Impfungen: Die Vor- und Nachteile

    Impfungen gelten allgemein als wirksame, präventive Maßnahmen und schützen vor Krankheiten, die früher oft tödlich endeten. Dennoch werden sie oftmals kontrovers diskutiert. Welche Vor- und Nachteile gibt es bei Impfungen und welche Risiken muss man in Kauf nehmen?

    Die Vorteile - Schluss mit Ansteckungsgefahr

    Der offensichtliche Vorteil einer Impfung ist selbstverständlich der Schutz vor einer hoch ansteckenden Krankheit, die oftmals schwere Folgen mit sich bringt oder sogar tödlich ist. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit haben Immunisierungen nur wenige Nebenwirkungen, weshalb von der STIKO (Ständige Impfkommission) zu Impfungen geraten wird.

    Zusätzlich ermöglichen Impfungen eine ansteckende Krankheit regional, oder sogar weltweit auszurotten bzw. einzudämmen. Bei uns in Deutschland sind zum Beispiel Kinderlähmung oder Diphterie dank Impfungen so gut wie ausgerottet.

    Vorteil Herdenimmunität

    Damit Krankheiten wie Masern ganz verschwinden, muss eine bestimmte Impfrate in der Bevölkerung erfült sein. Auf diese Weise können Geimpfte auch Neugeborene oder Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, schützen. Dies nennt man Herdenimmunität. 

    Die Nachteile - Risiken, Nebenwirkungen und Impfschäden

    Wie jedes Medikament haben auch Impfstoffe Nebenwirkungen. Die Anforderungen an die Sicherheit von Impfstoffen sind sehr hoch, denn anders als zum Beispiel bei Arzneimittel zur Behandlung schwer erkrankter Personen werden in der Regel gesunde Kinder, Jugendliche und Erwachsene geimpft. In äußerst seltenen Fällen können Impfstoffe zu Gesundheitsstörungen und Erkrankungen führen. Der Zusammenhang zwischen der Impfung und einer Erkrankung ist oft nicht zweifelsfrei nachweisbar.

    Man unterscheidet hier zwischen Impfreaktionen, Impfkomplikationen und Impfschäden.

    Impfreaktionen

    Bei einer Impfung soll eine aktive Immunreaktion des Körpers hervorgerufen werden, damit der Körper Antikörper gegen Krankheiten bildet. Eine Impfreaktion bedeutet also grundsätzlich, dass die Impfung erfolgreich war und der Körper „arbeitet“. Tritt keine spürbare oder sichtbare Impfreaktion auf, bedeutet dies nicht, dass die Impfung Ihre Wirkung verfehlt halt. Impfreaktionen treten nur bei etwa 10% der Geimpften auf, und sind kein Grund zur Besorgnis.

    Mögliche Impfreaktionen sind:

    • Schwellung oder Rötung an der Einstichstelle
    • Kopfschmerzen
    • Schwindel
    • erhöhte Temperatur
    • Grippeähnliche Symptome
    • Übelkeit oder Durchfall

    Verdachtsfälle von Impfreaktionen, die über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehen, muss der Arzt nach dem Infektionsschutzgesetz beim zuständigen Gesundheitsamt melden.

    Impfkomplikationen

    Impfkomplikationen sind alle Reaktionen, die das Ausmaß einer gewöhnlichen Impfreaktion überschreiten.

    Mögliche Impfkomplikationen sind:

    • besonders hohes Fieber
    • Fieberkrämpfe
    • andere Erkrankungen, die kurz nach der Impfung auftreten

    Impfschäden

    Unter einem Impfschaden versteht man einen bleibenden gesundheitlichen Schaden nach einer Impfung. Schwere Impfschäden sind eher selten und sollten unbedingt beim Versorgungsamt gemeldet werden. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat eine Datenbank mit Verdachtsfällen von Impfkomplikationen erstellt, die im Internet einsehbar ist. Wichtig ist, dass es um Verdachtsfälle geht – denn oft ist nicht nachweisbar, ob die Erkrankung von der Impfung ausgelöst wurde oder nur zeitlich mit ihr zusammen fällt.

    Anerkannte Impfschäden sind:

    • Hirnschäden
    • Lähmungen
    • Krampfanfälle
    • Epilepsie

    Tritt der Impfschaden erst Monate oder Jahre später auf, kann er nicht mehr auf die Impfung zurückgeführt werden und wird daher nicht als solcher anerkannt.

    Weitere mögliche Impfschäden sind:

    • Allergien
    • Verhaltensauffälligkeiten (ADHS, Apathie, etc.)
    • Diabetes
    • Entwicklungs- und Sprachstörungen

    Wie oft kommen Impfschäden vor?

    Bei Impfschäden ist ein direkter Zusammenhang zwischen der Krankheit und der Impfung nicht immer feststellbar. Auch ungeimpfte Menschen können Allergiker oder Diabetiker werden. Ein Krampfanfall kann z.B. durch Fieber ausgelöst werden. Das Fieber kann wiederum eine Impfreaktion sein. Wir Fieber durch eine andere Krankheit hervorgerufen, kann dies ebenfalls einen Krampfanfall auslösen. Der Krampfanfall ist also oftmals kein direkter Impfschaden, auch wenn er nach einer Impfung auftritt. 

    Die Nebenwirkungen von Impfungen können zunächst abschrecken und ob Sie sich oder Ihr Kind impfen lassen, bleibt Ihnen selbst überlassen. Die Zahl der anerkannten Impfschäden in Deutschland fällt gerning aus. Dennoch sollten Sie für sich selbst das Für und Wider abwägen. Ihr Arzt oder Kinderarzt ist ein kompetenter Ansprechpartner rund um die Impfungen. Zusätzlich bietet das Robert-Koch-Institut fundierte Erklärungen zu zahlreichen möglichen Einwänden gegen das Impfen zusammengestellt: 

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