Streitbarer Bevollmächtigter gesucht

BIGtalk Referenten

DORTMUND. Nicht um jeden Preis sollte Leben gerettet, der Sterbeprozess in die Länge gezogen werden. Und es sei auch nicht klug, dem Arzt blind zu vertrauen. Die Mehrheit der Ärzte verhalte sich verantwortungsbewusst, dennoch sei Übertherapie am Lebensende „kein Randproblem“. Das sagte Dr. Matthias Thöns bei dem kurzweiligen BIGtalk „Selbstbestimmt Abschied nehmen – Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“ vor rund 500 Besucherinnen und Besuchern am Donnerstag (15. November) in der Hauptverwaltung der BIG direkt gesund in Dortmund. Trotz des belastenden Themas durfte gelacht werden. Das war vor allem der Moderation von Steffi Neu zu verdanken, die mit leichter Hand und ungebremster Schlagfertigkeit durch den Abend führte.

Längere Beatmung senkt Lebensqualität deutlich

Dass er nicht der einsame Rufer in der Wüste ist, belegte Thöns mit mehreren Zitaten renommierter Institutionen und Experten. So habe auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung des Gesundheitswesens festgestellt, dass Übertherapie „das zentrale medizinische und ökonomische Problem“ sei. Die Gründe für die Übertherapie sieht Dr. Thöns vor allem in der finanziellen Vergütung. Beispiel künstliche Beatmung: Gab es 2003 etwa 500 beatmete Patienten, seien es heute um die 40.000. Kosten pro Patient: 25.000 Euro im Monat. Doch bereits eine Beatmung von 14 Tagen senke die weitere Lebensqualität einschneidend. Daher würde er für sich selbst nicht mehr als acht Wochen künstliche Beatmung akzeptieren, so der Bestsellerautor des Buches „Patient ohne Verfügung“.  Jüngere Menschen sollten möglicherweise einen längeren Zeitraum wählen, ältere einen kürzeren. Um einem ungewollten, langen Leiden am Lebensende zu entgehen, empfahl Thöns den Zuhörern eine Patientenverfügung. In dieser könne man festlegen, was man an Behandlung möchte und vor allem was man nicht möchte. Damit diese Wünsche im Sinne des Patienten tatsächlich umgesetzt werden, bedürfe es eines durchsetzungsstarken Bevollmächtigten, so der Palliativmediziner.

"Sie entscheiden"

Das sah Cornelia Kreuzholz von der Betreuungsstelle der Stadt Dortmund genauso: „Suchen Sie sich einen Vorsorgebevollmächtigten, der streiten kann, der taff ist, der sich durchsetzen kann.“ Ärzte neigten dazu, Bevollmächtigte unter Druck zu setzen. In ihrer täglichen Beratungspraxis habe sie es häufig immer noch mit einer Generation zu tun, die sage: „Die Entscheidung trifft doch der Arzt.“ Cornelia Kreuzholz: „Das ist nicht richtig: Sie entscheiden.“ Die Betreuungsstelle berät kostenlos in Sachen Vorsorgevollmacht, die letztlich eine gesetzliche Betreuung vermeiden soll.

Vollmacht beim Vorsorgeregister hinterlegen

Hinterlegen könne man die Vorsorgevollmacht gegen eine kleine Gebühr beim Bundesvorsorgeregister, empfahl Ulrich Stein, Amtsgerichtsdirektor im Ruhestand. Die Adress- und Telefondaten des Bevollmächtigten, den man für sich benannt hat, sollte man zum Beispiel im Portemonnaie immer bei sich tragen. Der Vorsorgebevollmächtige wiederum sollte wissen, wo die Patientenverfügung des Vollmachtgebers hinterlegt sei.

 

WDR-Moderatorin Steffi Neu leitete noch viele Fragen aus dem Publikum ans Podium weiter. So war der Anspruch an den Abend erfüllt worden, den der BIG-Vorstandsvorsitzende Peter Kaetsch in seiner Begrüßung formuliert hatte: die BIGtalk-Besucher in Sachen Vorsorgedokumente aufzuklären.

Über BIG direkt gesund

Die BundesInnungskrankenkasse Gesundheit – kurz BIG direkt gesund - wurde 1996 in Dortmund gegründet. Die große Idee hinter der BIG: Direkter geht Krankenkasse nicht. Gemeint ist damit eine konsequente Online-Ausrichtung und Service in neuer Qualität mit großer Schnelligkeit. Die BIG nutzt moderne Kommunikationswege für ihre bundesweit mehr als 412.000 Versicherten und passt sich so dem digitalen Lebensstil ihrer Kunden an. Niedrige Verwaltungskosten im Vergleich zum Durchschnitt der Gesetzlichen Krankenversicherung und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sind weitere große Pluspunkte. BIG direkt gesund hat ihren Rechtssitz in Berlin, der Sitz der Hauptverwaltung ist Dortmund. Die BIG beschäftigt an den operativen Standorten mehr als 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie zählt zu den finanz- und leistungsstärksten Krankenkassen Deutschlands.

Mehr Informationen zum Unternehmen finden Sie unter: www.big-direkt.de

 

Bettina Kiwitt

Leiterin Unternehmenskommunikation

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