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Tanzen – das assoziieren viele mit lustigen Familienfeiern und unvergesslichen Partys. Mit Hochzeiten und Volksfesten. Neben dem Spaß beim gemeinsamen Tanz gibt es weitere Gründe, sich zur Musik zu bewegen: Tanzen ist gesund. Die rhythmische Bewegung kann sogar glücklicher machen und die Lebensqualität verbessern.
Übrigens vermuten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass unsere frühen Vorfahren schon lange tanzten. Als sie noch keine Schrift entwickelt hatten, sollen Menschenaffen bereits das Tanzbein geschwungen haben.
Tanzen: Das sind die Vorteile für die Gesundheit
Tanzen hält fit
Tanzen ist gut für den Körper: Wenn wir uns bewegen, wenn unser Blutdruck steigt und wir vielleicht ins Schwitzen kommen, tun wir uns etwas Gutes. Das Herz wird trainiert, die Muskeln gestärkt und der Stoffwechsel angeregt. Wie viel Energie beim Tanzen verbraucht wird, hängt vom Tanzstil, aber auch dem Gewicht, der Größe und dem Geschlecht der Tänzerin oder des Tänzers ab. Im Durchschnitt verbrauchen wir etwa 350 Kalorien in der Stunde. Eine Studie der Universität Brighton in England ergab, dass beim Tanzen anspruchsvoller Stile (wie etwa Swing und zeitgenössischer Tanz) innerhalb von einer Stunde über 600 Kalorien verbraucht werden – mehr oder genau so viel wie mit Schwimmen und Joggen¹.

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Tanzt euch glücklich: Tanz stärkt die Psyche
Ein großer Benefit des Tanzens: Es kann glücklicher machen.
Ganz allgemein gibt es genügend Beweise dafür, dass regelmäßige Bewegung vorbeugend wirkt und leichtere Fälle von Depressionen lindern kann. Achtung: Das ersetzt keine professionelle Hilfe. Therapie und in manchen Fällen Medikamente sind bei vielen Menschen mit Depressionen zusätzlich notwendig. Tanzen selbst wird manchmal als Bewegungstherapie bei Depressionen genutzt. Die Wirksamkeit konnte bisher allerdings nicht wissenschaftlich belegt werden.
Trotzdem ist davon auszugehen, dass Tanzen für viele Menschen psychisch hilfreich ist. Beim Tanzen schüttet unser Körper Glückshormone – Endorphine und Dopamine – aus. Die Neurotransmitter stimulieren und beruhigen Sie. Dazu kommt die Musik, zu der wir uns bewegen. Auch diese hat eine nachweislich positive Auswirkung auf unsere Stimmung.
Ein weiterer Vorteil für die Psyche: Mit freien Bewegungen können wir uns und unsere Gefühle ausdrücken. Ausdruckstanz ist ein oft belächelter Begriff – dabei kann der Stil wirklich hilfreich sein. Denn: Unterdrückte Emotionen sind belastend, können aber manchmal schwer in Sprache gefasst werden. So tanzen sich manche Menschen mit Ausdruckstanz gerne „frei”.
Tanzen gegen Stress
Ihr fühlt euch öfter gestresst und wisst nicht, wie ihr die negativen Gefühle abbauen könnt? Auch dann ist Tanzen eine gute Möglichkeit. Forschende der Universitäten Frankfurt und Oldenburg wiesen bei Menschen, die Tango tanzten nach: Beim Tanzen sinkt der Stress.
Bei der rhythmischen Bewegung zur Musik verringert sich die Konzentration des Stresshormons Cortisol. Dieses erlaubt Ihnen, in Notsituationen schnell zu reagieren. Auf die Dauer aber ist es belastend und sorgt sogar für einen gefährlich erhöhten Blutdruck. Deswegen ist der Stressabbau besonders wichtig.² Übrigens: Auch Farben und Aromen können euer Wohlbefinden steigern!
Mit Tanz stark ins Alter kommen
Tanzen soll auch Vergesslichkeit und mögliche Demenz vorbeugen, indem es für die Förderung neuer Nervenzellen sorgt. Schließlich lernt ihr beim Tanzen immer wieder neue Bewegungen und Schritte, das Gehirn wird stimuliert und gefördert. Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen wies nach, dass Tanzende eine höhere Hirnleistung während des Sports erbringen als eine Vergleichsgruppe im Fitness-Training³.
Ebenso wichtig für das gesunde Altern ist das Gleichgewicht. Durch das Tanzen kann dieses verbessert werden: Ihr trainiert eure Balance, die Muskeln und einen festen Stand. Deswegen ist damit zu rechnen, dass Tänzerinnen und Tänzer im Alter seltener stürzen.
Zwei linke Füße? Keine Angst vor dem Tanzen
Ihr habt Angst, euch beim Tanzen zu blamieren, weil ihr den Tanzstil (noch) nicht beherrscht oder kein Rhythmusgefühl habt? Lasst euch trotzdem auf keinen Fall davon abhalten:
- Zum einen haben Studien gezeigt, dass bereits Babys in der Lage sind, Rhythmen zu erkennen. Ihr könnt euch also auf ein angeborenes Rhythmusgefühl verlassen.
- Es muss nicht gleich die Tanzfläche in einem schicken Club sein: Sucht euch eine Umgebung, in der ihr euch wohl fühlt und ausgelassen tanzen könnt. Vielleicht auch erst einmal zu Hause im Wohnzimmer. Es gibt doch auch einfach nichts Befreienderes, als nach einem stressigen oder traurigen Tag mal spontan für einige Minuten durch die Wohnung zu tanzen und dabei alle Sorgen oder To-dos kurz zu vergessen.
- Je nach Interesse tanzt ihr dann „freestyle” oder ihr übt bestimmte Tanzsschritte. Online findet ihr viele kostenlose Videos mit Choreografien zum Nachtanzen.
- In einem Anfänger-Tanzkurs tanzt ihr gemeinsam mit anderen Menschen, die auch wenig bis keine Erfahrung haben. Und idealerweise in einer Atmosphäre, in der ihr euch nicht mit anderen vergleicht.
Quellen
Die BIG-Gesundheitsredaktion verbindet journalistisches Know-how mit medizinischem und kommunikativen Fachwissen.
