Vorsorge-Impfschutz-Impfpass

Impfpass: Alles was Sie über das kleine gelbe Heft und die digitale Variante wissen müssen

Der Impfpass gibt Auskunft darüber, wann Sie gegen welche Krankheiten geimpft wurden. Was sollte man tun, wenn man seinen Impfpass verloren hat? Und wie steht es um den digitalen Impfnachweis im Zuge der Corona-Pandemie?

Der Impfpass - ein Leben lang gültig

Jeder besitzt in der Regel einen Impfausweis. Meist wird er Eltern im Säuglingsalter bereits bei der Vorsorgeuntersuchung ausgehändigt und begleitet sie – im besten Fall – ein Leben lang. Im Impfpass dokumentiert Ihr Arzt oder Ihre Ärztin jede Schutz- oder Reiseimpfung, die Sie bekommen, mit Datum und Wirkstoff. So lässt sich leicht ablesen, wann eine Auffrischung z. B. gegen Tetanus, Diphtherie oder Polio nötig ist.

Jede Impfung wird dort eingetragen

Alles gute Gründe, den Impfpass gut aufzubewahren. Aber wie das manchmal mit diesen Dokumenten ist, die man besonders gut „aufbewahrt“: Man findet sie einfach nicht wieder. Gerade jetzt in der Corona-Pandemie, wo der Impfausweis zum „fast“ wichtigsten Dokument für die Rückkehr in den normalen Alltag wird, kommt schnell Hektik bei der Suche auf.

Impfpass verloren?

Haben Sie Ihren Impfpass verloren oder finden ihn einfach nicht mehr wieder, kann Ihnen Ihre Hausarztpraxis problemlos einen neuen Pass ausstellen. Ihre Arztpraxis dokumentiert Ihre Impfungen mindestens zehn Jahre lang und kann sie so nachtragen. Wechseln Sie Ihren Arzt z. B. durch einen Umzug, kann Ihr neuer Arzt die Infos, mit Ihrem Einverständnis, von der vorherigen Arztpraxis anfordern.

Sind Ihre Daten nicht mehr auffindbar, erhalten Sie einen neuen, leeren Impfpass und gelten somit als ungeimpft. Die STIKO empfiehlt hier Schutzimpfungen erneut durchzuführen. Gesundheitliche Risiken sind dabei gering. Eine nicht abgeschlossene Immunisierung kann hingegen schwere Folgen haben.

Digitaler Impfnachweis für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete

Neben dem traditionellen Impfpass in Papierform bringt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Zuge der Corona-Pandemie jetzt einen digitalen Impfnachweis für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete raus. Dieser neue zusätzliche digitale Nachweis ermöglicht es, die Covid19-Impfung fälschungssicher, unkompliziert und flexibel nachzuweisen, um den Alltag wieder wie gewohnt gestalten zu können. Auch ein negatives Testergebnis oder die Genesung von einer Covid19-Erkrankung können dort hinterlegt werden. Der digitale Impfnachweis ist kostenlos.

Ab wann soll es den digitalen Nachweis geben?

Ab dem 14. Juni kann man sich, in den teilnehmenden Apotheken, Arztpraxen oder Impfzentren, das Impfzertifikat ausstellen lassen und dieses in der CovPass-App oder in der Corona-Warn-App zu speichern:

  • Die CovPass-AppDie CovPass-App ist vom Robert-Koch-Institut und bereits in den Stores verfügbar. Aktuell lässt sich hier das Impfzertifikat bei vollständiger Impfung speichern. Geplant ist, dass dort auch Nachweise über eine überstandene Corona-Infektion oder ein negatives Testergebnis hinterlegt werden können. Anders als bei der Corona-Warn-App gibt es hier keine Risiko-Hinweise.
  • Digitaler Nachweis in der Corona-Warn-App Auch in der Corona-Warn-App kann das Impfzertifikat hinterlegt werden, die Funktion ist seit dem letzten Update verfügbar. Auch hier lassen sich künftig Nachweise für negative Corona-Tests (geht bereits) bzw. eine Genesung von Corona-Infektion hinterlegen.

Wie erhält man den digitalen Nachweis?

Wer bereits vollständig geimpft ist, kann sich den Nachweis in einer der teilnehmenden Apotheken ausstellen lassen. Dazu benötigen Sie Ihren

- Personalausweis

- Nachweis über die Corona-Impfung (Papierbeleg, Impfpass)

Hier finden Sie eine Liste der teilnehmenden Apotheken: https://www.mein-apothekenmanager.de/ 

Arztpraxen und Impfzentren folgen und können dann nachträglich für bereits Geimpfte oder direkt mit der 2. Impfung den Barcode ausstellen. Dieser kann direkt auf dem Smartphone eingescannt und in einer der beiden Apps (CovPass- oder Corona-Warn-App) gespeichert werden. Es besteht auch die Möglichkeit, den Barcode als Papierdokument mitzunehmen.

Mit der App CovPass oder der Corona-Warn-App kann man dann seinen digitalen Impfnachweis steuern und verwalten. Die digitalen Impfnachweise von z. B. Kindern lassen sich gemeinsam auf einem Smartphone speichern.

Wie wird der digitale Nachweise geprüft?

Soll der digitale Nachweis oder ein aktueller negativer Corona-Test geprüft werden, kann man mithilfe der App einen Prüfnachweis generieren. Dieser Code enthält dann folgende Informationen:

- Status grün oder rot

- Namen

- ggf. Geburtsdatum

Derjenige, der den Impfnachweis prüfen möchte, scannt den Code mit einer „Prüf“-App, vergleichbar mit dem Scannen von Boardkarten oder Zugtickets. Dazu benötigen Sie noch Ihren Ausweis.

Gilt der traditionelle Impfpass weiterhin?

Ja. Der digitale Impfpass ist ein freiwilliges Angebot. Alle Personen, die den digitalen Nachweis nicht nutzen möchten oder z. B. kein Smartphone haben, können wie gewohnt den traditionellen Impfpass verwenden. Das kleine gelbe Heft bleibt weiterhin gültig.

Ist der digitale Impfnachweis europaweit gültig?

Der digitale Impfnachweis aus Deutschland erfüllt die Voraussetzungen für ein EU-Covid-Zertifikat (grünes Zertifikat) und soll ab dem 1. Juli EU-weit anerkannt sein. Noch nicht ganz klar ist, welche Vorteile und Möglichkeiten, wie z. B. Quarantäne-Befreiungen, andere europäische Länder einräumen. Ebenfalls EU-Ländersache ist, ob sie Impf-Wirkstoffe anerkennen, die im eigenen Land nicht zugelassen sind, wie z. B. Sputnik.

Weitere Informationen zum digitalen Impfpass finden Sie hier