Studie belegt Einsparungen in Milliardenhöhe

Berlin/Dortmund, 01.07.10. – Allein durch mehr Effizienz in der Verwaltung können gesetzliche Krankenkassen jährlich 1,4 Milliarden Euro einsparen. Das ergab eine im Auftrag der Direktkrankenversicherung BIG direkt gesund durchgeführte Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), die heute in Berlin vorgestel lt wurde.

 

Erstmals untersuchten die Wissenschaftler des RWI die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen und wiesen dabei ein Einsparpotenzial in Milliardenhöhe nach. Die durchschnittlichen Verwaltungskosten in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) könnten demnach allein durch effizientere Verwaltungsstrukturen um 13 Prozent jährlich gesenkt werden. Statt derzeit 10,5 Milliarden Euro müsste die GKV der Studie zufolge nur 9,09 Milliarden Euro pro Jahr für Verwaltung ausgeben.

Der Vorstandsvorsitzende der BIG, Frank Neumann, sieht durchaus Handlungsbedarf: „Das Ergebnis macht deutlich, dass bei den Diskussionen um Sparpotenziale im Gesundheitswesen auch die Kassen ihren Teil beitragen können - ohne die Versicherten zu belasten“. Vor allem aber könne die Studie dazu dienen, die Debatte um die Verwaltungskosten zu versachlichen und die tatsächlichen Kosten transparent zu machen.

In der GKV fallen durchschnittlich 149,44 Euro Verwaltungskosten pro Versichertem an. Nach Berücksichtigung der Steuerbarkeit einzelner Verwaltungskosten und eines Morbiditätseffekts in der Versichertenstruktur wurde aus den Zahlen der BIG ein Referenzwert (Benchmark) von 129,42 Euro gebildet, der von der durchschnittlichen Kasse erreicht werden sollte. Damit könnten die Verwaltungsausgaben um 20,02 Euro pro Versichertem jährlich gesenkt werden. Die BIG direkt gesund liegt mit ihren Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 104,87 Euro pro Versichertem unter dem Referenzwert von 129,42 Euro.

„Die Studie zeigt deutlich, dass die Verwaltungskosten einiger Krankenkassen bei gleichem Leistungsniveau viel höher sind als bei anderen. Die Kassen haben demnach bei ihren Verwaltungskosten einen größeren Gestaltungsspielraum als bisher angenommen“, so Dr. Boris Augurzky, Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit des RWI.

Methodik

Die Studie basiert auf anonymisierten Daten des Bundesministeriums für Gesundheit
aus dem Jahr 2008. Die Datengrundlage umfasst die Rechnungsergebnisse sowie die
Angaben zum Ausgleich der Krankenversicherung der Rentner (Beitragspflichtige
Einnahmen). Die BIG legte ihre Verwaltungskosten für die Studie offen, so dass ein
Referenzwert errechnet werden konnte. Dieser Wert ergibt sich aus den Verwaltungskosten
der BIG zuzüglich der nicht beeinflussbaren Verwaltungskosten, wie Pensionslasten,
Ruhegehälter, Versorgungsbezüge, und dem morbiditätsbedingten Mehraufwand
in der Verwaltung.

Über RWI

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), 1926 gegründet, versteht sich als modernes Zentrum für wissenschaftliche Forschung und evidenzbasierte Politikberatung. Als Leitmotiv hat sich das RWI in seinem Forschungsplan "individuelle Prosperität und wirtschaftspolitische Handlungsmöglichkeiten im demographischen und gesellschaftlichen Wandel" gewählt. Mehr Informationen zum RWI finden Sie unter www.rwi-essen.de.

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