Geschäftsjahr 2015: Fusion gemeistert, Verwaltungskosten gesenkt | BIG direkt gesund

Geschäftsjahr 2015: Fusion gemeistert, Verwaltungskosten gesenkt

Portrait: Peter Kaetsch

DORTMUND. In einem schwierigen Wettbewerbsumfeld hat sich BIG direkt gesund im Jahr 2015 erneut erfolgreich behauptet. Die Fusion mit der BKK VICTORIA-D.A.S. verlief problemlos und mit einem Zusatzbeitrag, der unter dem Durchschnitt der Gesetzlichen Krankenversicherung lag, konnte die BIG ihre Finanzkraft stabilisieren. Das geht aus dem Geschäftsbericht 2015 hervor, den die BIG am Mittwoch (27.07.) veröffentlichte.

In Innovationen investiert

Die Verwaltungskosten belegen, dass die BIG mit dem Geld ihrer knapp 412.000 Versicherten gut gewirtschaftet hat. Diese lagen mit rund 115 Euro pro Versicherten im Jahr 2015 niedriger als im Vorjahr (118 Euro) und deutlich unter dem Durchschnitt der Gesetzlichen Krankenversicherung von 146,35 Euro (142 Euro in 2014). „Gleichzeitig haben wir in viele Innovationen wie zum Beispiel den elektronischen Postausgang für unsere Versicherten investiert“, sagt Vorstandsvorsitzender Peter Kaetsch.

Minus ist Wettbewerbsverzerrungen geschuldet

Nichtsdestotrotz hat die BIG das Geschäftsjahr 2015 mit einem Minus abgeschlossen, das bereits im Vorfeld fest im Haushaltsplan für 2015 eingeplant war. Der daraus resultierende Vermögensabbau trifft im Übrigen auch auf viele weitere Innungskrankenkassen wie auch Betriebs- und Ersatzkassen zu. Insgesamt standen im Jahr 2015 Gesamteinnahmen von rund 891 Millionen Euro Gesamtausgaben von rund 909 Millionen Euro gegenüber. „Das Defizit von 17,9 Millionen Euro ist vor allem der wettbewerbsverzerrenden Struktur des Gesundheitsfonds mit seinem morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) geschuldet“, kritisiert Peter Kaetsch. Selbst der kassenindividuelle Zusatzbeitrag von 0,7 Prozent komme der BIG nicht in voller Höhe zugute. Ein erheblicher Teil der Gelder fließe an andere Kassen, die zum Teil wesentlich unwirtschaftlicher arbeiteten als die BIG, abzulesen an deren hohen Verwaltungskosten. „Daher gibt es einen erheblichen Reformbedarf beim Morbi-RSA, um wieder faire Wettbewerbsbedingungen bei der Verteilung von jährlich mehr als 200 Milliarden Euro herzustellen“, sagt Kaetsch.

Teure Reformvorhaben, weitere Ausgabensteigerungen

Faire Wettbewerbsbedingungen seien auch deshalb gefordert, damit die BIG die komplexen Herausforderungen des deutschen Gesundheitssystems schultern könne. „Schon jetzt ist abzusehen, dass die Zusatzbeiträge weiter steigen werden. Dazu tragen teure Reformvorhaben der Bundesregierung ebenso bei wie die Ausgabensteigerungen für Krankenhäuser, Arzthonorare, Hilfsmittel und Medikamente“, sagt Kaetsch.

Digitalisierung vorantreiben

Die BIG habe weiterhin ein sicheres finanzielles Polster, um ihren Versicherten ein großzügiges Leistungspaket anzubieten. „Auch im Jahr 2016 werden wir kontinuierlich an den verschiedensten Stellschrauben drehen, um dem magischen Dreieck von Wirtschaftlichkeit, Kundenwünschen und gesetzlichen Reglementierungen Rechnung zu tragen“, so Kaetsch und ergänzt: „Ein Schwerpunkt bleibt die Digitalisierung, die wir im Sinne unserer Kunden, aber auch bei internen Prozessen vorantreiben.“

Der Geschäftsbericht 2015:
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