhält der Student für das Praktikum kein Entgelt, fallen auch keine Sozialversicherungsbeiträge an. Das gleiche gilt für Schülerpraktika (in der Regel in der 9. Klasse als Orientierungshilfe zur Berufswahl), auch dann wenn Sie als Anerkennung ein Taschengeld zahlen.

    Jugendliche oder junge Erwachsene, die nach ihrem Schulabschluss ein Praktikum in einem Betrieb machen, z. B.um die Wartezeit auf einen Ausbildungsplatz zu überbrücken oder um ein Berufsbild näher kennen zu lernen, werden – sofern Sie ein Entgelt erhalten – sozialversicherungsrechtlich wie reguläre Arbeitnehmer behandelt. Das heißt, es gelten je nach Höhe des Verdienstes z. B. die Regelungen für geringfügig entlohnte Beschäftigte oder Beschäftigte im Niedriglohnbereich (Gleitzone). Erhalten Sie kein Entgelt, fallen auch keine Sozialversicherungsbeiträge an.

    Sozialversicherung bei vorgeschriebenen Praktika

    In den Studien- oder Prüfungsordnungen zu zahlreichen Studiengängen sind Vor-, Nach- oder Zwischenpraktika vorgeschrieben. Wenn Sie in ihrem Betrieb einen solchen Praktikanten beschäftigen, müssen Sie für die Beurteilung der Sozialversicherungspflicht besondere Regelungen beachten.

    Vorgeschriebenes Zwischenpraktikum

    Hier handelt es sich um den einfachsten Fall: Diese Beschäftigung ist in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungsfrei. Sie müssen für diese Praktikanten keinerlei Beiträge abführen. Dabei spielen die wöchentliche Arbeitszeit, die Höhe des Verdienstes oder die Frage, ob überhaupt ein Entgelt gezahlt wird, keine Rolle.

    Kranken- und pflegeversichert ist der Student während des vorgeschriebenen Zwischenpraktikums über seine reguläre Studentenversicherung. Darum müssen Sie sich jedoch nicht kümmern, das ist Sache des Praktikanten. Er trägt auch allein die Beiträge.

    Vorgeschriebenes Vor- oder Nachpraktikum

    Da Studenten bei einem Vor- oder Nachpraktikum in der Regel noch nicht oder nicht mehr immatrikuliert sind, besteht hier Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung. Wie hoch die Beiträge sind und wer sie trägt, hängt dabei vom Entgelt ab.

    Fall 1: Das Praktikum ist unbezahlt. Sofern keine Familienversicherung vorliegt, trägt der Praktikant die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung allein. Sie als Arbeitgeber müssen sich um die Kranken- und Pflegeversicherung des Praktikanten nicht kümmern: Er ist in den meisten Fällen entweder familienversichert oder in der studentischen Krankenversicherung (Pauschalbeiträge pro Monat in 2015:  KV 61,01 EUR + Zusatzbeitrag 0,7 %, PV 14,03 EUR bzw. 15,52 EUR für Kinderlose ab Vollendung des 23. Lebensjahrs) pflichtversichert. Die Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung hingegen werden vom Arbeitgeber getragen. Sie zahlen für den Praktikanten folgende Pauschalbeiträge (Angaben gelten für 2015): 
    Arbeitslosenversicherung West: 0,85 EUR Ost: 0,72 EUR 
    Rentenversicherung West: 5,30 EUR Ost 4,52 EUR

    Fall 2: Der Praktikant verdient weniger als 325 Euro pro Monat. Bei 325 Euro pro Monat verläuft die so genannte "Geringverdienergrenze für zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte". Liegt das Entgelt des Praktikanten darunter, werden die Beiträge zu allen Zweigen der Sozialversicherung vom Arbeitgeber allein getragen. Es gelten die regulären Beitragssätze.

    Fall 3: Der Praktikant verdient mehr als 325 Euro pro Monat. Hier werden die Beiträge grundsätzlich je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Es gelten die regulären Beitragssätze in allen Zweigen der Sozialversicherung.

    Wichtig: Die regulären Beitragssätze gelten auch bei einem Entgelt zwischen 450,00 und 850 Euro. Die Gleitzone darf bei Praktikanten nicht angewandt werden.

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