Hühneraugen erkennen und entfernen: Das müssen Sie wissen

Letzte Aktualisierung: 10. März 2026Lesezeit: 5 Minuten
Ein enger, drückender Schuh und stechende Schmerzen am Fuß? Dann könnte sich ein Hühnerauge gebildet haben. Erfahre hier, wie du die Hornhautverdickung erkennst und sie richtig entfernst.
Untersuchung eines Fußes

Inhalt

Ein Hühnerauge kann richtig unangenehm werden – vor allem, wenn Schuhe zu eng sind und immer wieder Druck auf dieselbe Stelle ausüben. Die rundliche, klar begrenzte Hornhautverdickung mit einer empfindlichen zentralen Stelle verursacht nicht nur Schmerzen, sondern kann auch zu Entzündungen führen, wenn du sie nicht richtig behandelst. Vor allem Frauen sind häufig betroffen.

Wie entstehen Hühneraugen?

Der Name „Hühnerauge“ kommt von der typischen runden Form mit einem kleinen dunklen Punkt in der Mitte – sie erinnern an die Augen von Hühnern. Der medizinische Fachbegriff lautet Clavus. Hühneraugen entstehen vor allem an den Füßen, wenn sie Druck und Reibung ausgesetzt sind. Das passiert zum Beispiel, wenn Schuhe zu eng sitzen. Die Haut versucht sich zu schützen, indem sie sich vermehrt verhornt. Im Laufe der Zeit bildet sich eine kompakte Hornschicht, die sich zur runden Schwiele herauswächst. Bei anhaltender Belastung – etwa durch häufiges und langes Tragen von engen Schuhen mit hohen Absätzen – kann sich ein verhornter Kern, der sogenannte Kegel, in die Tiefe bilden.⁴ Kommt Druck auf das Hühnerauge, sticht der Hornkegel in die tieferen Hautschichten – ein unangenehmer, stechender Schmerz entsteht.

Wichtig zu wissen: Hühneraugen sind nicht ansteckend und meist ungefährlich. Trotzdem solltest du sie gut versorgen bzw. behandeln lassen, um Entzündungen und stärkeren Schmerzen vorzubeugen. Das gilt ganz besonders für Menschen, die an Diabetes oder Rheuma erkrankt sind.

Hühneraugen: Häufige Ursachen

  • Zu enge oder schlecht sitzende Schuhe
  • Fußfehlstellungen wie Spreizfuß oder Senkfuß
  • Verformte Zehen (z. B. Hammerzehen)
  • Anatomische Besonderheiten wie Knochenvorsprünge
  • Haut, die zu starker Verhornung neigt
  • Druckstellen an den Händen bei starker körperlicher Arbeit
  • Bei Menschen mit Diabetes oder Durchblutungsproblemen sind Haut und Gewebe oft empfindlicher – ein Hühnerauge kann dort leichter entstehen und gefährlicher werden. Das Gemeine: Sie spüren die Druckstelle wegen der Polyneuropathie nicht.

Diese Arten von Hühneraugen gibt es

Hühneraugen sehen nicht immer gleich aus und entstehen an verschiedenen Fußstellen. Es gibt mehrere Varianten, die sich nicht immer genau voneinander abgrenzen lassen:

 

  • Clavus durus: Das typische gelbliche Hühnerauge mit hartem Kern, oft an der Fußsohle oder auf Zehenrücken
  • Clavus vascularis: Hühneraugen mit kleinen Blutgefäßen, die bluten können
  • Clavus neurovascularis: Besonders schmerzhafte Variante mit Nerven- und Blutgefäßen, meist auf dem Fußrücken
  • Clavus mollis: Weiche, hellere Hornhaut zwischen den Zehen, verursacht durch Feuchtigkeit zwischen den Zehen
  • Clavus subungualis: Hühnerauge, das unter dem Nagel entsteht

Hühnerauge oder Warze? Das sind die Unterschiede

Hühneraugen werden oft mit Warzen verwechselt, weil sie an ähnlichen Stellen am Fuß auftreten. Doch es gibt Unterschiede:

 

  • Hühneraugen haben eine glasige Mitte, Warzen nicht.
  • Warzen zeigen häufig winzige bräunliche Punkte – verkalkte Blutgefäßreste.
  • Warzen liegen eher oberflächlich unter der Hornhaut, Hühneraugen haben einen schmerzhaften Hornkern.
  • Warzen sind ansteckend, Hühneraugen nicht.

