Bluthochdruck: Symptome erkennen und Folgeschäden vermeiden

Letzte Aktualisierung: 28. April 2026Lesezeit: 7 Minuten
Viele Menschen bemerken zu spät oder gar nicht, dass sie unter Bluthochdruck leiden. Denn leider tut ein zu hoher Blutdruck nicht weh, kann aber dennoch schwere Folgen für unsere Organe haben. Wir erklären, woran Sie einen hohen Blutdruck erkennen und wie Sie ihm entgegenwirken.
Blutdruckmessgerät mit Display

Inhalt

Sehr viele Menschen in Deutschland haben Bluthochdruck. Oft ist er eine Folge von Übergewicht, einer falschen Ernährung, zu viel Alkohol, Dauerstress, zu wenig Bewegung oder genetischer Veranlagung. Wir erklären Ihnen, was bei Bluthochdruck im Körper passiert.

Bluthochdruck ist eine der häufigsten Erkrankungen weltweit. Allein in Deutschland litten im Jahr 2018 rund 19 Millionen Menschen daran. Das ergab eine Untersuchung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Bluthochdruck bedeutet, der Druck, den das Blut auf unsere Gefäße ausübt, ist erhöht. Bleibt er über längere Zeit unbehandelt, können diese beschädigt werden. Einen erhöhten Blutdruck bemerken die meisten Menschen zunächst gar nicht, denn er verursacht erstmal meistens keine Symptome. Es gibt jedoch Anzeichen, an denen Sie ihn dennoch erkennen können.

Bluthochdruck: Das passiert im Körper

Bluthochdruck hat, wer wiederholt einen Blutdruck von 140/90 mmHg und höher misst. Der erste Wert steht für den systolischen Blutdruck. Das ist der Druck, der auf die Arterien einwirkt, wenn sich unser Herzmuskel zusammenzieht und das Blut in den Körperkreislauf pumpt. Der diastolische Blutdruck wird gemessen, während das Herz erschlafft und sich erneut mit Blut füllt.

Es ist ganz normal, dass sich der Blutdruck in manchen Situationen erhöht, zum Beispiel bei Stress oder Sport. Gefährlich wird es, wenn der Bluthochdruck dauerhaft besteht und unbehandelt bleibt. Die möglichen Folgen betreffen wichtige Organe:

  • Herz:Das Herz wird zusätzlich belastet, daraus kann sich auf lange Sicht eine chronische Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) entwickeln.
  • Gefäße:Die Gefäße altern früher und schneller (Arteriosklerose). Auch die Herzkranzgefäße können betroffen sein, so dass eine koronare Herzkrankheit, die häufigste Todesursache überhaupt, begünstigt werden kann. Die Koronare Herzkrankheit wiederum kann zu Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder einer Herzschwäche führen.
  • Gehirn:Auch im Gehirn kann Bluthochdruck schwere Schäden anrichten. Er erhöht das Risiko für einen Schlaganfall um das Drei- bis Vierfache.
  • Nieren:Ebenso sind die Nieren gefährdet: Eine chronische Nierenschwäche oder sogar Nierenversagen sind mögliche Folgen.

Was ist Bluthochdruck?

Von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) spricht man, wenn bei wiederholten Messungen Werte von 140/90 mmHg oder höher erreicht oder überschritten werden.

- Systolischer Wert: Druck in den Gefäßen, wenn das Herz Blut in den Körper pumpt
- Diastolischer Wert: Druck in der Entspannungsphase des Herzens

Kurzfristige Erhöhungen, etwa bei Stress oder körperlicher Aktivität, sind normal. Gefährlich wird es, wenn der Blutdruck dauerhaft erhöht bleibt.

Bluthochdruck: Ursachen und Risikofaktoren

Leiden Sie an Bluthochdruck, haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine primäre Hypertonie. Dabei stellen die Ärzte keine andere Erkrankung als Ursache fest. Das ist bei etwa 90 Prozent der Patient*innen der Fall. Nur bei zehn bis 15 Prozent sind andere Krankheiten der Auslöser, wie Probleme mit den Nieren, eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Stoffwechselerkrankung. Doch wie kommt es zum primären Blutdruck, ohne erkennbare Ursache? Einige Risikofaktoren begünstigen die Krankheit:

  • Übergewicht
  • Ernährung mit viel Salz
  • viel Alkohol
  • Stress
  • Bewegungsmangel

Ältere Menschen sind häufiger von Bluthochdruck betroffen, genau wie Frauen in den Wechseljahren. Jedoch können auch junge, gesunde Menschen darunter leiden. In seltenen Fällen kommt es sogar zu Bluthochdruck bei Kindern. Die genetische Veranlagung scheint daher ebenfalls eine Rolle zu spielen. Wenn enge Verwandte betroffen sind, steigt das eigene Risiko.

