Inhalt
Was ist FSME?
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Entzündung des Gehirns, der Gehirnhaut oder des Rückenmarks und wird durch Viren verursacht. Übertragen werden die Viren vor allem durch den Stich bzw. den Speichel infizierter Zecken. Erste Anzeichen für eine Infektion ähneln einem grippalen Infekt und können sich durch leichtes Fieber, Kopfweh und Übelkeit oder Erbrechen bemerkbar machen. Oft hat die erkrankte Person allerdings gar keine Symptome. Direkt behandelt werden kann die FSME nicht und der Infekt muss von alleine wieder abklingen.
Wo ist FSME verbreitet?
FSME wird meist von Zecken übertragen. Grundsätzlich gilt Ansteckungsgefahr überall dort, wo Zecken zu finden sind. Risikogebiete sind in Österreich, der Schweiz, aber auch in Süddeutschland zu finden. Vor allem Bayern, Baden-Württemberg und Süd-Hessen.
FSME-Risikogebiete in Deutschland 2025 (Quelle: RKI)
PDF, 2 MB, nicht barrierefreiMehr zu FSME-Risikogebiete in Deutschland 2025 (Quelle: RKI) erfahren
Symptome und Krankheitsverlauf von FSME
Obwohl Frühsommer Meningoenzephalitis in Deutschland nicht besonders häufig vorkommt, sollte das mögliche Ausmaß dieser Krankheit nicht unterschätzt werden.
Wurden FSME-Viren übertragen, arbeiten sich diese langsam zum Gehirn des Betroffenen vor. Nach etwa zwei Wochen kommt es zu den ersten Symptomen. Zunächst leiden Erkrankte an Fieber und Kopfschmerzen und fühlen sich schwach. Oft wird dieses erste Stadium als Erkältung oder Grippe eingestuft. Nach etwa einer Woche legen sich die Krankheitszeichen wieder.
Bei manchen Patienten kann es nach einigen Tagen zu einem erneuten Fieberschub kommen. Bei etwa der Hälfte aller Erkrankten entwickelt sich danach eine Hirnhautentzündung. Die Entzündung kann sich weiter im Körper ausbreiten und das Gehirn oder Rückenmark angreifen.
In den meisten Fällen heilt die Krankheit ohne weitere Folgen aus. In manchen Fällen kann sie Monate später noch für Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und Lähmungen verantwortlich sein. Gegen FSME-Viren gibt es bisher kein wirksames Mittel. Die Krankheit wird mit beruhigenden, krampflösenden und schmerzlindernden Medikamenten behandelt.
FSME-Impfung: Wirksamer Schutz vor Hirnhautentzündung durch Zecken
Eine FSME-Impfung ist der wirksamste Schutz vor einer durch Zecken übertragenen Hirnhaut- und Gehirnentzündung. Gerade in den FSME-Risikogebieten in Deutschland und Europa wird die Impfung empfohlen, vor allem für Menschen, die viel Zeit in der Natur verbringen oder dort Urlaub machen. Aber auch einfach beim Spaziergang mit dem Hund oder Picknick im Grünen lauern die kleinen Parasiten.
Ablauf und Wirkung der FSME-Impfung
Der Impfstoff gegen FSME enthält abgetötete (inaktivierte) FSME-Viren. Diese können keine Erkrankung auslösen, regen aber das Immunsystem dazu an, schützende Antikörper gegen das FSME-Virus zu bilden. Die Impfung gilt als gut verträglich. Für einen vollständigen Impfschutz ist eine Grundimmunisierung mit drei Impfdosen nötig:
- 1 Impfung: zu einem frei wählbaren Zeitpunkt
- 2 Impfung: etwa 1 bis 3 Monate nach der ersten Impfung
- 3 Impfung: etwa 5 bis 12 Monate nach der zweiten Impfung
Bereits nach der zweiten Impfung besteht bei vielen Menschen ein erster Schutz, der vollständige und längerfristige Impfschutz wird jedoch erst nach der dritten Impfung erreicht. Damit der Schutz dauerhaft bestehen bleibt, empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut regelmäßige Auffrischimpfungen:
- erste Auffrischung nach etwa 3 Jahren
- danach alle 5 Jahre,
- bei Menschen ab 50 oder 60 Jahren meist alle 3 Jahre
- Eine rechtzeitige Auffrischung ist wichtig, damit der Impfschutz gegen FSME dauerhaft bestehen bleibt, besonders wenn man sich regelmäßig in Zeckengebieten aufhält.
Kostenerstattung bei der BIG
Die BIG übernimmt die Kosten für Ihre FSME-Impfung direkt über die Versichertenkarte – egal ob Sie in einem Risikogebiet wohnen oder dort Urlaub machen. Bei der Kostenübernahme bzw. -erstattung von Reiseimpfungen richten wir uns nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) und denen des Auswärtigen Amtes.
Nebenwirkungen nach einer FSME-Impfung
Die Impfung gegen FSME wird in der Regel sehr gut vertragen. Sofern Nebenwirkungen auftreten, ist dies meist nur nach der ersten Impfdosis der Fall. Diese sind in der Regel harmlos und klingen innerhalb von vier Tagen von selbst wieder ab. Bei Kindern unter drei Jahren können in bis zu 15 Prozent der Fälle Fieberreaktionen auftreten. Nebenwirkungen, die nach einer FSME-Impfung am häufigsten auftreten:
- geschwollene und/oder gerötete Einstichstelle
- Mattigkeit/Unwohlsein
- erhöhte Temperatur/Fieber
- Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen
- Magen-Darm-Beschwerden
Infos zur FSME-Impfung vom RKI
Informieren Sie sich zu Zecken und den Krankheiten, die sie übertragen können auf der Webseite des Robert-Koch-Institutes.
So schützen Sie sich vor Zeckenbissen
Ab 8 Grad Celsius werden die kleinen gefährlichen 8-Beiner aktiv. Der Zeckenbiss an sich ist in der Regel nicht gefährlich. Aber die Krankheiten, die einige Zecke übertragen, haben es in sich. Neben FSME können die Parasiten auch Borreliose übertragen. Umso so wichtiger sich zu schützen.
Die BIG-Gesundheitsredaktion verbindet journalistisches Know-how mit medizinischem und kommunikativen Fachwissen.
