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Erkrankter Mann sitzt in eine Decke eingewickelt auf dem Sofa und hält sich den Handrücken an die Stirn

Ab wann und warum hat man Fieber?

Wenn wir uns plötzlich schlapp und kränklich fühlen, wandert unsere Hand schnell zur Stirn, um herauszufinden, ob wir vielleicht Fieber haben. Fieber ist bei vielen Erkrankungen eines der häufigsten Symptome. Doch ab wann und warum hat man eigentlich Fieber und muss es immer sofort behandelt werden? Lesen Sie hier wichtigsten Infos und Tipps!

Warum hat man Fieber?

Auch wenn Fieber häufig sehr unangenehm und ab einer bestimmten Höhe auch gefährlich ist, ist es zuerst mal sinnvoll und hilfreich für unseren Körper. Fieber ist nämlich eine Reaktion darauf, dass sich unser Immunsystem gerade verstärkt gegen einen Infekt zur Wehr setzt. Ob diese Immunreaktion beziehungsweise das Fieber unvermeidlich oder vom Körper gewünscht ist beziehungsweise als Gegenmaßnahme selbst herbeigeführt wird, ist bis heute unklar. 

Manchmal bricht Fieber allerdings aus, ohne dass zunächst eine Ursache dafür gefunden wird. Hält es länger als drei Wochen an und liegt über 38,3 Grad Celsius, spricht man vom Fieber unbekannter Ursache (FUO – fever of unknown origin).

Es gibt vier FUO-Typen

  • klassisches FUO
  • nosokomiales FUO
  • neutropenisches FUO – bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem durch Abnahme der weißen Blutkörperchen
  • FUO bei Menschen mit HIV

Häufige FUO-Ursachen

  • unentdeckte Infektionen
  • Tumore
  • Autoimmunerkrankungen (z. B. Rheuma)

Ab wann hat man Fieber?

Die normale Körpertemperatur beträgt etwa 37 Grad Celsius. Zwar sprechen wir häufig schon ab 38 Grad Celsius von Fieber, offiziell beginnt es aber erst ab 38,2 Grad Celsius. In der zweiten Nachthälfte und morgens ist es in der Regel am niedrigsten, abends am höchsten. Auch unsere Hormone – also beispielsweise der weibliche Zyklus – sorgen für kleine Temperaturveränderungen. Zudem gibt es leichte körperliche Unterschiede: Messen wir die Temperatur auf der Stirn, unter der Achsel oder im Mund, sind die Werte um 0,5 bis 0,3 Grad Celsius niedriger, als wenn wir im After (rektal) oder im Ohr messen. Die Temperatur im Po liegt am nächsten an der des Körperkerns. Hohes Fieber beginnt bei 39 Grad Celsius und kann sogar über 40 Grad ansteigen. Je nachdem, wie alt die fiebrige Person ist, gelten unterschiedliche Werte.

Fieber bei Babys

Bei Babys deutet oft schon eine erhöhte Temperatur auf eine Erkrankung hin. Ihr Körper ist nämlich noch nicht in der Lage, Infekte mithilfe eines Temperaturanstiegs zu bekämpfen. 

Fieber bei (Klein-)Kindern

(Klein-)Kinder haben ab 38 Grad Fieber und – Sie können es sich schon denken – das kommt bei durchschnittlich acht bis zwölf Infekten pro Jahr im Kleinkindalter ziemlich häufig vor. Angefangen bei Erkältungen/grippalen Infekten, über Bronchitis, Mittelohr- und Mandelentzündungen, bis hin zu Fieberkrämpfen und dem PFAPA-Syndrom. Allerdings kann die Körpertemperatur bei Kindern auch durch Aktivitäten wie Toben und Sport ansteigen. Ab dem Kleinkindalter sehen Sie Ihrem Nachwuchs meist schnell an, ob er kränkelt. 

PFAPA-Syndrom: Wenn Kinder ständig Fieber bekommen

Bekommt ein Kind regelmäßig hohes Fieber, das plötzlich wieder verschwindet und mit weiteren Symptomen einhergeht, tappen Eltern und Kinderärzte häufig im Dunkeln. Denn das PFAPA-Syndrom ist bislang noch sehr unbekannt.

