Furunkel: Im Gesicht kann die Hautentzündung gefährlich werden

Letzte Aktualisierung: 18. Dezember 2025Lesezeit: 5 Minuten
Mehr als nur ein Pickel: Furunkel sind schmerzhafte, eitrige Entzündungen tief in der Haut. Manche verschwinden von selbst, andere brauchen ärztliche Behandlung. Denn besonders im Gesicht können sie gefährlich werden. Wie entsteht ein Furunkel – und wann muss ich damit zum Arzt?
Arzt untersucht Haut einer Frau

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Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein überdimensionaler Eiterpickel – doch es ist weitaus schmerzhafter: Ein Furunkel ist eine tiefe, eitrige Entzündung des Haarbalgs. Der Haarbalg ist der Teil des Haares, der unter der Haut sitzt. Hier wird das Haar von der Haarwurzel gebildet. Außerdem befinden sich an dieser Stelle einige Drüsen, die vor allem Talg produzieren. Im Gegensatz zu einem normalen Pickel reicht ein Furunkel tiefer in die Hautschichten und es bildet sich Eiter im Haarbalg. Dieser Abszess kann unter Umständen bis zu mehreren Zentimetern groß werden.  

Wie entsteht ein Furunkel?

Der häufigste Auslöser eines Furunkels ist das Bakterium Staphylococcus aureus. Viele Menschen tragen diesen Keim zum Beispiel unbemerkt auf der Haut oder in der Nasenschleimhaut. Erst wenn die Haut verletzt ist – etwa durch eine Rasur, Kratzen oder Reibung – oder dein Immunsystem geschwächt ist, kann der Keim in den Haarbalg gelangen und eine Entzündung starten. Ein höheres Risiko haben unter anderem Menschen, bei denen die Hautbarriere oder das Immunsystem aus einem der folgenden Gründe geschwächt ist:

  • Diabetes
  • Krebserkrankungen
  • Wiederkehrende Hautinfektionen
  • Hauterkrankungen mit Barrierestörung (z. B. Ekzeme)
  • Therapien, die das Immunsystem dämpfen (z. B. bei Autoimmunerkrankungen)

Treten Furunkel immer wieder oder gleichzeitig an verschiedenen Stellen auf, spricht man von Furunkulose. Fließen mehrere benachbarte Furunkel zu einem größeren Eiterherd zusammen, nennt man das Karbunkel. Diese Formen sind schmerzhafter und brauchen meist ärztliche Behandlung.

 

Woran du ein Furunkel erkennst

Furunkel können grundsätzlich an allen Körperstellen auftreten, die behaart sind – besonders häufig bilden sich die Eiterbeulen jedoch im Gesicht sowie an Hals und Nacken. Außerdem sind die Leisten- und Schamgegend, Achseln, Po und Rücken oft betroffen. Typische Anzeichen für ein Furunkel sind:

- Sie sind deutlich größer und schmerzhafter als ein Pickel.

- Die Haut ist gerötet, warm und gespannt.

- Manchmal schimmert der Eiter gelblich durch die Haut.

- Gelegentlich kommen Fieber, Müdigkeit und ein allgemeines Krankheitsgefühl hinzu.

Geht das Furunkel von selbst auf und der Eiter fließt ab, lassen die Beschwerden meist nach.

Furunkel im Gesicht: Gefährliche Komplikationen möglich

Ein Furunkel entsteht meist innerhalb weniger Stunden oder Tagen. Bis es „reif“ ist und sich entleert, vergehen oft nochmal einige Tage. Häufig heilt die Hautentzündung anschließend von selbst ab, dabei kann eine kleine Narbe zurückbleiben. Manchmal baut dein Körper den Eiter auch ohne Austritt nach außen ab. Dennoch: Ein Furunkel im Gesicht solltest du besser immer ärztlich abklären lassen.

