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Magenschmerzen treten typischerweise im Oberbauch auf, meist linksseitig bis mittig. Schmerzen mittig oder links im Oberbauch können vom Magen kommen. Sie können sich sehr unterschiedlich anfühlen: vom Druck im Oberbauch bis zu brennenden, bohrenden oder stechenden Schmerzen. Auch Magenkrämpfe kommen vor – dabei treten in kurzen Abständen plötzliche Schmerzattacken auf. Begleitende Symptome können zum Beispiel je nach Ursache Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung oder Aufstoßen sein.
Magenschmerzen: Ursachen zwischen Lebensstil und Erkrankung
Es gibt viele mögliche Auslöser für Magenschmerzen. Neben der Ernährung und Lebensweise können auch Erkrankungen dahinterstehen.
- Häufig betreffen Erkrankungen direkt den Magen: Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis), ein Magengeschwür (Ulcus) oder – selten – Magenkrebs.
- Manche Menschen leiden unter Reizmagen (funktionelle Dyspepsie). Dabei findet der Arzt keine organische Ursache für wiederkehrende Beschwerden. Vermutet werden unter anderem eine gestörte Magenbeweglichkeit und psychische Faktoren wie Stress.
- Erkrankungen anderer Organe können ebenfalls Schmerzen im Oberbauch verursachen, zum Beispiel eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) oder ein Zwölffingerdarmgeschwür.
Wichtig
Magenschmerzen können auch auf einen Herzinfarkt hinweisen – das gilt besonders bei Frauen. Sie verspüren statt Herzschmerzen oft Oberbauchbeschwerden und Übelkeit. Besteht der Verdacht auf einen Infarkt, begeben Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung!
Daneben gibt es harmlose Gründe:
- Hastiges Essen oder sehr üppige Mahlzeiten können den Magen überfordern.
- Unverträglichkeiten und bestimmte Ernährungsgewohnheiten führen oft zu Beschwerden im Oberbauch.
- Stress ist ein wichtiger Faktor: Anspannung und Ängste „schlagen auf den Magen“.
- Medikamente können Magenschmerzen auslösen, insbesondere einige Schmerzmittel wie Ibuprofen sowie bestimmte Entzündungshemmer.
Magenschmerzen behandeln: Welche Hausmittel helfen?
Bei leichten Beschwerden, die durch Stress oder ungünstiges Essen entstehen, können Hausmittel unterstützend wirken:
- Wärme (z. B. Wärmflasche oder Kirschkernkissen) entspannt und fördert die Durchblutung.
- Beruhigende Tees, etwa mit Kamille, Fenchel oder Melisse, können den Magen besänftigen.
- Eine sanfte Bauchmassage wirkt oft krampf- und schmerzlindernd.
- Gegen stressbedingte Magenschmerzen helfen Entspannungsverfahren wie autogenes Training oder Achtsamkeitsübungen.
In der Apotheke erhältst du säurehemmende Mittel (z. B. Antazida oder kurzfristig einzunehmende H2-Blocker) gegen Sodbrennen oder säurebedingte Beschwerden. Bei organischen Ursachen reichen Hausmittel meist nicht aus. Ärztlichen Rat solltest du einholen, wenn:
Wichtig
Treten extreme Magenkrämpfe zusammen mit heftigem Erbrechen auf, deutet das auf eine Vergiftung hin. Dann sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.
- die Schmerzen stark sind oder länger anhalten,
- sie immer an der gleichen Stelle auftreten,
- zusätzliche Symptome dazukommen (z. B. anhaltendes Erbrechen, Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl, unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Fieber),
- die Beschwerden unklar sind.
Magenschmerzen: Medizinische Behandlung
Wie Magenschmerzen behandelt werden, hängt von der Ursache ab:
- Bei einer Magenschleimhautentzündung können Protonenpumpenhemmer (PPI) helfen, die Magensäure zu reduzieren.
- Liegt ein Magengeschwür vor, erfolgt die Therapie je nach Ursache. Häufig steckt eine Infektion mit Helicobacter pylori dahinter – dann wird eine kombinierte Behandlung aus Säurehemmung und Antibiotika eingesetzt. Eine Operation ist heute nur selten nötig, z. B. bei Komplikationen wie Blutungen oder Durchbrüchen.
- Medikamentenbedingte Beschwerden bessern sich oft nach Anpassung der Therapie (z. B. Magenschutz, Dosisanpassung, Alternativpräparate) – sprich darüber mit deinem Arzt.
- Bei Hinweisen auf andere Erkrankungen (z. B. Pankreatitis) erfolgt eine spezifische Behandlung durch Fachärztinnen/Fachärzte.
Magenschmerzen vorbeugen: Alltags- und Ernährungstipps
In vielen Fällen spielt die Ernährung eine große Rolle. Bestimmte Nahrungsmittel oder Gewohnheiten fördern die Magensäurebildung und reizen die Magenschleimhaut. Wenn du häufig unter Magenschmerzen leidest, versuche Folgendes zu vermeiden:
- Alkohol und Zigaretten
- sehr fettes, üppiges oder stark gewürztes Essen
- große Portionen kurz vor dem Schlafengehen
- stark koffeinhaltige Getränke
- individuell unverträgliche Lebensmittel (z. B. Zwiebeln, Zitrusfrüchte, Hülsenfrüchte, Kohl – je nach Verträglichkeit)
- übermäßige Fertigprodukte und Süßigkeiten
Achte auf eine magenfreundliche Ernährung und auf dein Essverhalten:
- Iss abwechslungsreich und ausgewogen.
- Verträglich sind oft Haferflocken, säurearme Obstsorten und gedünstetes Gemüse.
- Nimm dir Zeit beim Essen: Stress kann die Magensäureproduktion erhöhen. Kaue gut und iss langsam.
- Iss abends nicht zu spät – idealerweise mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen.
- Meide sehr heiße oder sehr kalte Speisen und Getränke, da sie den Magen reizen können.
- Ergänze deinen Alltag um Stressmanagement: Bewegung, Schlafhygiene und regelmäßige Pausen unterstützen einen ruhigen Magen.
Magenschmerzen: Wann zum Arzt?
Suche ärztliche Hilfe, wenn du starke, anhaltende oder wiederkehrende Magenschmerzen hast. Das gilt auch bei Warnzeichen wie Erbrechen mit Blut, Teerstuhl, Fieber, deutlichem Gewichtsverlust oder Schluckbeschwerden, bei neuen Beschwerden ab 55 Jahren oder wenn du regelmäßig säurehemmende Mittel brauchst, ohne dass die Beschwerden abklingen. Eine frühe Abklärung hilft, ernsthafte Ursachen zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Quellen
- World Gastroenterology Organisation:Helicobacter pylori guidelines (Übersicht zu Ursachen von Ulcera und Therapie):
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie:Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): S3-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit:
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE):Dyspepsia and gastro‑oesophageal reflux disease in adults:
- Mayo Clinic:Gastritis – Symptoms and causes (allgemeine Informationen zu Gastritis und Risikofaktoren):
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie::Reizmagen/Funktionelle Dyspepsie – Informationen und Empfehlungen:
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