Kreidezähne – Ursachen und Behandlung

    Kind wird vom Zahnarzt untersucht

    Immer häufiger leiden Kinder und Jugendliche in Deutschland unter Kreidezähnen. Im Jahr 2018 wurde die Zahnerkrankung bei 10 bis 15 Prozent der Kinder festgestellt. Laut der Deutschen Mundgesundheitsstudie (2018) ist die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) – so der Fachbegriff – bei den 12-Jährigen mit 28,7 Prozent sogar häufiger als Karies.

    Was sind Kreidezähne und woran erkennt man sie?

    Bei MIH handelt es sich um eine Mineralisationsstörung des Zahnschmelzes, also der äußeren Schutzschicht des Zahns. Das Ausmaß dieser Störung – und damit ihr Erscheinungsbild – ist unterschiedlich. Die Erkrankung kann individuell stark variieren. Es können einzelne, mehrere oder alle Zähne betroffen sein. Sichtbar werden Kreidezähne durch:

    1. Verfärbungen: cremeweiße, gelbliche bis braune Flecken auf den Kauflächen oder Schneidezähnen
    2. Poröse Stellen: Durch die Störung in der Mineralisation ist der Zahnschmelz deutlich anfälliger. Die verfärbten Bereiche sind porös.
    3. Schmerzen / Hypersensibilität: Die betroffenen Zähne sind besonders empfindlich und schmerzen z. B. bei heißen und kalten Nahrungsmitteln oder bei Berührung.

    In schwerwiegenden Fällen ist der Zahn bereits betroffen, wenn er gerade erst zum Vorschein kommt. Das ist ein klarer Hinweis auf MIH.

    Die Medizin unterscheidet bei MIH zwischen drei Härtegraden

    • Grad I: Zahnschmelzverfärbungen vereinzelt (cremefarben bis braun), Zahnbild ansonsten normal
    • Grad II: Zahnschmelz überwiegend gelb-braun gefärbt, Mineralisationsdefekte gehen über die Kaufläche hinaus, Risiko für Zahnbrüche und Hypersensibilität
    • Grad III: große Bereiche von Zahnschmelzverfärbung betroffen, Schmelzverluste und gesteigerte Hypersensibilität

    Ursachen für Kreidezähne

    Die Ursachen für Kreidezähne sind bisher nicht eindeutig. Häufig werden Weichmacher genannt, die in Plastikprodukten stecken, wie etwa Bisphenol A. Versuche mit Ratten stützen diese Annahme. Aber auch Antibiotika, Infektionskrankheiten (z. B. Windpocken), Dioxin und andere Umweltgifte werden als Auslöser für MIH gehandelt. Ebenso gelten gesundheitliche Probleme der Mutter während der Schwangerschaft und Atemwegserkrankungen als mögliche Ursachen.

    Zahnentwicklung

    Die Entwicklung der ersten bleibenden Backenzähne und Schneidezähne beginnt bereits im Mutterleib und dauert etwa bis zum vierten Lebensjahr. Mit dem sechsten Geburtstag ist die Mineralisierung fast aller bleibenden Zähne abgeschlossen – und zwar endgültig. Das heißt, es gibt keine Möglichkeit, Zähne nachträglich zu mineralisieren.

    Behandlung

    Heilen lassen sich Kreidezähne nicht. Aber behandeln. Doch dies gestaltet sich wegen der krankheitsbedingten Beschwerden zum Teil schwierig. Insbesondere die Schmerzen bei Berührung führen bei Kindern zu einer Vermeidungshaltung in Sachen Zähneputzen oder Zahnarztbesuch.

    Da die Zähne ohne ihren Schutzmantel besonders anfällig für Karies sind, ist eine gute Zahnhygiene jedoch besonders wichtig. Daher sollten die Zähne nach jedem Essen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta geputzt werden. Zusätzlich empfehlen Zahnärzte die wöchentliche Verwendung von Fluorid-Gelee. Regelmäßige Zahnarztbesuche etwa alle drei Monate sind sinnvoll.

    Im Rahmen der Prophylaxe trägt der Zahnarzt hochdosierten Fluoridlack auf die betroffenen Zähne auf, der die Zähne stärkt und vor Karies schützt. Sind in den Zähnen Rillen entstanden, können diese mit Kunststoff versiegelt werden.

    Bei fortgeschrittener Erkrankung (Grad 2), wird der Zahnarzt eventuell eine Restaurierung (Füllung) vornehmen. Erst bei ausgeprägten Schädigungen und Schmerzen (Grad 3), die die Mundhygiene zusätzlich beeinträchtigen, wird der Zahnarzt eine Überkronung oder Entfernung des Zahns in Erwägung ziehen.

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