Verwaltungsrat entlastet BIG-Vorstand

DORTMUND/BERLIN. In einem gesättigten, hart umkämpften Markt mit einem reformbedürftigen Gesundheitsfonds konnte sich BIG direkt gesund im Jahr 2014 erneut gut behaupten. Die Direktkrankenkasse konnte sowohl die Zahl ihrer Mitglieder steigern, als auch den Mitarbeiterstamm ausbauen. An ihre Versicherten zahlte die BIG rund 27 Millionen Euro an Prämien aus.

In hartem Marktumfeld 2014 mehr Versicherte und mehr Mitarbeiter gewonnen

Die Prämienauszahlung führte dazu, dass die BIG das Haushaltsjahr 2014 mit einem im Vorfeld geplanten Minus von 23,8 Millionen Euro abgeschlossen hat. „Ohne die Prämienauszahlung hätte unser Ergebnis ein Plus von 2,5 Millionen Euro ausgewiesen“, sagt René Scheer, Verwaltungsratsvorsitzender der BIG. „Uns war jedoch wichtig, unsere Mitglieder an der guten Entwicklung der BIG teilhaben zu lassen. Wir wollen die Beitragsgelder unserer Kunden nicht horten“, so Scheer weiter. Die Vermögenssituation der BIG sei trotz der wiederholten Auszahlung der Prämie stabil und sichere auch für die Zukunft einen günstigen Beitragssatz. Vor diesem Hintergrund erteilte der Verwaltungsrat dem BIG-Vorstand am Dienstag (23.6.) für den Jahresabschluss 2014 uneingeschränkt Entlastung.

Zuweisungssystematik beim Gesundheitsfonds intransparent

Entlastung wünscht sich Peter Kaetsch, Vorstandsvorsitzender der BIG, auch an anderer Stelle: beim Gesundheitsfonds. „Die Verteilung von über 200 Milliarden Euro jährlich ist intransparent und erfolgt fast ohne parlamentarische Kontrolle. Selbst für uns als Kasse ist das System kaum durchschaubar“, sieht Kaetsch dringenden Korrekturbedarf bei diesem Finanzausgleich der Kassen. Die Zuweisungssystematik führe dazu, dass manche Kassen bevorteilt würden. „Sie erhalten mehr Geld aus dem Fonds, als sie für die Deckung ihrer Ausgaben benötigen. Das führt zum Beispiel zu der absurden Situation, dass Kassen mit den höchsten Verwaltungskosten am meisten vom Fonds profitieren“, kritisiert Kaetsch. Eine schlank aufgestellte Kasse wie die BIG werde im Gegenzug durch geringere Zuweisungen „bestraft“. Ein fairer Wettbewerb sehe anders aus.

Wachsende Mitgliederzahlen

Trotz dieses schwierigen Umfelds habe sich die BIG im Jahr 2014 gut geschlagen, unterstreicht Kaetsch. So ist die Zahl ihrer Mitglieder zum Stichtag 1. Dezember 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 6.281 oder 2,3 Prozent auf 282.167 angestiegen, die Zahl der Versicherten wuchs um 6.224 oder 1,8 Prozent auf 389.681. „Die BIG konnte sowohl mit ihren freiwilligen Leistungen, als auch mit ihrem unkomplizierten, direkten Service überzeugen“, sagt Kaetsch.

Auch bei Mitarbeitern auf Wachstumskurs

Auf einem erfreulichen Wachstumskurs ist die BIG auch bei der Mitarbeiterentwicklung. Im Vergleich zu 2013 stieg die Zahl der Angestellten um 38 oder 6,7 Prozent auf insgesamt 604 (Stand 31.12.2014). In der Hauptverwaltung am Dortmunder „U“ finden sich 587 Arbeitsplätze (+34), weitere 17 (+4) am Rechtssitz in Berlin.

Arzneimittelbereich als Kostentreiber

Zu den Kennzahlen 2014: Die Leistungsausgaben lagen bei 754 Millionen Euro, ein Anstieg um 61,9 Millionen Euro oder 8,9 Prozent im Vergleich zu 2013. Größter Kostentreiber war der Arzneimittelbereich, der um 15 Prozent auf knapp 120 Millionen Euro wuchs. Ein Grund für den Anstieg ist die Absenkung der Arzneimittelrabatte von 16 auf 7 Prozent, die die Große Koalition beschlossen hat. Im sinnvollen Bereich der Prävention gab die BIG mit 96 Euro je Versicherten 18,4 Prozent mehr aus als im Vorjahr. An Gesamtzuweisungen aus dem Gesundheitsfonds erhielt die BIG 800,5 Millionen Euro, ein Plus von 5,9 Prozent im Vergleich zu 2013.

Herausforderung: Zusatzbeitrag stabil halten

Eine der großen Herausforderungen für die Zukunft ist für Peter Kaetsch, den Beitragssatz von 15,3 Prozent über das Jahr 2015 hinaus für die BIG-Versicherten stabil zu halten. Eine ambitionierte Zielsetzung, denn eine Reihe von Reformen werden ab 2016 die Ausgaben für die gesetzlichen Kassen weiter in die Höhe treiben: die Krankenhausreform, das Präventionsgesetz, höhere Ärztehonorare und eine bessere Palliativversorgung. „Dies wird sich auf die Zusatzbeiträge auswirken“, ist Kaetsch sicher. Die BIG wolle sich als Direktversicherer von dieser Entwicklung abkoppeln. Der aktuelle unterdurchschnittliche Zusatzbeitrag von 0,7 Prozentpunkten soll so lange wie wirtschaftlich vertretbar gehalten werden.

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