Vertrag ist „Meilenstein“ in der Versorgung von Prostatakrebs-Patienten | BIG direkt gesund

Vertrag ist „Meilenstein“ in der Versorgung von Prostatakrebs-Patienten

DORTMUND. Prostatakrebs ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts nach wie vor die häufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern in Deutschland. Die BIG hat gemeinsam mit Ärzten, Physiotherapeuten und dem Hightech-Unternehmen Intuitive Surgical aus dem Silicon Valley (USA) ein bisher einmaliges Behandlungskonzept im Kampf gegen Prostatakrebs entwickelt. Die Lebensqualität der betroffenen Patienten soll dadurch deutlich verbessert werden. Die vier Partner stellten am 6. September 2017 im Hause der BIG den Vertrag und den OP-Roboter da Vinci® der Öffentlichkeit vor.

Bei der Entfernung der Prostata fürchtet jeder Mann zwei mögliche Folgeerscheinungen: Impotenz und Inkontinenz. Um diese Risiken zu minimieren, haben Intuitive Surgical, das St. Antonius-Hospital in Gronau, der Dienstleister für Physiotherapie, die FPZ GmbH, und die BIG einen innovativen Vertrag zur Integrierten Versorgung (IGV) erarbeitet. Das Konzept basiert auf der roboterassistierten, minimalinvasiven Chirurgie in Verbindung mit einer umfassenden fachärztlichen Vor- und Nachsorge. Kooperiert wird zudem mit Physiotherapeuten und die Behandlung wird digital unterstützt.

Die Vertraginhalte und die Versorgungskette

Der Vertrag nach § 140a SGB V (Besondere Versorgung) richtet sich an Versicherte der BIG, die an Prostatakrebs erkrankt sind und denen der Arzt die Entfernung der Prostata empfohlen hat. Die Patienten erhalten folgende zusätzliche medizinische Leistungen, die als Versorgungskette vor, während und nach dem Krankenhausaufenthalt erbracht werden:

Vor dem Krankenhausaufenthalt

Der Patient trainiert dreimal beim Physiotherapeuten, um sich mithilfe eines speziell entwickelten Schließmuskeltrainings auf die Operation vorzubereiten. Mit Unterstützung der App von Caspar-Health (Goreha GmbH) kann das notwendige Training intensiver und effektiver durchgeführt werden – auch zuhause. Ein mögliches Hauptproblem bei der Entnahme der Prostata ist die nachfolgende Inkontinenz beim Patienten. Die Blase ist ein Muskel und dieser wird vor der OP gezielt trainiert, um die Rekonvaleszenz zu unterstützen. Der behandelnde Urologe und der Physiotherapeut gewährleisten eine strukturierte Beratung.

Im Krankenhaus

Als zusätzliche Diagnostik werden verschiedene Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Der Eingriff wird von erfahrenen Operateuren unter Einsatz des da Vinci®-Chirurgie-Systems vorgenommen.

Nach dem Krankenhausaufenthalt

Der Patient hat mindestens sechs, maximal zwölf Trainingseinheiten beim Physiotherapeuten, um den Schließmuskel weiter zu stärken. Der behandelnde Urologe führt engmaschige Ultraschalluntersuchungen durch, um den Verlauf des Heilungsprozesses zu kontrollieren.

Mehr Behandlungs- und Lebensqualität

„Diese Art der Behandlungskette ist für dieses Krankheitsbild einzigartig. Wir erhoffen uns davon eine deutliche Verbesserung der Behandlungs- und Lebensqualität – Stichwort Kontinenz und Potenz – für den Patienten“, sagt Peter Kaetsch, Vorstandsvorsitzender der BIG direkt gesund. Wie erfolgreich diese Behandlungskette letztlich ist, wird nach vier Jahren unter Einbeziehung von klinischen und ökonomischen Daten wissenschaftlich evaluiert. Die entsprechende wissenschaftliche Einrichtung wird per Ausschreibung ermittelt.

Ganzheitliches Therapiekonzept

Dr. med. Christian Wagner, Leitender Arzt robotische Urologie am St. Antonius-Hospital in Gronau, ergänzt: „Das Prostatazentrum Nordwest (PZNW) als Kompetenzzentrum mit internationaler Ausrichtung arbeitet auf sehr hohem medizinischen Niveau. Die Kooperation in der Integrierten Versorgung mit einem Partner wie der BIG passt hervorragend in unser ganzheitliches Therapie-Konzept. Das ist ein Meilenstein in der Weiterentwicklung der Qualität der sektorenübergreifenden Versorgung von Patienten mit Prostatakrebs.“

Vertrag ist wegweisendes Beispiel für Kooperationen

„Wir freuen uns über die innovative Art der Zusammenarbeit mit der BIG und dem St. Antonius-Hospital Gronau, mit der wir mehr Patienten in Deutschland den Zugang zu einer modernen Versorgung von hoher Qualität ermöglichen“, sagt Dirk Barten, Geschäftsführer der Intuitive Surgical Deutschland GmbH. „Dieser Vertrag ist ein wegweisendes Beispiel für die Kooperation zwischen Organisationen im deutschen Gesundheitssystem, um Patienten eine ganzheitliche Versorgung anzubieten – einschließlich der Vorteile der roboterassistierten minimalinvasiven Chirurgie.“

„Können Nebenerscheinungen in den Griff bekommen“

Die Bedeutung der Physiotherapie im Rahmen des Vertrags hebt Dr. Michael Hollmann, wissenschaftlicher Leiter der FPZ GmbH, hervor: „Mit einer auf das Krankheitsbild und die Umstände der Operation spezialisierten physiotherapeutischen Betreuung des Patienten können wir die Nebenerscheinungen einer solchen Operation gut in den Griff bekommen. Insbesondere der Ansatz des „Better In – Better Out“ ist in diesem Vertrag ein großer Schritt. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass ein Aufbau der Muskulatur an den betroffenen Stellen vor einer Operation, einen klaren Vorsprung in der nachoperativen Versorgung verschafft.“

 

Genesungsprozess beschleunigen

Maximilian Michels, Geschäftsführer der Goreha GmbH, sagt abschließend: „Wir freuen uns, bei diesem Vorhaben einen wichtigen Teil beitragen zu können und somit einen positiven Einfluss auf die Gesundheit des Patienten einzubringen. Unserer Erfahrung nach ist die richtige Vorbereitung auf einen operativen Eingriff essentiell, um den Genesungsprozess der Patienten nach der OP zu beschleunigen".

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