Wiederbelebung nach Herzstillstand - Ein Prosit auf das Leben! 69-Jähriger dankt Retterinnen Jahr für Jahr

Gruppenbild: Herr Kussmann und seine Retterinnen

DORTMUND. Viele glückliche Umstände bescherten Hans-Jürgen Kussmann (69) ein zweites Leben. Das feiert er einmal im Jahr mit seinen Retterinnen und einer Flasche Sekt – natürlich alkoholfrei.

Vor drei Jahren, genau am 16. November 2016, erlitt Hans-Jürgen Kussmann im Foyer der BIG direkt gesund einen Herzstillstand. Bemerkt hatte das Iwona Pedde, aufmerksame Empfangs- und Sicherheitskraft bei der WISAG. Sie kannte den Rollstuhlfahrer, der fast jeden Tag in die BIG-Kantine zum Mittagessen kam und anschließend im Foyer ein Nickerchen machte. Doch an jenem 16. November war etwas anders. Hans-Jürgen Kussmann saß in seinem Rollstuhl, aber nicht an seinem üblichen Standort. "Das machte mich stutzig", erzählt Iwona Pedde. Daher ging sie zu Herrn Kussmann, um zu schauen, ob alles in Ordnung war. War es nicht. Sie konnte keinen Puls mehr fühlen. Herr Kussmann hatte einen Herzstillstand erlitten. Sofort setzte Iwona Pedde - sie hatte gerade eine Woche zuvor eine Ausbildung in Erster Hilfe absolviert - mit einer Herzdruckmassage an. Ihre Kollegin Marion Hinkel informierte umgehend Notarzt und Rettungswagen.

Personalräte der BIG halfen bei Wiederbelebung

Zeitgleich fand in der BIG-Eventhalle die Probe für die Personalversammlung der Krankenkasse statt. Einige der Personalräte sind ebenfalls als Ersthelfer ausgebildet, wie etwa Janine Ostermeier. In einer Gemeinschaftsaktion gelang es, Hans-Jürgen Kussmann bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu reanimieren, den Rettungswagen einzuweisen. "Es kam mir unglaublich lang vor, bis der Rettungsdienst endlich da war", erzählt Janine Ostermeier. Laut Protokoll der WISAG war der Rettungsdienst innerhalb von vier Minuten nach der Alarmierung vor Ort. Doch in so dramatischen Situationen dehnen sich die Minuten gefühlt zu Stunden.

Besuche im Krankenhaus

Drei Monate hat Hans-Jürgen Kussmann im Krankenhaus gelegen. In dieser Zeit besuchten Iwona Pedde und Marion Hinkel den heute 69-Jährigen. Man duzt sich, hat eine Whatsapp-Gruppe gegründet, der Umgang ist ausgesprochen herzlich. „Wenn ich damals zu Hause gewesen wäre, wäre ich schon drei Jahre tot“, sagt Kussmann heute. Und einmal im Jahr, an seinem "Geburtstag", stößt der ehemalige Schlosser mit einem Glas Sekt mit seinen drei Schutzengeln an - auf das Leben. So war es auch am Freitag (22. November). Mit etwas Verspätung. Der 16. November fiel auf einen Samstag und da hatten die Damen frei.

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