Schulkind beim Lesen

Frühe Einschulung: Laut Studien nicht zu empfehlen

Ihr fragt euch, ob euer Kind mit fünf oder knapp sechs Jahren schon reif für die Schule ist? Mit dieser Sorge seid ihr nicht allein! In Deutschland werden immer weniger Kinder frühzeitig eingeschult. Allein in Berlin haben sich 2017 Eltern von 8.000 Kindern dazu entschlossen, ihren Nachwuchs ein Jahr später einschulen zu lassen. Nicht ohne Grund, denn Studien zufolge soll sich die frühe Einschulung negativ auf die Schulleistungen eines Kindes auswirken. Doch gilt das wirklich immer?

Frühe Einschulung birgt Nachteile bis ins Erwachsenenalter

Eine US-Studie, für die Daten von über einer Millionen Kinder ausgewertet wurden, zeigt, dass sich eine frühe Einschulung auf lange Sicht eher negativ auf die Schulleistung des Kindes auswirken kann.

Dazu verglichen die Wissenschaftler die Schulleistungen von Kindern, die im August geboren wurden – also gerade erst sechs Jahre alt geworden und somit die jüngsten Kinder in einer Klasse sind – mit den Leistungen der Kinder, die im September auf die Welt gekommen sind und somit zu den ältesten Schülern zählen.

So schnitten die älteren Kinder bei ihrer intellektuellen Entwicklung wesentlich besser ab als die jüngeren. Dieser Unterschied zeigte sich auch noch Jahre später. Dementsprechend standen für die September-Kinder die Chancen auf ein gutes College oder eine Universität zu kommen ebenfalls besser. Zu vergleichbaren Ergebnissen kam auch die Hamburger LAU-Studie.

Eine Studie aus Großbritannien sowie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigen außerdem, dass es August-Kinder wesentlich schwerer haben, akzeptiert zu werden. Sie wurden häufiger gemobbt und von Lehrern in den Bereichen Lesen, Schreiben und Mathematik schlechter als der Klassendurchschnitt beurteilt, mussten häufiger ein Schuljahr wiederholen und besuchten nach der vierten Klasse seltener das Gymnasium. Generell war ihre Schulzeit schwieriger und weniger erfolgreich.