Schlafapnoe als mögliche Ursache

Sehr häufig ist das sog. Schlafapnoesyndrom Ursache einer sogenannten „sekundären Hypertonie“. Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine Schlafstörung, bei der es nachts immer wieder zu Atemaussetzern kommt, meist weil die oberen Atemwege im Schlaf kollabieren, wodurch der Sauerstoffgehalt im Blut abfällt, das Gehirn Alarm schlägt und der Schlaf ständig unbemerkt unterbrochen wird. 

Die Folgen sind Tagesmüdigkeit und eben ein Bluthochdruck, der dann zu einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko beiträgt. Sollten Sie bemerken, dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin nicht nur schnarcht, sondern auch häufiger Atemaussetzer hat, sollten Sie dies unbedingt in Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt weiter abklären lassen. Die App Snorefox, ein angebot der BIG, hilft dabei gefährliches Schnarchen und das Risiko des Schlafapnoesyndroms zu ermitteln. 

Bluthochdruck: Symptome erkennen

Bluthochdruck zu erkennen, ist nicht immer einfach – gerade zu Beginn bleibt er häufig symptomlos. Jedoch gibt es einige Warnsignale, die Sie mit Ihrem Arzt abklären sollten:

  • Schlafstörungen
  • Herzstolpern oder Herzrhythmusstörungen
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Luftnot bei Belastungen
  • Nervosität

Für diese Symptome kann es allerdings auch andere Erklärungen geben. Bei einem krisenhaften Blutdruckanstieg sind die Anzeichen eindeutiger: Dabei kann es z.B.  zu einem Engegefühl in der Brust (sog. Angina pectoris), Schwindel, Atemnot, Zittern, Panik- und Angstgefühlen kommen.

Wichtig: Zeigen Sie Symptome eines krisenhaften Anstiegs, kontrollieren Sie umgehend Ihren Blutdruck. Wenn Sie hohe Werte haben, kontaktieren Sie Ihren Hausarzt oder den Notruf 112.

Ganz entscheidend ist aber, dass Sie ihren Blutdruck kennen und regelmäßig überprüfen und sich eben nicht darauf verlassen, dass der Bluthochdruck Symptome bzw. Beschwerden machen würde. Denn das tut er in den allermeisten Fällen nicht. Daher ist es so extrem wichtig, proaktiv und regelmäßig, auch bei gutem Befinden, seinen Blutdruckwerte zu messen.

Wichtig: Zeigen Sie Symptome eines krisenhaften Anstiegs, kontrollieren Sie umgehend Ihren Blutdruck. Wenn Sie hohe Werte haben, kontaktieren Sie Ihren Hausarzt oder den Notruf 112.

Betroffene Organe im Überblick

Bluthochdruck schädigt schleichend verschiedene Organe – oft ohne dass Betroffene es bemerken. Die folgende Tabelle zeigt, welche Organe betroffen sind, wie der Schaden entsteht und woran man ihn erkennen kann:

