Frau mit Bauchschmerzen

Leberkrebs: Warum die Krankheit oft unentdeckt bleibt

Die Leber ist für den Körper enorm wichtig, denn sie baut Schadstoffe ab. Leberkrebs entsteht meist, wenn das Organ bereits geschädigt ist. Die Erkrankung bleibt häufig unbemerkt. Wie Sie Leberkrebs erkennen, therapieren und vorbeugen.

Leberkrebs gehört in Deutschland zu den selteneren Krebsarten: Pro Jahr erkranken etwa 9.000 Menschen daran. In 80 bis 90 Prozent aller Fälle geht er von den Leberzellen aus, in manchen Fällen auch von den Gallengängen. Leberkrebs ist deswegen besonders tückisch, weil er zu Beginn kaum Beschwerden verursacht. Der Arzt entdeckt ihn häufig zufällig im Rahmen von Routineuntersuchungen. 
Erst, wenn der Krebs bereits fortgeschritten ist, treten typische Symptome auf. In Folge anderer Krebserkrankungen kann es zudem zu Lebermetastasen kommen – Ärzte sprechen dann vom sekundären Leberkrebs. In diesem Artikel finden Sie ausschließlich Informationen zum primären Leberkrebs, der direkt in der Leber entsteht.

Die Leber und ihre Funktionen im Körper:

Die Leber ist für uns lebensnotwendig. Zum einen spielt sie beim Stoffwechsel eine wichtige Rolle: Sie produziert Gallenflüssigkeit, die für die Verdauung entscheidend ist. Außerdem verwertet sie Nahrungsbestandteile wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette, und ist mit für die Regulierung des Hormonhaushaltes und des Immunsystems verantwortlich. Zum anderen ist die Leber die Entgiftungszentrale des Körpers. Sie macht körpereigene Schadstoffe wie Bilirubin unschädlich, aber auch Giftstoffe, die von außen zugeführt werden: Dazu gehören Alkohol oder bestimmte Medikamente.

Leberkrebs erkennen: Diese Anzeichen deuten auf die Krankheit hin

Leberkrebs ist schwer zu erkennen. Das liegt daran, dass Patienten zu Beginn der Erkrankung oft keinerlei Symptome verspüren. Denn die Leber selbst besitzt keine Nervenfasern, die andere Organe schmerzempfindlich machen. Ist die Krankheit jedoch bereits fortgeschritten, können unspezifische Symptome auftreten. Dazu gehören:

  • Druckschmerzen im rechten Oberbauch
  • Schwächegefühl, verminderte Leistungsfähigkeit
  • Appetitlosigkeit und Übelkeit
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • Schwellung unter dem rechten Rippenbogen, die Sie ertasten können
  • Gelbfärbung der Haut und Augen (Gelbsucht)
  • Flüssigkeit, die sich in der Bauchhöhle ansammelt (Bauchwassersucht)

Diese Symptome können auf Leberkrebs hindeuten, aber auch harmlose Ursachen haben. Eine eindeutige Diagnose kann nur ein Arzt stellen. Zögern Sie den Arztbesuch nicht unnötig heraus – denn wird Leberkrebs früh erkannt, bestehen gute Heilungschancen.

Leberkrebs: Ursachen und Risikofaktoren

Bei den meisten Fällen von Leberkrebs ist die Leber bereits durch eine Leberzirrhose vorgeschädigt. Dabei wird Lebergewebe durch Bindegewebe ersetzt – das Organ schrumpft und vernarbt zunehmend. Die Gründe für solch eine Zirrhose sind vielfältig: Meist sind ein übermäßiger Alkoholkonsum oder eine Hepatitis-Erkrankung verantwortlich. Zudem gibt es immer mehr Fälle der nicht-alkoholischen Fettleber. Diese Krankheit wird vor allem durch einen ungesunden Lebensstil bedingt: Übergewicht und Fettleibigkeit sowie Diabetes mellitus sind häufige Auslöser.