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Kind mit Fieber

Fieber bei Erwachsenen

Erwachsene haben ab 38,3 Grad Celsius offiziell Fieber. Bei ihnen bestehen ähnliche Symptome wie bei Kindern, allerdings können Ältere sie natürlich besser kommunizieren und einordnen.
 

Typische Fieber-Symptome

  • allgemeines Krankheitsgefühl/Abgeschlagenheit
  • Gliederschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Appetitlosigkeit
  • Quengeligkeit/Weinerlichkeit (bei Babys/Kindern)
  • gerötete Gesichtshaut (bei Babys/Kindern)

Muss man Fieber behandeln?

Handelt es sich eher um einen harmlosen Infekt und steigt das Fieber bei Erwachsenen nicht über 39 Grad Celsius, muss es auch nicht behandelt werden. Ab einer Körpertemperatur von 39 Grad Celsius sollte bei Erwachsenen das Fieber bekämpft werden, sofern es länger als drei Tage anhält beziehungsweise weiter steigt. Bei Kindern sollte Fieber ab 38 Grad Celsius behandelt werden. 

 

Wie wird Fieber behandelt?

  1. Nehmen Sie bei erhöhter Temperatur/Fieber Erkrankung immer mehr Flüssigkeit als sonst zu sich: Auf zwei Liter Flüssigkeit pro Tag sollte noch mal pro gestiegenem Grad ein halber Liter Flüssigkeit wie Wasser und ungesüßter Tee hinzukommen.
  2. Wadenwickel sind bei Fieber ein bewehrtes Hausmittel, sofern Sie nicht frieren/frösteln: Dazu einfach Hand- oder Geschirrtücher in Wasser tränken, auswringen und diese fest um die liegend ausgestreckten Beine wickeln. Dann heißt es: Gut ausruhen und noch mal mit einem trockenen Tuch umwickeln und nach rund fünf Minuten Einwirkzeit die Tücher wieder in kaltes Wasser legen und insgesamt drei Durchgänge hintereinander machen.
  3. Bei fiebersenkenden Medikamenten wie Paracetamol sollte die Packungsbeilage beachtet werden, um eine Überdosierung und weitere Risiken ausschließen zu können.

Ab welcher Temperatur zum Arzt?

Bei Babys ist bereits bei leicht erhöhter Temperatur eine ärztliche Untersuchung sinnvoll, sofern sie zusätzliche Symptome wie Schlappheit, Appetitlosigkeit, Unruhe, Übelkeit/Erbrechen oder Atemnot haben. Ansonsten gilt bei Kindern, dass man bei einer Körpertemperatur von 38 Grad Celsius zum Kinderarzt sollte, sofern das Fieber länger als einen Tag anhält. Allerdings sollte auch hier individuell entschieden werden. Zeigt das Kind weitere Symptome, ist ein sofortiger Besuch sicherer. Bei älteren Kindern und Erwachsenen ist ab 39 Grad Celsius Fieber eine ärztliche Abklärung notwendig.
 

Wann ist Fieber gefährlich?

Steigt die Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius, ist Fieber gefährlich und daher ein Fall für den Notarzt/Notruf. Der Körper ist bei anhaltendem hohem Fieber so aufgeheizt, dass vor allem bei Babys und Kleinkindern sowie älteren Menschen schnell eine Austrocknung durch Flüssigkeitsmangel droht.

Weitere mögliche Risiken

  • Herz-Kreislauf-Probleme/Kreislaufkollaps
  • Thrombose
  • erhöhte Sturzgefahr (durch Schwindel)
  • Störungen des zentralen Nervensystems
  • Erkrankungen, die mit Fieber und Blutungen einhergehen – virales hämorrhagisches Fieber – etwa bei Infektionen mit Ebola- und Marburg-Viren

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Mann sitzt auf einer Treppe mit Smartphone in der Hand

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