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Man fühlt sich gesund, ist aktiv im Alltag – und trotzdem können die Blutdruckwerte bereits erhöht sein. Genau deshalb wird Bluthochdruck manchmal auch als „stiller Risikofaktor“ bezeichnet. Doch warum ist das so? Und wann sendet der Körper doch Signale?
Was im Körper passiert, wenn der Blutdruck steigt
Der Blutdruck beschreibt den Druck, mit dem das Herz das Blut durch unsere Gefäße pumpt. Dabei entstehen zwei Werte:
- Systolischer Wert: Druck beim Herzschlag
- Diastolischer Wert: Druck zwischen zwei Herzschlägen
Als optimal gilt etwa 120/80 mmHg*, wobei Werte bis 129/84 mmHg als normal gelten. Von Bluthochdruck (Hypertonie) sprechen Fachleute, wenn der Blutdruck dauerhaft 140/90 mmHg oder höher liegt. Steigt der Druck langsam an, reagiert der Körper zunächst erstaunlich anpassungsfähig. Herz und Gefäße können viele Veränderungen ausgleichen. Für uns fühlt sich deshalb lange alles ganz normal an.
Was bedeuten die Maßeinheiten?
mmHg steht für „Millimeter Quecksilbersäule" (Hg ist das chemische Symbol für Quecksilber). Es ist die in der Medizin übliche Maßeinheit für den Blutdruck. Der Name kommt daher, dass man Druck früher damit gemessen hat, wie hoch eine Quecksilbersäule dadurch angehoben wurde. Obwohl es modernere Einheiten gibt, hat sich mmHg in der Medizin bis heute gehalten.
Bluthochdruck Symptome: Warum man oft nichts merkt
Viele Krankheiten machen sich durch Schmerzen bemerkbar. Bluthochdruck dagegen verursacht oft keine direkten Beschwerden. Der Körper passt sich an die veränderten Druckverhältnisse an. Deshalb wissen viele Menschen lange nichts von ihren erhöhten Werten. Erst eine Messung des Blutdrucks bringt Klarheit.
Warum der Körper lange keinen Alarm schlägt
Unser Herz-Kreislauf-System ist darauf ausgelegt, Druckschwankungen auszugleichen. Zum Beispiel bei:
- körperlicher Anstrengung
- Stress
- emotionaler Belastung
Diese Anpassungsfähigkeit ist grundsätzlich sinnvoll. Sie sorgt dafür, dass unser Körper im Alltag stabil funktioniert. Der Nachteil: Auch dauerhaft erhöhter Blutdruck kann lange kompensiert werden. Betroffene haben also oft keine Beschwerden, selbst wenn die Gefäße bereits stärker belastet werden.
Blutdruck im Schlaf: Ein oft unterschätzter Faktor
Der Blutdruck folgt einem natürlichen Rhythmus. Im Schlaf sinkt er normalerweise um etwa 10 bis 20 Prozent. Diese nächtliche Entlastung ist wichtig für Herz und Gefäße. Bleibt sie aus, kann das langfristig eine Rolle für die Gesundheit spielen. Deshalb wirken sich auch Schlaf und Stress auf den Blutdruck aus. Die 7Schläfer-App hilft Ihnen, besser und erholsamer ein- und durchzuschlafen.
Wann Bluthochdruck Symptome verursacht
Auch wenn viele Menschen lange nichts merken, können bei deutlich erhöhten Werten Beschwerden auftreten. Mögliche Anzeichen sind:
- Kopfschmerzen (oft morgens)
- Schwindel
- Herzklopfen
- Kurzatmigkeit
- Nasenbluten
- Sehstörungen
Gut zu wissen
Diese Symptome sind jedoch kein sicherer Hinweis auf Bluthochdruck. Sie können viele Ursachen haben – und manche Menschen mit hohen Werten fühlen sich weiterhin völlig fit.
Viele entdecken Bluthochdruck zufällig
Bluthochdruck wird oft nicht wegen Beschwerden entdeckt, sondern eher nebenbei:
bei einer Routineuntersuchung beim Gesundheits-Check Nutzen Sie einfach den Check-up 35in der Apotheke bei Vorsorgeuntersuchungen Alle Vorsorgeuntersuchungen im Überblick
Genau deshalb lohnt es sich, den Blutdruck gelegentlich messen zu lassen, auch ohne konkrete Symptome.
Ab wann gilt Blutdruck als zu hoch?
Fachgesellschaften unterscheiden mehrere Bereiche. Ein einzelner erhöhter Wert bedeutet noch nicht automatisch eine Erkrankung. Für eine Diagnose werden mehrere Messungen über einen längeren Zeitraum betrachtet. Folgende Richtwerte weist die Deutsche Hochdruckliga aus:
Kategorie | Systolisch (mmHg) | Diastolisch (mmHg) |
|---|---|---|
| optimal | < 120 | < 80 |
| normal | 120–129 | 80–84 |
| hoch-normal | 130–139 | 85–89 |
| Blutdruck | ab 140 | ab 90 |
Risikofaktoren für Bluthochdruck: Schon kleine Veränderungen können helfen
Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten von Bluthochdruck. Die primäre (essenzielle) Hypertonie ist die weitaus häufigere Form und hat keine einzelne, klar definierbare Ursache – sie entsteht durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Dazu gehören nicht beeinflussbare Faktoren wie genetische Veranlagung, zunehmendes Alter oder das Geschlecht. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von beeinflussbaren Risikofaktoren, die durch Lebensstiländerungen positiv beeinflusst werden können:
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung (z. B. zu viel Salz, zu wenig Obst und Gemüse)
- Regelmäßiger Alkoholkonsum
- Rauchen
- Chronischer Stress
- Familiäre Veranlagung
Blutdruck messen: So bekommen Sie Klarheit
Der einzige Weg, Bluthochdruck sicher zu erkennen, ist eine Messung. Schon gelegentliches Messen reicht oft aus, um ein Gefühl für die eigenen Werte zu bekommen. Das geht zum Beispiel:
- beim Hausarzt
- bei Vorsorgeuntersuchungen (z. B. Check-up)
- in vielen Apotheken
- mit einem Messgerät zu Hause

Welche Folgen hat Bluthochdruck

Gesundheits-Check-up ab 35: Mehr Sicherheit durch Vorsorge
Quellen
- Deutsche Hochdruckliga:Bluthochdruck bei Erwachsenen
- Stiftung Gesundheit :Hypertonie: Was ist Bluthochdruck?
Fragen und Antworten zu Bluthochdruck
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