11. BIGtalk - Doc Esser entzaubert so manchen Gesundheitsmythos

11. BIGtalk: Peter Kaetsch, Steffi Neu und Doc Esser

DORTMUND. Ein Gläschen Rotwein am Abend? Lieber nicht! Mit Sport abnehmen? Klappt leider auch nicht wirklich. Und Goji-Beeren und Chia-Samen sind das Superfood? Nö, eher eine gute Idee von Marketing-Strategen. Mit so manchem Gesundheitsmythos räumte Doc Esser beim 11. BIGtalk am Donnerstag (11. Juli) in der BIG direkt gesund vor rund 550 Besucherinnen und Besuchern auf. Und mit Moderatorin Steffi Neu lieferte sich der Oberarzt der Klinik für Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und Intensivmedizin am Sana-Klinikum in Remscheid kurzweilige Schlagabtausche.

Bewegung verlängert das Leben

Gesundheit erhalten statt Krankheiten heilen, ist das Credo von Doc Esser. „Es gibt drei Hauptursachen dafür, dass wir vorzeitig versterben“, so Heinz-Wilhelm Esser und zählte auf: 1. Alkohol, 2. Übergewicht und 3. Tabakkonsum. Allein Rauchen kostet zehn Jahre Lebenszeit, Alkohol und Übergewicht jeweils drei. Und was erhöht die Lebenserwartung: Bewegung! 150 Minuten moderates Ausdauertraining in der Woche oder 75 Minuten intensives Training pro Woche sorgen nachweisbar für ein längeres Leben. „Wie langsam du auch läufst, Du schlägst diejenigen, die zuhause bleiben“, so der Experte vom WDR-Gesundheitsmagazin.

Bewegung und 16/8-Fasten

Kleiner Wermutstropfen: Zum Gewicht reduzieren taugt Sport nicht wirklich. Denn um ein Kilogramm Körperfett abzubauen, was etwa 7.000 Kalorien entspricht, muss man sehr viel Sport machen. Esser empfahl daher eher die Kombination aus Bewegung und 16/8-Fasten. Also 16 Stunden nichts zu essen, dann in den nächsten acht Stunden Nahrung aufnehmen. „Da kommt die Bauchspeicheldrüse zur Ruhe und die körpereigene Fettverbrennung wird angeregt.“ Ernähren sollte man sich möglichst mediterran, mit viel Gemüse, Pflanzenölen, Fisch und nur wenig Fleisch. Diabetiker könnten auf diese Weise ihren Insulinbedarf senken, wenn nicht gar ganz überflüssig machen.

Zu "Superfood" aus der Region greifen

Und warum ist das „Superfood“ gar nicht so super? Der gesundheitliche Nutzen ist bisher nicht nachgewiesen, es ist oftmals stark mit Pestiziden belastet, es hat aufgrund der langen Transportwege eine schlechte Ökobilanz und es gibt teilweise gefährliche Wechselwirkungen mit Blutverdünnern. Da sollten wir lieber zum Superfood aus der Region greifen, etwa Leinsamen mit der höchsten Konzentration ungesättigter Omega-3-Fettsäuren aller bekannten Pflanzenöle, Sauerkraut mit seinem hohen Vitamin-C-Gehalt oder Rote Beete, die mit Betanin das Immunsystem stärkt und entzündungshemmend wirkt.

Nahrungsergänzungsmittel sind "Quatsch"

Nahrungsergänzungsmittel sind für Esser „Quatsch“, wenn man sich abwechslungsreich ernährt und nicht Veganer, schwanger, krank oder sehr alt ist. Und die kostspieligen proteinhaltigen Shakes nach dem Sport seien für den Normalsportler völlig unnötig. Hüttenkäse tut es auch. Von Homöopathie hält Esser gar nichts, sie habe keine nachweisbare Wirkung, anders sehe es bei Akupunktur und Akupressur aus und von medizinischer Hypnose sei er „ein großer Fan“.

Die BIG fördert Kurse zu Ernährung und Beweung

Was denn die BIG für die Gesundheit ihrer Versicherten tue, fragte Steffi Neu den Vorstandsvorsitzenden der BIG, Peter Kaetsch. Die BIG unterstützt ihre Versicherten mit Präventionsmaßnahmen wie etwa Ernährungs- und Sportkursen, sie fördert Rehasport, in Kindergärten und Berufsschule bietet sie Bewegungsprogramme an und unterstützt Unternehmen beim betrieblichen Gesundheitsmanagement, zählt Peter Kaetsch auf.

Und zu guter Letzt noch ein kleiner Ausblick: Der nächste BIGtalk ist am 21. November 2019 mit dem Schlafmediziner Dr. Michael Feld.

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