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Bürgerentlastungsgesetz: Beiträge von der Steuer absetzen

Sie können Ihre Beiträge für die Krankenversicherung von der Steuer absetzen. Die gesetzliche Grundlage dafür liegt im Bürgerentlastungsgesetz.

Wer kann was bei den Steuern geltend machen?

Grundsätzlich kann jeder, der Kranken- und Pflegepflichtbeiträge zahlt, von der Regelung profitieren. Bei der Steuer berücksichtigt werden die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge (inkl. des Zusatzbeitrages) der gesetzlichen wie der privaten Versicherung.

Wer übermittelt was an das Finanzamt?

Sind Sie in einem Beschäftigungsverhältnis, übernimmt der Arbeitgeber die Beitragsabführung an die Krankenkasse und meldet auch zu Beginn des nächsten Jahres die Höhe der gezahlten Beiträge an das Finanzamt. Dies geschieht automatisch mit der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung.

Beziehen Sie Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, übernimmt der Rentenversicherungsträger die Meldung an das Finanzamt.

Zahlen Sie Ihre Krankenkassenbeiträge selbst, z. B. als Selbständiger, meldet die BIG die Beiträge bis zum 28.02. des Folgejahres an das Finanzamt.

Die Datenübermittlung erfolgt elektronisch unter Angabe Ihrer Steueridentifikationsnummer.

Diese Versicherten erhalten nach erfolgter Datenübermittlung automatisch eine Bescheinigung über die gemeldeten Beiträge. Diese muss nicht separat angefordert werden.

Welche Beiträge werden an das Finanzamt übermittelt?

  • Geleistete Beiträge zur Krankenversicherung mit und ohne Krankengeldanspruch, inklusive des Zusatzbeitrages
  • Erstattete Beiträge zur Krankenversicherung mit und ohne Krankengeldanspruch, inklusive des Zusatzbeitrages
  • Geleistete Beiträge zur Pflegeversicherung
  • Erstattete Beiträge zur Pflegeversicherung

Die BIG meldet an das Finanzamt 100 Prozent der in dem jeweiligen Jahr gezahlten Beiträge. Das Finanzamt zieht dann bei den Versicherten, die mit Anspruch auf Krankengeld versichert sind, pauschal 4 Prozent der Beiträge für den Krankengeldanspruch ab, da steuerrechtlich nur Beiträge für eine Basisabsicherung berücksichtigt werden. Dies gilt ebenfalls für den Zusatzbeitrag.

Gemeldet werden in einem Kalenderjahr nur tatsächlich gezahlte oder erstattete Beiträge. Beiträge, die erst im Folgejahr gezahlt oder erstattet werden, werden in der Meldung an das Finanzamt erst im Jahr nach Zahlung bzw. Erstattung berücksichtigt.

Was gilt bei Prämien oder Boni?

An Sie ausgezahlte Prämien und Boni werden steuerlich als Einnahmen gerechnet und müssen von den gezahlten Beiträgen abgezogen werden. Die Meldung der Erstattungen an das Finanzamt erfolgt gemeinsam mit Ihren ggf. gezahlten oder erstatteten Beiträgen durch die  BIG.

Zu den Prämien gehören die Prämie für die Teilnahme am DMP-Programm sowie Erstattungen, die Sie für die Teilnahme an den Wahltarifen cash.smart Prämie bei Leistungsfreiheit und cashbasic/cash.young Selbstbehalt erhalten haben.

Zu den Boni gehören die Erstattungen, die Sie im Rahmen der Teilnahme am Bonusprogramm BIGtionär erhalten haben.

Erhält ein über Sie familienversicherter Angehöriger Boni oder Prämien, werden diese über Sie als Mitglied gemeldet.

Was gilt bei Wahl- bzw. Zusatztarifen mit zusätzlichen Leistungen?

Die Beiträge für Wahltarife der gesetzlichen Krankenversicherungen mit Zusatzleistungen sind steuerlich nicht abzugsfähig. Das gilt auch für Zusatztarife von privaten Krankenversicherern, die Wahlleistungen wie z. B. Chefarztbehandlung oder Einbettzimmer beinhalten. Beiträge hierfür können aber gegebenenfalls im Rahmen der sonstigen Vorsorgeaufwendungen angesetzt werden, solange die Höchstgrenzen noch nicht erreicht sind.

Was ist zu beachten, wenn sich übermittelte Daten rückwirkend ändern?

Ihre übermittelten Daten verändern sich z. B. aufgrund von falsch verbuchten Zahlungen oder einem rückwirkenden Wechsel in Ihrer Versicherungsart? Kein Problem, die BIG korrigiert die Datenübermittlung an das Finanzamt und Sie erhalten eine neue Bescheinigung für Ihre Unterlagen. Sofern Ihr Steuerbescheid bereits erstellt wurde, erhalten Sie ggfs. einen neuen Steuerbescheid.