Reiseimpfung gegen Typhus

Letzte Aktualisierung: 18. Februar 2026Lesezeit: 4 Minuten
„Trink kein Leitungswasser im Urlaub!“ Diesen Hinweis haben viele Reisende schon einmal gehört. Gerade in Ländern mit eingeschränkter Hygiene kann dann eine Infektion drohen. Die gute Nachricht: Eine Typhus-Reiseimpfung schützt vor einer bakteriellen Erkrankung, die über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen wird.
Neben einem Reisepass liegt ein Impfpass, eine Spritze und Tabletten, die bildlich für die Typhus-Reiseimpfung stehen

Inhalt

Was ist Typhus?

Typhus – auch Abdominaltyphus genannt – ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Salmonella Typhi verursacht wird. Die Erreger werden über verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel aufgenommen und gelangen über den Darm in den Körper. 

Symptome und Krankheitsverlauf von Typhus

Typhus ist eine bakterielle Infektion, die unterschiedlich schwer verlaufen kann. Zunächst äußert sich die Krankheit durch:

Wo ist Typhus verbreitet?

Typhus tritt weltweit auf, kommt jedoch deutlich häufiger in Ländern mit mangelhaften sanitären Bedingungen vor. Besonders in Regionen in Südasien, Teilen Afrikas, Südostasien und Lateinamerika kommt es regelmäßig zu Ausbrüchen und Epidemien. Mangelnde Hygiene bei der Nahrungsverarbeitung sowie unzureichende Wasseraufbereitung begünstigen die Verbreitung der Erreger. Für Reisende in betroffene Regionen kann daher eine Typhus-Reiseimpfung sinnvoll sein. In Deutschland und anderen Ländern mit hoher Trinkwasserqualität und strengen Lebensmittelstandards ist Typhus dagegen selten.

Wie funktioniert die Ansteckung mit Typhus?

Typhus wird ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen. Verursacht wird die Erkrankung durch das Bakterium Salmonella Typhi. Anders als viele andere Salmonellen-Infektionen ist Typhus keine klassische Zoonose – Tiere spielen bei der Übertragung keine Rolle.

Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich über den sogenannten fäkal-oralen Weg. Das bedeutet: Die Erreger gelangen über verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel in den Körper. 

Besonders riskant sind:

  • ungewaschenes Obst und Gemüse
  • nicht ausreichend erhitzte Speisen
  • Milchprodukte
  • Schalentiere aus belasteten Gewässern
  • Auch Fliegen können die Bakterien mechanisch auf Lebensmittel übertragen.

Neben Typhus existiert der Paratyphus, der durch verwandte Bakterien (Salmonella Paratyphi) verursacht wird. Auch hier erfolgt die Übertragung ausschließlich von Mensch zu Mensch beziehungsweise über eine indirekte Mensch-zu-Mensch-Übertragung durch Lebensmittel oder Wasser.

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Appetit- und Schlaflosigkeit
  • Verstopfung oder Druchfall

Die Krankheit sollte umgehend mit Antibiotika behandelt werden, damit sich die Symptome nicht verschlimmern. Unbehandelt kommt es nach etwa drei Wochen zu gastrointestinalen (Magen-Darm-Trakt) und anderen Komplikationen, die den Erkrankten das Leben kosten können.

Passiver Schutz vor Typhus

Reisen Sie in ein Typhus-Risikogebiet sollten Sie sich zusätzlich zur Impfung auch passiv vor Salmonellen schützen, da eine Typhus-Impfung nicht zu 100 Prozent vor einer Typhus-Infektion und auch nicht vor Paratyphus schützt. Alles was nicht gekocht oder geschält werden kann („cook it, peel it or forget it"), kommt nicht auf den Tisch. Wer bei der Nahrungsaufnahme diese einfache Regel befolgt, ist schon mal etwas sicherer vor Salmonellen. Zusätzlich sollte Wasser immer abgekocht werden und Sie sollten grundsätzlich auf Eiswürfel verzichten. Außerdem können weitere Schutz- und Reiseimpfungen wie etwa gegen Gelbfieber oder Hepatitis B sinnvoll sein.

Reiseimpfung gegen Typhus

Um sich sicher vor Typhus zu schützen, bedarf es einer Impfung. Hier hat man die Wahl zwischen Schluckimpfung und einer Injektion.

Typhus-Schluckimpfung (Lebendimpfstoff)

Die Typhus-Schluckimpfung besteht aus drei Tabletten, die über fünf Tage eingenommen werden. Es handelt sich um einen Lebendimpfstoff, daher kann die Wirkung bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Antibiotika, z. B. einer Malariaprophylaxe, reduziert sein. Lassen Sie sich vor der Einnahme immer von Ihrem Arzt beraten, ob die Medikamente miteinander kombiniert werden können.

Typhus-Injektion (Totimpfstoff)

Die Impfung gegen Typhus erfolgt mit einer Impfdosis. Der Schutz durch die Injektion hält in der Regel etwas länger und ist zuverlässiger als bei der Schluckimpfung. Der Impfschutz beginnt ca. sieben bis 14 Tage nach der Impfung. Geimpft wird mit einem Totimpfstoff, der die Krankheit nicht hervorrufen kann. Es kann dennoch zu kleinen Impfreaktionen, wie Jucken oder Rötungen, an der Injektionsstelle kommen.

Die Impfung alleine reicht als Schutz vor Typhus und Salmonellen nicht aus. Sie sollten trotz bestehendem Impfschutz die genannten passiven Maßnahmen nicht vernachlässigen.

Behandlung bei Typhus

Eine Typhus-Infektion sollte man unbedingt ernst nehmen. Der Erkrankte sollte schnellstmöglich mit entsprechenden Antibiotika versorgt werden. Diese werden in Form von Tabletten eingenommen. Ist die Erkrankung besonders schwer, wird das Antibiotikum in Form einer Infusion verabreicht.

Kostenerstattung bei der BIG

Die BIG übernimmt die Kosten Ihrer Reiseimpfung, wenn die Typhus-Impfung ausdrücklich für Ihr geplantes Reiseziel empfohlen wird. Wir berücksichtigen bei der Kostenerstattung der Reiseimpfung die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) und des Auswärtigen Amtes.

Die BIG übernimmt die Kosten Ihrer Reiseimpfung, wenn die Typhus-Impfung ausdrücklich für Ihr geplantes Reiseziel empfohlen wird. Wir berücksichtigen bei der Kostenerstattung der Reiseimpfung die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) und des Auswärtigen Amtes. Und damit Sie während des Urlaubs im Krankheitsfall ebenfalls gut ausgerüstet sind, empfehlen wir Ihnen unsere Reiseapotheke-Checkliste oder unsere Festival-Checkliste!

Häufige Fragen zur Typhus-Reiseimpfung

Verfasst von
BIG Redaktion

Die BIG-Gesundheitsredaktion verbindet journalistisches Know-how mit medizinischem und kommunikativen Fachwissen.