 

Auch einige Stoffwechselerkrankungen können Leberkrebs verursachen. Vor allem die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) erhöht das Risiko. Bei dieser Erkrankung kommt es zu Eisenablagerungen im Körper, die verschiedene Organe schädigen können – darunter die Leber. Sie kann zu einer Leberzirrhose führen und so den Krebs verursachen. 

In sehr seltenen Fällen können auch bestimmte Medikamente oder Giftstoffe eine Zirrhose auslösen und damit das Risiko für Leberkrebs erhöhen. Das betrifft unter Umständen bestimmte Berufsgruppen stärker, die beispielsweise in Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln und Insektiziden kommen. Auch das Schimmelpilzprodukt Aflatoxin kann zu Leberkrebs führen – jedoch ist dies vor allem in Teilen Asiens und Afrika verbreitet. 

Leberkrebs: So stellt der Arzt die Diagnose

Vermutet der Arzt eine Leberkrebserkrankung, gibt es verschiedene Methoden, um sie eindeutig zu diagnostizieren. Dazu gehören zunächst ein ausführliches Vorgespräch und eine allgemeine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt unter anderem den Bauch abtastet. Es folgt ein Ultraschall der Leber – dieser ist das wichtigste Instrument bei der Diagnose.

 

Weitere bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Computertomografie (CT) zeigen, ob der Tumor gut- oder bösartig ist. Kann trotzdem keine eindeutige Diagnose gestellt werden, wird unter Umständen eine Gewebeprobe entnommen und untersucht. 

 

Ergänzend kann auch eine Blutuntersuchung sinnvoll sein. Dabei prüft der Arzt, ob eine Hepatitis-Infektion vorliegt. Auch während der Behandlung kann so der Verlauf der Krankheit kontrolliert werden.

 

Therapiemöglichkeiten bei Leberkrebs

Wie der Arzt Leberkrebs behandelt, hängt davon ab, wie weit die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Wird sie in einem frühen Stadium entdeckt, reicht unter Umständen eine Operation aus. Dabei werden betroffene Teile der Leber und etwas gesundes Gewebe entfernt. In manchen Fällen wird auch die ganze Leber entnommen und eine neue Leber transplantiert. Das ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn es noch keine Metastasen in anderen Organen gibt.

 

Außerdem gibt es die sogenannte Radiofrequenzablation (RFA). Dabei führt der Arzt eine Sonde in den Tumor ein, die das Tumorgewebe erhitzt – der Tumor stirbt ab. Der größte Vorteil von der RFA ist, dass sie kaum Nebenwirkungen hat. Außerdem kommt sie auch dann zum Einsatz, wenn die Leber schon durch eine Zirrhose geschädigt ist. 

 

Hat sich der Tumor schon zu weit ausgebreitet, kommen Verfahren infrage, die Schmerzen der Patienten lindern und das Tumorwachstum für eine Zeit aufhalten. Sie können das Leben der Betroffenen verlängern. Zum Beispiel verstopfen Ärzte Blutgefäße in der Leber, die den Tumor versorgen. Auch eine Chemo- und Schmerztherapie kann je nach Tumorgröße und Leberfunktion zum Therapieplan gehören. 

 

Leberkrebs vorbeugen: Das können Sie tun

Leiden Sie an einer Leberzirrhose, an einer nicht-alkoholischen Fettleber oder an einer chronischen Hepatitis, sollten Sie regelmäßig zur Krebsvorsorge gehen. Lassen Sie Ihre Leber alle sechs Monate per Ultraschall auf Tumore untersuchen – so kann der Arzt diese in einem frühen Stadium erkennen. Auch ein gesunder Lebensstil belastet die Leber nicht unnötig und beugt Leberkrebs vor. Dazu gehört:

  • eine ausgewogene, fettarme Ernährung
  • geringer Alkoholkonsum
  • regelmäßige körperliche Bewegung

Gegen Hepatitis B, die eine Leberzirrhose auslöst, können Sie sich außerdem impfen lassen – die
BIG trägt die Kosten für Ihre Hepatitis-B-Impfung, wenn Sie für ein geplantes Reiseziel empfohlen wird.