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Was sind Bettwanzen?
Bettwanzen (Cimex lectularius) sind kleine, flügellose Insekten, die sich von menschlichem und gelegentlich auch tierischem Blut ernähren. Erwachsene Tiere sind etwa fünf bis sieben Millimeter lang, oval geformt und haben eine bräunliche Farbe. Nach dem Blutsaugen wirken sie rötlicher und etwas aufgebläht. Weibchen werden immer etwas größer als die Männchen. Gerade junge Bettwanzen sind klein und farblos, weshalb man sie oft nur schlecht erkennt. Zudem vermehren sie sich rasch. Ein Weibchen lebt etwa sechs Monate und legt in dieser Zeit rund 150 Eier.

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Woher kommen Cimex lectularius?
Cimex lectularius reisen in der Regel als blinde Passagiere mit uns mit. Häufig gelangen sie über Koffer, Kleidung oder gebrauchte Möbel in unsere Wohnungen. Hotels, Hostels, Berghütten, Züge, Flugzeuge und Busse sind typische Orte, an denen man sich die kleinen Blutsauger unfreiwillig einfangen kann. Ob der Ort sauber oder eher schmutzig ist, spielt dabei keine Rolle. Internationale Reisen und globaler Handel begünstigen ihre Verbreitung zusätzlich.
Es gibt keine bestimmte Jahreszeit, in der Bettwanzen ausschließlich aktiv sind. Allerdings sind sie bei wärmeren Temperaturen etwas reger, sodass in den Sommermonaten mehr Fälle gemeldet werden.
Bettwanzen sind nachtaktiv und verstecken sich innerhalb der Wohnung tagsüber in Spalten, Ritzen, Matratzen, Lattenrosten oder Einrichtungs- und Dekogegenständen wie zum Beispiel hinter Bilderrahmen. Da sie Wärme und Kohlendioxid besonders gern mögen, halten sie sich am liebsten in der Nähe des Bettes auf. Prinzipiell sind sie wahre Meisterinnen im Verbergen und können zudem monatelang ohne Nahrung überleben, was ihre Bekämpfung erschwert.
Wie beugt man Bettwanzen vor?
Vorbeugung beginnt mit Wachsamkeit. Wenn ihr verreist, solltet ihr eure Herberge kurz inspizieren. Matratzen(-kanten), Lattenroste und Bettritzen lassen sich mit einer Taschenlampe auf kleine schwarze Kotspuren oder Häutungsreste prüfen. Stellt eure Koffer möglichst nicht auf den Boden, sondern auf Kofferböcke oder Schränke beziehungsweise weiter weg vom Bett.
Nach einer Reise empfiehlt es sich, Kleidung in der Dusche oder Wanne zu inspizieren und auszuschütteln und anschließend sofort bei mindestens 60 °C zu waschen und/oder für mindestens 30 Minuten bei hoher Temperatur in den Trockner zu geben.
Auch das Ausklopfen und Aussaugen von Koffern kann helfen, mögliche Mitreisende zu beseitigen.
Dicht schließende Matratzenschoner können das Eindringen von Bettwanzen in Matratzen verhindern.
Gebrauchte Möbel, insbesondere Betten und Sofas, sollten vor dem Kauf sorgfältig kontrolliert werden.
So werdet ihr Bettwanzen zu Hause wieder los!
Hat sich ein Befall eingestellt, solltet ihr schnell handeln, um eine weitere Vermehrung zu verhindern.
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Inspektion
Inspiziert alle verdächtigen Stellen gründlich. Das Absaugen von Matratzen, Lattenrosten, Teppichen und Ritzen kann die Zahl der Tiere verringern, ersetzt jedoch keine professionelle Bekämpfung.
Tierärzt*innen des Umweltbundesamtes empfehlen, bei dem Verdacht eines Befalls vor allem die Matratze hochzuheben und beispielsweise in den Leisten des Lattenrostes und am Bettgestell nach den unerwünschten Gesellen zu suchen.Umweltbundesamt - 2
Hitze und Kälte
Wascht befallene Textilien wie Bettwäsche, Kleidung und Vorhänge möglichst heiß oder erhitzt sie im Trockner. Packt nicht waschbare Gegenstände in einen luftdichten Plastikbeutel und legt diesen für drei Tage bei mindestens –18 °C in die Tiefkühltruhe. - 3
Professionelle Schädlingsbekämpfung
Beauftragt zeitgleich eine professionelle Schädlingsbekämpfung. Fachbetriebe setzen meist spezielle Wärmeverfahren ein, bei denen Räume für mehrere Stunden auf über 50 °C erhitzt werden, was Bettwanzen in allen Entwicklungsstadien abtötet.
Insektizide kommen immer seltener zum Einsatz, da sie gesundheitsschädlich sind.
Es können mehrere Behandlungen notwendig sein, da das Ungeziefer und mit ihnen ihre Eier und Larven hartnäckig sind. Nach etwa zwei bis drei Wochen sollten daher unbedingt noch mal eine Inspektion und gegebenenfalls weitere „Behandlungen“ erfolgen – gerade, weil die Bettwanzen in die unbehandelten Räume geflüchtet sein könnten.
Bei Gegenständen wie Musikinstrumenten oder Elektrogeräten kann Gas zum Einsatz kommen. Sind die Schädlinge schwer zu finden, können sogar Spürhunde eingesetzt werden, denn Bettwanzen kann man tatsächlich anhand ihres süßlich-bitteren Mandelgeruchs aufspüren.Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband e. V.
Schaden Bettwanzen der Gesundheit?
Bettwanzen übertragen nach heutigem Wissensstand keine gefährlichen Krankheiten. Ihre Bisse können jedoch für Mensch und Tier unangenehm sein: Sie hinterlassen juckende, gerötete Quaddeln, die häufig in Reihen auftreten („Wanzenstraße“). Durch starkes Kratzen kann es zu Hautentzündungen oder sekundären Infektionen kommen.
Bei empfindlichen Personen können allergische Reaktionen auftreten, und der anhaltende Juckreiz kann zu Schlafstörungen führen.
Auch die psychische Belastung eines Befalls – etwa Angst vor erneutem Befall, Ekel oder Scham – sollten nicht unterschätzt werden.
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