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Kleinkind wird von Ärztin geimpft

Kinderschutzimpfungen: Welche, wann und warum?

Mit den sogenannten U-Untersuchungen beziehungsweise Kindervorsorgeuntersuchungen beginnt auch die Zeit der Grundimmunisierung durch Kinderschutzimpfungen. Und weil in der Kindheit einige davon anstehen, sie in mehreren Etappen geimpft werden müssen und sie zudem noch aus Kombinationswirkstoffen bestehen, ist es gar nicht so einfach für Eltern, da noch den Überblick zu bewahren. Lest hier, wie Impfungen wirken, welche Kinderschutzimpfungen die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) empfiehlt und welche euer Kind vor Kita-Beginn benötigt.

Wieso sind Kinderschutzimpfungen wichtig?

Um das Leben und die Gesundheit unserer Kinder, unserer Mitmenschen und von uns selbst zu schützen und dadurch gefährliche Krankheiten schlussendlich auszurotten, sind (Kinder-)Schutzimpfungen unerlässlich. Bei einer Schutzimpfung werden eurem Kind bestimmte abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger verabreicht, damit der Körper entsprechende Antikörper bildet und die Erreger dadurch bekämpft. Ist eine Kinderschutzimpfung komplett, ist euer Kind von da an immun gegen die Erreger.

Welche Kinderschutzimpfungen empfiehlt der Impfkalender der STIKO und des RKI?

Zwar besteht in Deutschland bislang keine allgemeine Impfpflicht, allerdings empfiehlt die STIKO einige Kinderschutzimpfungen, die quasi mit den U-Untersuchungen starten. Damit erübrigt sich auch das mögliche Kopfchaos. Denn nehmt ihr alle U-Untersuchungen mit euren Kindern wahr, wird euch dadurch euer/eure Kinderärzt*in rechtzeitig über den aktuellen Impfstatus und anstehende Schutzimpfungen informieren.

Diese Kinderschutzimpfungen empfiehlt die STIKO

6-fach-Impfung, Rotaviren und Pneumokokken

Ab dem Alter von sechs Wochen und bis zum 14. Lebensmonat empfiehlt die STIKO die sogenannte 6-fach-Impfung sowie zwei weitere Impfungen mit drei Teilimpfungen gegen:

Diphtherie

Diphtherie ist eine hochansteckende und gefährliche Infektionskrankheit der Atemwege, die zu Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Lungenentzündung, Herzmuskelschäden bis hin zum Herzversagen führen kann.

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Tetanus ist ein Bakterium, das sich beispielsweise in der Erde findet. Daher ist bereits Gartenarbeit oder der Kontakt zu Tieren für Ungeimpfte gefährlich. Gelangt der Erreger in tiefere Stich-, Beiß- oder Schnittwunden, vermehrt er sich schnell. Eine Infektion führt zu schmerzhaften Muskelverkrampfungen. Betroffen sind beispielsweise Mund, Zunge und Kehlkopf. In rund 50 Prozent der Fälle führt der Wundstarrkrampf zum Erstickungstod.

Pertussis (Keuchhusten)

Bei Pertussis beziehungsweise Keuchhusten kommt es zu krampfartigen Hustenanfällen, die mehrere Wochen andauern. Während die Symptome zu Beginn einem grippalen Infekt ähneln, zeigt sich der Husten im Verlauf meist mit starker Atemnot. Bei rund einem Viertel entwickeln sich zudem Begleiterkrankungen wie Mittelohr-, Lungen- und Gehirnhautentzündungen.

Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Poliomyelitis – kurz Polio – ist ein Virus, das zu Beginn meist asymptomatisch verläuft, also erst mal ohne Symptome oder nur mit leichten grippeähnlichen Symptomen. Dann kann es zu leichten bis schweren Muskelkrämpfen, Muskelsteifheit z. B. des Nackens, Rückens und der Beine, bis hin zur Atemlähmung kommen.

Haemophilus influenzae Typ b (Hib)

Eine Hib-Infektion kann u. a. zu Lungenentzündung, Meningitis (Hirnhautentzündung), einer eitrigen Hirnhautentzündung oder zu einer Kehldeckelentzündung führen. Gerade Meningitis kann bei Kindern unter fünf Jahren schnell lebensbedrohlich sein. Wird Meningitis nicht schnell behandelt, liegt die Sterblichkeitsrate bei 80 Prozent. Trotz schneller Behandlung sterben immer noch fünf bis zehn Prozent der infizierten Kinder. Zudem drohen Folgeschäden wie Sprach- und Hörschäden sowie geistige Behinderungen.