Das Wichtigste: Bitte nicht drücken, nicht ausquetschen und keine spitzen Gegenstände verwenden. Dadurch können die Erreger in die Blut‑ und Lymphbahnen gelangen und sich so weiter im Körper ausbreiten. Besondere Vorsicht gilt im Bereich der Nase, Oberlippe und Wangen. Dort verlaufen Venen in Richtung Gehirn. Gelangen Bakterien eines Gesichtsfurunkel in diese Gefäße, können sie eine Hirnhautentzündung verursachen. In selten Fällen kann sich auch ein Blutgerinnsel bilden oder eine Blutvergiftung (Sepsis) entwickeln.  

Furunkel: Zum Arzt oder nicht?

Ein Furunkel im Gesicht heißt also: ab zum Arzt! Bitte suche außerdem ärztlichen Rat, wenn:

  • starke Schmerzen, Fieber oder rasche Ausbreitung auftreten.
  • mehrere Furunkel gleichzeitig entstehen oder immer wiederkehren (Verdacht auf Furunkulose).
  • du vorbelastet bist und beispielswiese Diabetes oder eine Immunschwäche hast bzw. Therapien erhältst, die das Immunsystem beeinflussen.

Treffen die oben genannten Punkte nicht auf dich zu, kannst du auch erst einmal abwarten, ob das Furunkel von alleine abheilt. Sinnvoll ist dann eine saubere, trockene Abdeckung mit einem Pflaster. Wärme kann die Reifung unterstützen (z. B. warme, feuchte Umschläge), aber nur, wenn die Haut intakt ist und du keine Zeichen einer Ausbreitung hast (z. B. starke Rötung, Fieber).

So behandelst du ein Furunkel richtig

Eine Hautärztin oder ein Hautarzt erkennt ein Furunkel meist auf den ersten Blick. Ein zusätzlicher Abstrich oder eine Blutuntersuchung ist nur selten nötig – zum Beispiel, wenn mehrere Furunkel auftreten oder eine Vorerkrankung vermutet wird. So wird die Hautentzündung behandelt:

  • Reifung unterstützen:Je nach Befund können warme Umschläge oder eine spezielle Salbe die Reifung fördern. Erst ein „reifes“, also voll entwickeltes Furunkel kann sich entleeren oder mit einem kleinen Eingriff beseitigt werden.
  • Inzision und Drainage:Ist das Furunkel reif, wird die Haut örtlich betäubt oder vereist und mit einem kleinen Schnitt eröffnet, damit der Eiter abfließen kann.
  • Ausschneidung oder Exzision:Sehr große Furunkel werden vom Chirurgen komplett entfernt. Die Wunde wird danach nicht zugenäht, sondern heilt aus der Tiefe.
  • Drainage/Docht:Ein antibakterieller Stoffstreifen (Docht) leitet verbleibenden Eiter und Wundflüssigkeit nach außen. Der Streifen muss täglich in der Arztpraxis gewechselt werden.
  • Wundheilung:Die Wunde schließt sich in der Regel von selbst, meist ohne Naht. Bis dahin schützt ein Pflaster die Stelle.

In schweren Fällen wird dir ein Antibiotikum verschrieben – etwa, wenn mehrere Furunkel bestehen oder Symptome wie Fieber hinzukommen. So will man schwerwiegende Komplikationen wie eine Hirnhautentzündung oder Sepsis vermeiden. Bei Gesichtsfurunkeln werden die Antibiotika in der Regel über die Vene verabreicht – dann kann ein stationärer Krankenhausaufenthalt sinnvoll sein.

Wie kann ich einem Furunkel vorbeugen?

Du kannst das Risiko für Furunkel von vorneherein reduzieren, indem du:

- kleine Hautverletzungen zeitnah reinigst und abdeckst.

- Reibung und Druck vermeidest (z. B. eng anliegende Kleidung).

- Rasierklingen regelmäßig wechselst und sauber hältst.

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BIG Redaktion - geprüft von Vita Health Media

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