Männerbrüste - Ursachen, Symptome und Behandlung der Gynäkomastie

Letzte Aktualisierung: 15. Januar 2026Lesezeit: 5 Minuten
Viele Männer bemerken im Laufe ihres Lebens, dass sich ihre Brust verändert oder vergrößert – ein Thema, das schambehaftet ist, weshalb kaum jemand darüber spricht. Männerbrüste beziehungsweise ein Männerbusen, medizinisch Gynäkomastie, ist weit verbreitet. Er kann hormonelle, körperliche oder medikamentöse Ursachen haben – und ist in den meisten Fällen gut behandelbar.
Übergewichtiger Mann sitzt auf dem Bett

Inhalt

Was sind Männerbrüste (Gynäkomastie)?

Unter einer Gynäkomastie versteht man das Wachstum des Brustdrüsengewebes beim Mann – auch Männerbusen genannt. Dabei vermehrt sich das Drüsengewebe unter der Brustwarze – sie kann empfindlich werden oder sich rundlich hervorwölben. Häufig sind beide Brüste, manchmal aber auch nur eine Seite betroffen.

Davon abzugrenzen ist die Pseudogynäkomastie, auch Lipomastie genannt. Hierbei handelt es sich nicht um echtes Drüsengewebe, sondern um reine Fettansammlungen im Brustbereich, wie sie bei Übergewicht oder Bewegungsmangel vorkommen.

Darüber hinaus gibt es auch eine Mischform, bei der sowohl Drüsen- als auch Fettgewebe vermehrt sind. Diese Kombination ist besonders häufig bei übergewichtigen Männern zu beobachten, da hormonelle Veränderungen und Fetteinlagerungen hier gleichzeitig wirken können.

Welche Ursachen gibt es für Gynäkomastie?

Die Hauptursache von Männerbrüsten ist ein Ungleichgewicht zwischen Testosteron und Östrogen. Wenn die Wirkung des männlichen Hormons Testosteron sinkt oder die des weiblichen Hormons Östrogen überwiegt, beginnt das Brustdrüsengewebe zu wachsen. In diesem Zusammenhang sind daher auch die Wechseljahre beim Mann (Androphase) von Bedeutung.

Zu den häufigsten Auslösern gehören:

  • Hormonelle Schwankungen:In der Pubertät oder im höheren Alter ist eine Gynäkomastie häufig und meist vorübergehend, weil sich der Hormonspiegel verändert.
  • Übergewicht:Fettgewebe produziert Östrogene und kann so das hormonelle Gleichgewicht stören (Mischform).
  • Medikamente:Manche Blutdrucksenker, Psychopharmaka, Magenmittel oder Herzmedikamente greifen in den Hormonhaushalt ein.
  • Erkrankungen:Leber- oder Nierenerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion oder hormonaktive Tumore können ebenfalls zu einer Gynäkomastie führen.
  • Drogen und Alkohol:Alkohol, Cannabis, Heroin und besonders anabole Steroide gelten als Risikofaktoren.
  • Bodybuilding und Hormonpräparate:Viele Bodybuilder entwickeln eine Gynäkomastie durch den Missbrauch von Anabolika oder Testosteronpräparaten. Diese Substanzen steigern kurzfristig den Testosteronspiegel, worauf der Körper reagiert, indem er überschüssiges Testosteron in Östrogen umwandelt. Dadurch wächst Brustdrüsengewebe – selbst bei ausgeprägter Muskulatur. Nach dem Absetzen bleibt die Veränderung oft bestehen und kann nur operativ korrigiert werden.
  • Kosmetische Stoffe:Ätherische Öle (z. B. Teebaum- oder Lavendelöl) können in seltenen Fällen östrogenähnlich wirken.
  • Genetik:Beim Klinefelter-Syndrom (47, XXY) ist die Testosteronproduktion dauerhaft verringert.
Person in Sportkleidung sitzt im Wohnzimmer und sucht Übungen am PC

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In manchen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache finden – dann spricht man von einer idiopathischen Gynäkomastie.

Männerbusen-Symptome: Woran erkennt man eine Gynäkomastie?

Ein Männerbusen entwickelt sich oft schleichend. 