Hepatitis-B

Das Hepatitis-B-Virus befällt die Leber. Folgeschäden können eine chronische Lebererkrankung oder Leberversagen sein.

Rotaviren

Besonders Säuglinge, Babys und Kleinkinder infizieren sich mit Rotaviren. Aufgrund des meist extremen Brechdurchfalls und hohen Fiebers droht den Jüngsten schnell eine Dehydrierung.

Pneumokokken

Pneumokokken-Bakterien können Mittelohr-, Lungen- und Hirnhautentzündungen verursachen.

Kinderschutzimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln

Die Kinderschutzimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln wird ab 11 Monaten empfohlen. Sie wird meist als Kombinationswirkstoff verabreicht (MMR-Impfung) und beinhaltet zwei Teilimpfungen.

Mumps

Mumps kann zu Meningitis (Hirnhautentzündung) oder einer Hirnschwellung führen. Auch können Hörschäden die Folge sein. Infiziert sich ein Junge mit Mumps, kann es zu einer Hodenentzündung und damit zur Unfruchtbarkeit kommen.

Masern

Eine Maserninfektion ist mit juckendem Hautausschlag, Husten, Fieber und Durchfall bereits sehr unangenehm. Zudem steigt das Risiko, an einer Mittelohr-, Lungen- und Gehirnentzündung zu erkranken.

Röteln

Normalerweise verläuft eine Rötel-Infektion harmlos und geht mit leichten Erkältungssymptomen oder einer Bindehautentzündung einher. In seltenen Fällen kommt es zu Komplikationen wie Mittelohr-, Gelenk, Gehirn-, Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen. Röteln können besonders für Schwangere und das Ungeborene gefährlich sein. Unter anderem steigen die Risiken für Fehlbildungen und Fehlgeburten.

Impfung gegen Varizellen (Windpocken)

Die Windpocken-Impfung wird meist zur gleichen Zeit wie die MMR-Impfung gemacht. Sie können auch als Kombinationswirkstoff geimpft werden, der sogenannten MMRV-Impfung. 

Normalerweise spüren Infizierte neben einem Juckreiz durch die mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen, Fieber und Unwohlsein keine weiteren Symptome. Seltene, aber gefährliche Komplikationen können sein: Lungen-, Hirnhaut-, Muskel-, Herzmuskel-, Gelenk- oder Nierenentzündung sowie Gleichgewichtsstörungen. Windpocken sind hochansteckend und gerade für Säuglinge sehr gefährlich.

Impfung gegen Meningokokken C und B

Empfohlen wird die Einmaldosis gegen Meningokokken C mit 12 Monaten. 

Für einen ausreichenden Schutz vor Meningokokken B (MenB), sollen Säuglinge laut Impfempfehlung drei Impfdosen im Alter von zwei, vier und zwölf Monaten erhalten. Für Kleinkinder sollte eine Nachholimpfung bis zum fünften Geburtstag erfolgen.

Meningokokken treten speziell bei Säuglingen (im ersten Lebensjahr) und Kindern auf. Neben harmlosen Symptomen wie Glieder- und Kopfschmerzen sowie Fieber kann das Bakterium zu einer Hirnhautentzündung, Bewusstseinsstörungen, Sehschäden, Lähmungen und zur Blutvergiftung führen.

Meningokokken-Infektion: Große Gefahr für Säuglinge und Kinder!

Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektionen wie Husten, Niesen und Küssen übertragen. Bedenkt man, dass jede Infektion tödlich verlaufen kann oder große gesundheitliche Schäden zurückbleiben können und Kinder zur größten Risikogruppe zählen, ist eine Impfung die einzig richtige Entscheidung.

Alle Infos

HPV-Impfung (Humanes Papillom Virus)

Das Humane Papillom Virus wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Daher wird die HPV-Impfung vor Geschlechtsreife beziehungsweise dem ersten sexuellen Kontakt und somit ungefähr zwischen neun und 16 Jahren für Mädchen und Jungen empfohlen. Sie besteht aus zwei Teilimpfungen.

