Bluthochdruck erkennen: Warum man ihn oft nicht merkt

Letzte Aktualisierung: 20. März 2026Lesezeit: 4 Minuten
Viele Menschen gehen davon aus, dass man Bluthochdruck deutlich spüren müsste. Kopfschmerzen, Schwindel oder Herzklopfen: so stellen sich viele die ersten Anzeichen vor. Die Realität sieht oft anders aus: Bluthochdruck bleibt häufig lange unbemerkt.
Mann mit überraschtem Gesichtsausdruck

Inhalt

Man fühlt sich gesund, ist aktiv im Alltag – und trotzdem können die Blutdruckwerte bereits erhöht sein. Genau deshalb wird Bluthochdruck manchmal auch als „stiller Risikofaktor“ bezeichnet. Doch warum ist das so? Und wann sendet der Körper doch Signale?

Was im Körper passiert, wenn der Blutdruck steigt

Der Blutdruck beschreibt den Druck, mit dem das Herz das Blut durch unsere Gefäße pumpt. Dabei entstehen zwei Werte:

  • Systolischer Wert: Druck beim Herzschlag
  • Diastolischer Wert: Druck zwischen zwei Herzschlägen

Als optimal gilt etwa 120/80 mmHg*, wobei Werte bis 129/84 mmHg als normal gelten. Von Bluthochdruck (Hypertonie) sprechen Fachleute, wenn der Blutdruck dauerhaft 140/90 mmHg oder höher liegt. Steigt der Druck langsam an, reagiert der Körper zunächst erstaunlich anpassungsfähig. Herz und Gefäße können viele Veränderungen ausgleichen. Für uns fühlt sich deshalb lange alles ganz normal an.

Was bedeuten die Maßeinheiten?

mmHg steht für „Millimeter Quecksilbersäule" (Hg ist das chemische Symbol für Quecksilber). Es ist die in der Medizin übliche Maßeinheit für den Blutdruck. Der Name kommt daher, dass man Druck früher damit gemessen hat, wie hoch eine Quecksilbersäule dadurch angehoben wurde. Obwohl es modernere Einheiten gibt, hat sich mmHg in der Medizin bis heute gehalten.

Bluthochdruck Symptome: Warum man oft nichts merkt

Viele Krankheiten machen sich durch Schmerzen bemerkbar. Bluthochdruck dagegen verursacht oft keine direkten Beschwerden. Der Körper passt sich an die veränderten Druckverhältnisse an. Deshalb wissen viele Menschen lange nichts von ihren erhöhten Werten. Erst eine Messung des Blutdrucks bringt Klarheit.

Warum der Körper lange keinen Alarm schlägt

Unser Herz-Kreislauf-System ist darauf ausgelegt, Druckschwankungen auszugleichen. Zum Beispiel bei:

  • körperlicher Anstrengung
  • Stress
  • emotionaler Belastung

Diese Anpassungsfähigkeit ist grundsätzlich sinnvoll. Sie sorgt dafür, dass unser Körper im Alltag stabil funktioniert. Der Nachteil: Auch dauerhaft erhöhter Blutdruck kann lange kompensiert werden. Betroffene haben also oft keine Beschwerden, selbst wenn die Gefäße bereits stärker belastet werden.

Blutdruck im Schlaf: Ein oft unterschätzter Faktor

Der Blutdruck folgt einem natürlichen Rhythmus. Im Schlaf sinkt er normalerweise um etwa 10 bis 20 Prozent. Diese nächtliche Entlastung ist wichtig für Herz und Gefäße. Bleibt sie aus, kann das langfristig eine Rolle für die Gesundheit spielen. Deshalb wirken sich auch Schlaf und Stress auf den Blutdruck aus. Die 7Schläfer-App hilft Ihnen, besser und erholsamer ein- und durchzuschlafen.

Wann Bluthochdruck Symptome verursacht

Auch wenn viele Menschen lange nichts merken, können bei deutlich erhöhten Werten Beschwerden auftreten. Mögliche Anzeichen sind:

  • Kopfschmerzen (oft morgens)
  • Schwindel
  • Herzklopfen
  • Kurzatmigkeit
  • Nasenbluten
  • Sehstörungen

Gut zu wissen

Viele entdecken Bluthochdruck zufällig

Bluthochdruck wird oft nicht wegen Beschwerden entdeckt, sondern eher nebenbei:

Genau deshalb lohnt es sich, den Blutdruck gelegentlich messen zu lassen, auch ohne konkrete Symptome.

Ab wann gilt Blutdruck als zu hoch?

Fachgesellschaften unterscheiden mehrere Bereiche. Ein einzelner erhöhter Wert bedeutet noch nicht automatisch eine Erkrankung. Für eine Diagnose werden mehrere Messungen über einen längeren Zeitraum betrachtet. Folgende Richtwerte weist die Deutsche Hochdruckliga aus:

Richtwerte der Deutschen Hochdruckliga
optimal < 120< 80
normal120–12980–84
hoch-normal130–13985–89
Blutdruckab 140ab 90

Risikofaktoren für Bluthochdruck: Schon kleine Veränderungen können helfen

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten von Bluthochdruck. Die primäre (essenzielle) Hypertonie ist die weitaus häufigere Form und hat keine einzelne, klar definierbare Ursache – sie entsteht durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Dazu gehören nicht beeinflussbare Faktoren wie genetische Veranlagung, zunehmendes Alter oder das Geschlecht. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von beeinflussbaren Risikofaktoren, die durch Lebensstiländerungen positiv beeinflusst werden können:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Ungesunde Ernährung (z. B. zu viel Salz, zu wenig Obst und Gemüse)
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Chronischer Stress
  • Familiäre Veranlagung

Blutdruck messen: So bekommen Sie Klarheit

Der einzige Weg, Bluthochdruck sicher zu erkennen, ist eine Messung. Schon gelegentliches Messen reicht oft aus, um ein Gefühl für die eigenen Werte zu bekommen. Das geht zum Beispiel:

  • beim Hausarzt
  • bei Vorsorgeuntersuchungen (z. B. Check-up)
  • in vielen Apotheken
  • mit einem Messgerät zu Hause
Blutdruckmessgerät mit Display
Welche Folgen hat Bluthochdruck
Was ist eigentlich so schlimm an zu hohem Bluthochdruck und wie äussert sich das? Das erfahren Sie in unserem Ratgeber.
Bluthochdruck: Warum er gefährlich werden kann
Arzt tastet beim Check-up die Lymphknoten des Patienten ab
Gesundheits-Check-up ab 35: Mehr Sicherheit durch Vorsorge
Ab dem 35. Lebensjahr haben Sie alle drei Jahre Anspruch auf einen umfassenden Gesundheits-Check bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Hier wird in jedem Fall auch der Blutdruck geprüft.
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Quellen

  1. Deutsche Hochdruckliga:
    Bluthochdruck bei Erwachsenen
  2. Stiftung Gesundheit :
    Hypertonie: Was ist Bluthochdruck?

Fragen und Antworten zu Bluthochdruck

Verfasst von
BIG Redaktion

Die BIG-Gesundheitsredaktion verbindet journalistisches Know-how mit medizinischem und kommunikativen Fachwissen.