Bei Unsicherheiten stellt der Arzt bzw. die Ärztin oder eine podologische Fachkraft die richtige Diagnose.

Wie sich Hühneraugen entfernen lassen

Der wichtigste Schritt: Ursachen – wenn möglich – beseitigen oder zumindest reduzieren. Häufig reicht es, den Druck von der betroffenen Stelle zu nehmen, damit ein Hühnerauge von selbst wieder kleiner wird und verschwindet. Das Wichtigste ist, bequeme, gutsitzende Schuhe zu tragen, die nicht zu hart sind und die Füße nicht einengen. Einlagen oder leicht wattierte Pflaster entlasten die verhornten Stellen. Bei Fußfehlstellungen helfen spezielle Einlagen. Auch Socken und Strümpfe sollten faltenfrei am Fuß sitzen. Zusätzlich kannst du kleine, oberflächliche Hühneraugen mit folgenden Maßnahmen selbst entfernen.

  • Fußbäder: Regelmäßige 10-minütige Fuß- bzw. Handbäder helfen, Hornhaut und Hühneraugen aufzuweichen. Mit einem Bimsstein lässt sich anschließend die obere Hornschicht sanft abtragen. Nicht auf offenen Stellen anwenden! Aufgeraute Stellen immer gut eincremen, um Risse und erneute Verhornung zu vermeiden.
  • Hühneraugenpflaster & Co.: In Apotheken erhältliche Pflaster, Salben oder Tinkturen enthalten Wirkstoffe wie Salizylsäure, die die Hornhaut aufweichen und lösen. Man spricht von Keratolytika. Die Mittel werden über einige Tage aufgetragen. Wichtig ist, dass Pflaster oder Tinktur wirklich nur auf den betroffenen Bereich einwirken, damit die Säure nicht die gesunde Haut schädigt. Vorsicht, bei empfindlicher Haut oder Kindern solltest du diese Produkte nicht anwenden. Das gilt auch für Menschen mit Diabetes.
  • Hühneraugenringe: Diese Druckschutzringe aus weichem Material wie schützen das Hühnerauge und nehmen Druck von der schmerzhaften Stelle.

Wichtiger Hinweis: Versuche nie, ein Hühnerauge mit einem Messer, Hobel oder anderen scharfen Gegenständen selbst zu entfernen! Das kann Infektionen verursachen und die Schmerzen deutlich verschlimmern, da der Hornkegel tief in die Haut eindringt.

Bei Unklarheiten oder wenn das Hühnerauge nicht weggeht oder schlimmer wird, starke Schmerzen verursacht, es entzündet wirkt oder sich Schwellungen oder Eiter bilden, ist immer eine professionelle Behandlung erforderlich. Erste Anlaufstellen sind Podologie- und Hausarztpraxis. Auch ein Hautarzt oder eine Hausärztin kann helfen.

Professionelle Behandlung bei Hühneraugen

Bei der Entfernung beim Profi wird zuerst ein warmes Fußbad gegeben, damit die Hornhaut aufweicht. Dann wird die die Stelle mithilfe geeigneter Instrumente wie einem Skalpell vorsichtig abgetragen. Bei tiefersitzenden Dornen kann Wasserstoffperoxid eingesetzt werden, um den Kegel weiter aufzuweichen.

Nach der Entfernung ist es wichtig, die Stelle vor neuem Druck zu schützen und die Haut gut zu pflegen. Besonders für Diabetespatienten und -patientinnen gilt: Hühneraugen immer von Fachleuten behandeln lassen! Bei Diabetes kann schon eine kleine Verletzung an den Füßen schwerwiegende Folgen haben.

Quellen

  1. Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts:
    Was tun bei Hühneraugen?
  2. undesministerium für Gesundheit (BMG) Referat 524 „Nationales Gesundheitsportal“:
    Hühnerauge: Ursachen, Symptome, Behandlung
  3. Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten e.V.:
    Diabetischer Fuß: Fußpflege
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BIG Redaktion - geprüft von Vita Health Media

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