Humane Papillomviren können zu Zellveränderungen mit unterschiedlichen Schweregraden führen:

  • Feigwarzen – dadurch können Wucherungen und schließlich Krebszellen entstehen.
  • Gebärmutterhalskrebs
  • Peniskrebs
  • Mundhöhlenkrebs (durch ungeschützten Oralverkehr)

Alle Schutzimpfungen als Grafik

Impfkalender-Grafik des RKI

Was ist ein Impfschema

Für jede Kinderschutzimpfung gibt es ein spezielles Impfschema – das bedeutet, dass eine Impfung oder ein Nachholtermin bis zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfinden muss und bis zu drei Teilimpfungen beinhaltet. Zudem müssen manche Schutzimpfungen nach einigen Jahren aufgefrischt werden, um die Immunisierung aufrechtzuerhalten. Um also vollständig immun gegen einen Erreger zu sein und dann auch zu bleiben, muss das jeweilige Impfschema eingehalten werden.

Wer trägt die Kosten für Schutz- und Reiseimpfungen?

Seid ihr bei BIG direkt gesund versichert, zahlt sie alle von der STIKO empfohlenen (Kinder-)Schutzimpfungen sowie Reiseimpfungen. Letztere zahlt die BIG natürlich auch, wenn ihr selbst in einem Risikogebiet lebt.

Infos zur Kostenerstattung

Welche Kinderschutzimpfung ist Pflicht für den Kita- und Schuleintritt?

Da die Zahl der Masernfälle bis kurz vor der Corona Pandemie immer weiter gestiegen ist, gilt seit dem 01.03.2020 eine Masern-Impfflicht für den Kita- und Schuleintritt. Lasst ihr euer Kind nicht impfen, droht ein Bußgeld von 2.500 Euro oder ein Ausschluss aus der Kita. Ein Schulausschluss ist aufgrund der Schulpflicht dagegen nicht möglich. Nur bei einer Unverträglichkeit auf den Impfstoff entfällt die Impfpflicht.

Welche Impfnebenwirkungen sind möglich?

Verständlicherweise sind alle Eltern besorgt, wenn es dem Kind nach einer Schutzimpfung nicht gut geht. Allerdings sind Impfnebenwirkungen in der Regel harmlos und nach wenigen Tagen wieder vorüber.

Häufige Impfnebenwirkungen

  • Fieber
  • Rötungen/Schwellungen der Einstichstelle
  • Allergische Reaktionen (treten bereits nach wenigen Minuten bis Stunden nach der Impfung auf) – bei Hautausschlägen, Atembeschwerden, Schwindel und ähnlichen Symptomen solltet ihr ärztliche Rücksprache halten und über bereits bestehende Allergien in der Familie vor der Impfung informieren.

Mit dem Impfpass alle Schutzimpfungen im Blick

Bei der ersten Impfung eures Kindes bekommt ihr den Impfpass ausgehändigt. Dieser gibt euch einen Überblick über vergangene und zukünftige Impfungen. Bei Verlust könnt ihr euch von eurem/eurer behandelnden Ärzt*in einen neuen ausstellen lassen. Der Impfpass ist weltweit und lebenslang gültig. Bewahrt ihn am besten gemeinsam mit dem gelben Untersuchungsheft eures Kindes auf und nehmt ihn zu den U-Untersuchungen und auf Reisen immer mit.

Frau bekommt ein Pflaster aufgeklebt.

Detaillierte Impfübersicht

Jetzt habt ihr einen Überblick über alle Kinderschutzimpfungen, den Zeitpunkt und wisst, warum die Impfungen so wichtig sind. Falls ihr euch noch detaillierter zu den Einzelnen Schutz- und Reiseimpfungen informieren wollt, bitte hier entlang.

Alle Infos zu Schutz- und Reiseimpfungen
Nutzerin betrachtet Daten auf dem Smartphone

Elektronische Patientenakte (ePA)

Mit der BIG-ePA könnt ihr medizinische Dokumente – wie den Mutterpass, den Impfpass oder das U-Vorsorge-Heft – sicher speichern und mit Ärzten teilen. Hier lest ihr, welche Funktionen die BIG-ePA bietet und wie ihr euch registriert.

Alle Infos zur ePA