Arzt im Gespräch mit einer älteren Patientin

MSnetWork – bessere Versorgung von MS-Erkrankten

Mehr als 252.000 Menschen in Deutschland leiden an Multipler Sklerose (MS). Das Risiko, an MS zu sterben, ist in den letzten Jahren gesunken. Trotzdem sind die Symptome der entzündlichen neurologischen Erkrankung vielfältig und belastend. Das Projekt MSnetWork möchte nun die Lebensqualität der Patienten verbessern und die Teilhabe am sozialen Leben sowie die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit positiv beeinflussen.

MSnetWork ist ein Netzwerk zur Stärkung des Gesundheitszustandes von MS-Erkrankten. Das MSnetWork bündelt Versorgungsangebote und sorgt für einen koordinierten Abruf von Leistungen, um den Betroffenen die jeweils erforderliche Behandlung zukommen zu lassen.

Um eine optimale Versorgung von MS-Patienten zu erreichen, arbeiten im MSnetWork Neurologen, Arbeitsmediziner, Rehabilitationsärzte, Psychologen und Sozialversicherungen eng zusammen und stimmen Gesundheitsleistungen ab. Von dieser fachübergreifenden Versorgung wird ein positiver Einfluss auf Therapie und Krankheitsverlauf erwartet. Risiken können so noch frühzeitiger erkannt und behandelt werden. Zu den in MSnetWork koordinierten Versorgungsleistungen können neben medizinischen Maßnahmen auch sozialrechtliche Beratungen oder ähnliche Unterstützungsangebote gehören.

Was beinhaltet die Versorgung bei MSnetWork?

Ihr behandelnder Neurologe untersucht in regelmäßigen Abständen Ihren Gesundheitsstatus, Ihre Teilhabemöglichkeiten sowie Ihre Arbeitsfähigkeit. In Abstimmung mit den weiteren Beteiligten im MSnetWork übernimmt, initiiert und koordiniert er Ihre Versorgung, darunter zum Beispiel:

  • frühzeitige ambulante oder stationäre Rehabilitationsmaßnahmen
  • arbeitsmedizinische Untersuchung im Arbeitsumfeld
  • psychosoziale und sozialrechtliche Beratung
  • Schulungen in Gruppen und spezielle Informationsangebote

Es finden zudem halbjährliche Befragungen statt.

Versicherte, die an dem Projekt teilnehmen, erhalten eine intensivere Betreuung von den behandelnden Neurologen sowie zusätzliche medizinische Leistungen. Durch die Einbindung von Arbeitsmedizinern können sich z. B. Maßnahmen rund um den Arbeitsplatz ergeben, die eine Erleichterung für teilnehmende Multiple-Sklerose-Erkrankte bedeuten. Das können u. a. unterstützende Ausstattungen am Arbeitsplatz oder auch eine Sensibilisierung der Arbeitgeber sein.

Für die Teilnahme an dem Projekt entstehen keine weiteren Kosten.

Wer kann teilnehmen?

Teilnehmen können Versicherte in den Regionen Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein mit einer gesicherten MS-Diagnose, die sich im erwerbsfähigen Alter (18 bis 65 Jahre) befinden und eine Berufstätigkeit ausüben (Teilzeit oder Vollzeit) bzw. studieren oder eine Ausbildung machen. Die Teilnahme ist bis zum 31. Dezember 2022 möglich und dauert insgesamt 24 Monate.

Bitte beachten Sie: MS-Erkrankte mit Pflegegrad 4 oder 5, schweren psychischen Störungen oder ausgeprägten kognitiven Störungen können leider nicht an dem Projekt teilnehmen.

Studienart

Die Wirkung des neuen Versorgungsangebotes wird durch eine randomisierte kontrollierte Studie (RTC) wissenschaftlich untersucht. Randomisierung bedeutet, dass die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt werden.

Die Teilnehmenden der ersten Gruppe erhalten die zusätzlichen Angebote ab dem Beginn der Teilnahme. Die Teilnehmenden der zweiten Gruppe erhalten in den ersten 12 Monaten zunächst ihre gewohnte MS-Behandlung und in den zweiten 12 Monaten die zusätzlichen Angebote.

Wie kann man teilnehmen?

Die an der besonderen Versorgung beteiligten Neurologen sind in den Versorgungsregionen Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein niedergelassen. Die Unterzeichnung der Teilnahmeerklärung erfolgt direkt bei den teilnehmenden Neurologen.