Kleinkind isst Erdbeere im Gemüsebeet

Dreck hält gesund: Deshalb sollte euer Kind ein Dreckspatz sein!

Woran denkt ihr, wenn ihr die schönsten Erinnerungen eurer Kindheit Revue passieren lasst? An den Duft eures Lieblingskuchens? Oder vielleicht an den Tag, an dem euch eure Eltern voller Stolz eure Schultüte in die Hand gedrückt haben? Und gewiss denkt ihr an mindestens ein Erlebnis, an dem ihr mit Freunden, Geschwistern oder Mama und Papa stundenlang draußen gespielt, zig Schürfwunden vom Rumtoben davongetragen habt, eure Hände und Füße schmutzig waren und ihr abends vollkommen erschöpft, aber glücklich zum Abendbrot gerufen wurdet. "Du siehst ja aus wie ein Dreckspatz!", habt ihr sicher auch häufiger von euren Eltern gehört. Und genau dieser Umstand sollte bei Kindern so oft wie nur möglich eintreten, denn: Dreck hält gesund!

Stadt- versus Landkind

Übrigens ist die These, dass Kinder auf dem Land seltener krank sind und weniger an Allergien wie zum Beispiel Heuschnupfen leiden, kein Ammenmärchen. 35 Prozent der Deutschen leiden unter Volkskrankheiten wie Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis, anderen Allergien und Unverträglichkeiten. Und dieser Teil lebt vor allem in Großstädten und weniger auf dem Land. Der Mediziner David P. Strachan stellte diesbezüglich eine anerkannte wissenschaftliche Hygiene-Hypothese (aus dem Jahr 1989) auf, die besagt, dass Kinder aus industrialisierten Ländern häufiger an Autoimmunerkrankungen und Heuschnupfen leiden als Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen. Er empfiehlt deshalb, Kinder frühzeitig mit Allergenen in Kontakt zu bringen, um ihr Immunsystem zu trainieren. Zudem zeigt auch eine neue Studie der Genfer Universitätsspitäler, dass sich eine unsterile Umgebung positiv auf die Abwehrkräfte auswirkt. Professor Philippe Eigenmann und sein Team zogen Mäuse zeitgleich im Labor und auf einem Bauernhof auf, um zu beobachten, wie sich das Lebensumfeld auf das Immunsystem der Mäuse auswirkt. Alle Tiere wurden mit künstlichen Allergenen in Kontakt gebracht. Die Labormäuse reagierten darauf wesentlich stärker als ihre Artgenossen, die auf dem Bauernhof geboren wurden. Eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber den Allergenen bestand bei den Labortieren übrigens auch noch, nachdem diese erst vier Wochen nach ihrer Geburt auf den Bauernhof umgesiedelt wurden.