Der BIG-Ernährungsratgeber zum Thema Fasten | BIG direkt gesund

Der heilsame Verzicht

    Am Aschermittwoch beginnt für viele Menschen wieder ein umfangreiches Detox-Programm: die Fastenzeit. Wer fastet, tut das heute meist weniger aus religiösen als vielmehr aus selbstdisziplinarischen gesundheitlichen Gründen. Im bewussten Verzicht sehen viele einen Gewinn – vor allem an innerem Gleichgewicht und an Gesundheit.

    Arten der Askese: Heilfasten, Detox, Entschlacken

    Ob Heilfasten nach der Buchinger-Methode (Trinkkur), nach Mayr (Milch und trockene Brötchen) oder Detox mit Obst und Gemüse: Die Askese ist populär. Nicht jeder verzichtet dabei komplett auf feste Nahrung. Viele nutzen die Fastenzeit, um einfach mal ein paar Wochen ohne Alkohol, Zigarette, Fleisch, Süßigkeiten oder andere potenziell schädigende Nahrungs- und Genussmittel auszukommen. Der ein oder andere nimmt sich auch vor, auf sein Smartphone zu verzichten.

    Durch Fasten Krankheiten heilen?

    Einfach mal verzichten und ohne Alkohol, ohne Fleisch oder ohne Süßigkeiten leben – das sollte für jedermann machbar sein. Wie gesund oder ungesund richtige Fastenkuren ohne feste Nahrung jedoch sind, ist umstritten. Für das Fasten spricht etwa, dass der Körper den Stoffwechsel umstellt, Fettreserven verbrennt und der Anteil von Cholesterin und Zucker im Blut sinkt. Kurz darauf nimmt die Serotonin-Ausschüttung zu, was auf den Fastenden stimmungsaufhellend wirkt. Auch gibt es Hinweise darauf, dass Fasten eine positive Wirkung bei verschiedenen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Rheuma oder gar Krebs haben kann.

    Dokumentation des Senders arte zum Thema Heilfasten als mögliche alternative Behandlungsform:

    Fasten ist nicht gleich Diät

    Erschöpfend untersucht ist das Fasten aber nicht, und immer häufiger wird es ausschließlich als Diät begriffen. Tatsächlich beginnen die Pfunde durch den Verzicht auf feste Nahrung schnell zu purzeln – wie lange dieser Effekt vorhält, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Der Ernährungsmediziner Hans Hauner, Leiter des Lehrstuhls für Ernährungsmedizin der TU München, steht dem Fasten als Maßnahme zum Abnehmen kritisch gegenüber, da es dadurch zu Symptomen wie Schwindel, Schlafstörungen oder Konzentrationsmängeln kommen kann.

    Mehr als Verzicht auf Nahrung

    Grundsätzlich gilt: Fasten kann sinnvoll sein – solange man seine Gesundheit nicht leichtfertig aufs Spiel setzt. Wer fasten will, braucht eine Menge Selbstdisziplin und sollte in jedem Fall einen Arzt zu Rate ziehen, bevor er sich selbst eine radikale Diät verordnet. Ernährungsexperten raten insbesondere Anfängern, sich zunächst moderate Ziele zu setzen und erst einmal nur wenige Tage zu fasten. Sinnvoll kann außerdem sein, sich Gleichgesinnte zu suchen, da das Verzichten im Kollektiv nur noch halb so schwer fällt. Und wem es nur um Selbstdisziplin geht, der kann auch ein alternatives Detox-Programm probieren und ein paar Tage zum Beispiel auf sein Smartphone verzichten.

    Fasten mit religiösem Hintergrund

    Ob im Islam, Christentum oder im Buddhismus: Das Fasten ist in ganz verschiedenen Ausprägungen in allen Religionen fest verankert. Der bewusste Verzicht soll ermöglichen, sich auf den Glauben und die Nähe zu Gott zu fokussieren.

    Weiterführende Infos:

    Ernährung: Diäten und Verzicht

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