Mädchen im Grundschulalter sitzt am Laptop

So fördert ihr die Medienkompetenz eurer Kinder

Nicht erst durch Corona wachsen Kleinkinder heutzutage meist ganz selbstverständlich mit einer Vielzahl von Medien auf und sind kleine Weltmeister darin, diese problemlos zu bedienen und zu konsumieren. Je nachdem, wie sie diese Medien nutzen, können sie sich positiv oder negativ auf die kindliche Entwicklung auswirken. Letzteres lässt sich vermeiden, wenn ihr die Medienkompetenz eure Kinder altersgerecht fördert! Doch wie geht das eigentlich?

Viele Eltern denken beim Begriff Medienkompetenz schnell an Verbote, Strafen und daran, Kindern zu erklären, wie sie Medien bedienen. Zwar spielen diese Punkte dabei eine Rolle, Medienkompetenz bedeutet aber grundlegend, dass eure Kinder lernen, wie sie Medien sinnvoll nutzen können, davon profitieren und ihr sie dabei je nach Alter und Entwicklungsstand begleitet. 

Eltern sind Vorbilder

Grundlegend stellt sich also nicht mehr die Frage, ob eure Kinder Medien nutzen dürfen, sondern in welchem Maße und wie. Bevor ihr eure Kinder bei der Mediennutzung begleitet, könnt ihr euch an folgenden Empfehlungen orientieren, ab wann Kinder welche Medien kompensieren und nutzen sollten:

  • Bildschirmmedien ab drei Jahren
  • Spielekonsolen ab sechs Jahren
  • Handy/Smartphone ab acht Jahren
  • Unbeaufsichtigte Computer-/Internetnutzung ab zwölf Jahren

Sieben Tipps, wie ihr Medienkompetenz bei euren Kindern fördern könnt

1. Medienkompetenz der Eltern und älteren Geschwister

Bevor ihr bei euren Kindern mit der Medienerziehung beginnt, ist es wichtig, dass ihr selbst über Medienkompetenz verfügt. Wie in allen anderen Bereichen auch, nehmen euch eure Kinder als Vorbild und orientieren sich an eurem Verhalten. Ihr schaut laufend aufs Handy, der Fernseher ist viel an, ihr seid häufig auf Social-Media-Plattformen unterwegs oder spielt regelmäßig Computerspiele? Dann liegt es nah, dass es eure Kinder ebenfalls einfordern. Geht es um nicht kindgerechte Inhalte, konsumiert diese besser dann, wenn eure Kinder nicht dabei sind. Hinterfragt daher euren Medienkonsum immer mal wieder kritisch. Gleiches gilt für ältere Geschwister.

2. Elterliche Begleitung

Wie in allen anderen Bereichen auch, befinden sich eure Kinder in einem Lernprozess, der Zeit benötigt. Erwachsenen ist oft nicht bewusst, dass bei Kindern alle Reize und Informationen wie Lichter, Geräusche, Nachrichten, Computerspiele, Werbung, Social Media und so weiter ungefiltert ankommen. Das kann euren Nachwuchs überfordern und zu Unkonzentriertheit, Aggressionen und ernsthaften Erkrankungen führen. Dementsprechend sind eure Kinder darauf angewiesen, dass ihr sie je nach Alter und Entwicklungsstand bei der Mediennutzung begleitet und sie vor Überforderung und Reizüberflutung schützt.

3. Regeln festlegen und einhalten

Neben der Begleitung ist es natürlich unerlässlich, dass ihr Regeln aufstellt. Nicht nur, um euren Kindern darüber Sicherheit und Schutz zu bieten, sondern auch, um ihr eigenes Gespür für Grenzen zu schulen und sie, je älter sie sind, in die folgenden Punkte immer mehr mit einzubeziehen:

  • Welche Medien dürfen eure Kind nutzen?
  • Wann und wie lange dürfen sie sich damit beschäftigen?
  • Welche Spiele/Sendungen/Social-Media-Plattformen dürfen sie anschauen/nutzen?

4. Seid offen für Neues

Kinder wissen meist schon ganz genau, was gerade angesagt ist und worauf sie Lust haben. Für Eltern ist es da schon mal schwierig, noch durchzublicken. Um euren Kindern dann die bestmögliche Unterstützung zu bieten und sie in ihren Interessen und ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen, entdeckt gemeinsam neue Apps, Computerspiele und Co. oder lasst sie euch von euren kleinen Expert*innen erklären. Somit habt ihr immer einen guten Überblick über die Interessen eures Kindes und euer Nachwuchs fühlt sich von euch ernstgenommen und wertgeschätzt. Natürlich gibt es auch hier Grenzen. Sind gewisse Medien (noch) nicht für eure Kinder geeignet oder bergen Risiken, erklärt ihnen, warum ihr ihrem Wunsch nicht nachkommt. Dann fällt es euren Kindern auch leichter, diese Grenzen zu akzeptieren und die Medien ebenfalls kritisch zu bewerten. Im Gegenzug heißt das aber auch – akzeptiert Serien, Spiele und Co. in Maßen, auch wenn sie euch persönlich nicht zusagen, sofern sie altersgerecht und vertretbar sind. Tipps zu geeigneten beziehungsweise ungeeigneten Formaten bekommt ihr beispielsweise von der Initiative SCHAU HIN!.