Organ
Wie wird es geschädigt?
Woran merkt man es?
HerzDauerhafte Druckbelastung führt zu Verdickung und Versteifung des Herzmuskels. Langfristig kann sich eine chronische Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) entwickeln. Auch koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt sind möglich.Atemnot bei Belastung, Müdigkeit, Herzstolpern, Herzrhythmusstörungen, Ödeme (Wassereinlagerungen), in schweren Fällen Brustschmerzen (Angina pectoris)
BlutgefäßeDie Gefäßwände werden durch den dauerhaften Druck geschädigt und verhärten (Arteriosklerose). Die Gefäße altern schneller, verlieren an Elastizität. Herzkranzgefäße und periphere Arterien können ebenfalls betroffen sein (pAVK).Oft lange keine Beschwerden. Später: Schmerzen in Beinen beim Gehen (Schaufensterkrankheit bei pAVK), Kältegefühl in Extremitäten, im schlimmsten Fall Herzinfarkt oder Schlaganfall
GehirnBluthochdruck erhöht das Schlaganfallrisiko um das 3- bis 4-Fache. Kleine Gefäße im Gehirn können reißen oder verstopfen (ischämischer Schlaganfall bzw. Hirnblutung). Auch kognitive Beeinträchtigungen und Demenz können langfristig entstehen.Kopfschmerzen (besonders morgens, im Hinterkopf), Schwindel, Sehstörungen, Gedächtnisprobleme. Bei Schlaganfall: plötzliche Lähmungen, Sprachstörungen, Taubheitsgefühle – sofort Notruf 112!
NierenDauerhafte Überbelastung der Nierengefäße schränkt die Filterfunktion ein. Es kann sich eine chronische Niereninsuffizienz entwickeln, im schlimmsten Fall ein vollständiges Nierenversagen (dialysepflichtig).Häufig lange symptomlos. Später: vermehrter Nachtharndrang, Schaumharn (Proteinurie), Bluthochdruck kann sich dadurch wiederum verschlechtern (Teufelskreis), Erschöpfung, Wassereinlagerungen
AugenDie feinen Blutgefäße der Netzhaut (Retina) werden durch den hohen Druck geschädigt (hypertensive Retinopathie). Es kann zu Einblutungen, Ablagerungen und Schwellungen der Netzhaut kommen, im schlimmsten Fall zur Netzhautablösung.Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Lichtblitze oder dunkle Flecken im Gesichtsfeld; oft aber keine frühen Symptome – Diagnose meist bei Augenarztuntersuchung

Bluthochdruck behandeln: Wann sind Medikamente notwendig?

Was der Arzt bei Bluthochdruck empfiehlt, hängt von einigen Faktoren ab: zum Beispiel dem Alter des Patienten, Vorerkrankungen, Höhe des Blutdrucks und Risiko für Folgeerkrankungen. Medikamente sind nicht immer notwendig. Mit einem angepassten Lebensstil können Sie bei Bluthochdruck bereits eine Menge bewirken. Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung helfen. Sie sollten außerdem auf Zigaretten verzichten und Alkohol nur in Maßen trinken. Ebenso wichtig ist es, Stress zu vermeiden und abzubauen. Dabei helfen Yoga und Entspannungsübungen.

Besteht allerdings ein hohes Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder zeigt die veränderte Lebensweise keine Wirkung, verschreibt der Arzt meist Medikamente. Diese senken den Blutdruck zuverlässig. Heute gibt es eine große Palette verschiedener sehr gut verträglicher Wirkstoffgruppen, die frühzeitig kombiniert werden sollten. Somit kann die Verträglichkeit gesteigert und die Wirkung verbessert werden. Gängig sind Calciumantagonisten, ACE-Hemmer bzw. Sartane, Diuretika (also wassertreibende Wirkstoffe) und weitere.

Gesünder leben und Bluthochdruck frühzeitig erkennen

Eine gesunde Lebensweise minimiert das Risiko für viele Erkrankungen, auch für Bluthochdruck. Eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und wenig Stress helfen, die Herzgesundheit zu stärken. Manchmal reicht das aber nicht aus. Mittlerweile gibt es viele gut wirkende und verträgliche Medikamente, um den Blutdruck zu senken. Wichtig ist aber, dass Sie ihn frühzeitig erkennen. Die BIG bietet als gesetzliche Vorsorge daher für Menschen ab 35 alle drei Jahre ein Gesundheits-Check-up an, bei dem der Arzt auch den Blutdruck überprüft. So sind Sie auf der sicheren Seite!

Ärztin misst Blutdruck bei einem Patienten
Bluthochdruck: Folgeerkrankungen von Hypertonie frühzeitig erkennen und behandeln
Bluthochdruck kann Organe schädigen! Die BIG bietet Ihnen als Bluthochdruck-Patientin oder -Patient deswegen ein spezielles Vorsorgeprogramm an, bei dem die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und chronische Nierenkrankheiten erkannt und behandelt werden.
Jetzt informieren

FAQ Bluthochdruck

Quellen

  1. Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention:
    Zur Seite
  2. gesund.bund.de:
    Zur Seite
  3. Stiftung Gesundheitswissen:
    Zur Seite
Verfasst von
BIG Redaktion - geprüft von Dr. Stefan Waller

Medizinisch geprüft von: Dr. Stefan Waller