Typische Anzeichen sind:

  • tastbare Verhärtung oder Schwellung hinter der Brustwarze
  • empfindliche/schmerzende Brustwarzen
  • Asymmetrie zwischen rechter und linker Brust
  • in seltenen Fällen Brustwarzensekret

Psychische Begleitsymptome

Auch psychische Begleitsymptome spielen eine große Rolle: Viele Männer empfinden die veränderte Brustform als peinlich oder unattraktiv. Sie vermeiden Situationen, in denen sie sich oben ohne zeigen müssten – etwa beim Sport, am Strand oder in der Sauna. Der Leidensdruck kann erheblich sein.

Wie häufig ist eine vergrößerte Männerbrust?

Eine vergrößerte Männerbrust ist kein Einzelfall – sie kommt weltweit häufig vor.

  • In der Pubertät tritt sie bei etwa 50-60 Prozent aller Jungen zeitweise auf, meist vorübergehend.
  • Bei erwachsenen Männern sind rund 30 Prozent dauerhaft betroffen.
  • Im höheren Alter steigt der Anteil auf bis zu 50 Prozent, da der Testosteronspiegel natürlicherweise abnimmt.

Da viele Männer das Thema aus Scham verschweigen, ist die Dunkelziffer vermutlich deutlich höher.

Wie wird Gynäkomastie diagnostiziert?

Die Untersuchung und Diagnose erfolgt in mehreren Schritten:

  • Anamnese Der Arzt fragt nach Medikamenten, Alkohol- und Drogenkonsum, Krankheiten, Lebensstil und Essgewohnheiten sowie der Dauer der Veränderungen.
  • Körperliche Untersuchung Das Brustgewebe wird abgetastet, um zwischen Fett und Drüsengewebe zu unterscheiden und gegebenenfalls Knötchen zu ertasten.
  • Ultraschall Zeigt, ob Drüsengewebe gewachsen ist und ob Veränderungen im Hodenbereich vorliegen. Letzteres ist ebenfalls wichtig, um zu checken, ob ausreichend Testosteron produziert wird.
  • Blutuntersuchung (Hormonspiegel) Bestimmung der Hormonwerte (Testosteron, Östrogen, LH, FSH, Prolaktin).
  • Weitere Verfahren Bei unklaren oder auffälligen Befunden kommen Mammografie oder Biopsie zum Einsatz, denn auch Männer können – wenn auch selten – an Brustkrebs (Mammakarzinom) erkranken.
Arzt tastet beim Check-up die Lymphknoten des Patienten ab

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Viele Erkrankungen lassen sich durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkennen und damit oft erfolgreich behandeln oder sogar verhindern. In jeder Lebensphase gibt es bewährte Vorsorgemaßnahmen, die auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt sind.

Vorsorgeuntersuchungen

Welche Therapien helfen bei Männerbrüsten?

Die Behandlung hängt von der Ursache und dem Leidensdruck ab. Grundsätzlich gilt: Eine Männerbrust ist behandelbar – oft auch ohne Operation.

  • Geduld:Bei Jugendlichen oder leichter Form genügt Geduld. Häufig bildet sich die Brust innerhalb eines Jahres zurück.
  • Ursachenbehandlung:Wenn Medikamente, Drogen oder Krankheiten verantwortlich sind, wird gezielt dort angesetzt.
  • Medikamentöse Therapie:In frühen Stadien können Antiöstrogene oder hormonregulierende Medikamente helfen.
  • Lebensstiländerung:Gewichtsreduktion, Muskelaufbau und Verzicht auf Alkohol und Drogen verbessern die Hormonbalance und reduzieren meist die Brustgröße.
  • Operation (subkutane Mastektomie):Wenn die Männerbrust bestehen bleibt oder stark belastet, kann das Drüsengewebe chirurgisch entfernt und überschüssiges Fett abgesaugt werden. Der Eingriff ist meist dauerhaft erfolgreich und wird häufig ambulant durchgeführt.
Anatomisches Modell des männlichen Fortpflanzungssystems in den Händen des Arztes während der Konsultation eines männlichen Patienten
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Hodenkrebs

Quellen

  1. MSD Manual (Professional Edition):
    Gynecomastia
  2. Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE):
    Endokrine Ursachen und Epidemiologie der Gynäkomastie
  3. DocCheck Flexikon:
    Gynäkomastie
  4. NetDoktor.de:
    Gynäkomastie
Verfasst von
BIG-Redaktion

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